Regionen / Dolomiten & Südtirol · Ratgeber

Skigebiete im Vinschgau: Reschenpass, Watles und Ortler im Vergleich

Skifahrer auf einem weiten Hang im Gegenlicht vor einer Hütte, dahinter eine Bergkette unter blauem Himmel mit tiefstehender Sonne
Foto: Markus Moriggl, CC BY-SA 3.0, zugeschnitten

Im äußersten Westen Südtirols, wo der Vinschgau an Österreich und die Schweiz stößt, liegen die Skigebiete zwischen Seen, Dreitausendern und einem Nationalpark. Am Reschenpass schaust du von der Haideralm auf Haider- und Reschensee. Über Mals führt der Watles zur Höfer Alm hinauf, und in Trafoi hast du den Ortler im Blick. Die Gebiete sind unterschiedlich groß und haben jeweils ihren eigenen Charakter.

Die Gebiete im Überblick

Fünf Skigebiete zählt der Vinschgau. Drei davon stehen in diesem Artikel im Mittelpunkt: Schöneben-Haideralm am Reschenpass, Watles bei Mals und Trafoi im Ortlergebiet. Sulden am Ortler und das Schnalstal haben eigene Porträts und kommen weiter unten kurz vor.

Alle drei Gebiete gehören zur Südtirol Skiarena, die bis zum Ende der Saison 2025/26 noch Ortler Skiarena hieß. Mit dem Südtirol Skipass fährst du also in allen. Zu Dolomiti Superski gehören sie nicht.

Schöneben-Haideralm Watles Trafoi
Pistenkilometer 65 rund 18 rund 10
Höhe rund 1.450 bis knapp 2.400 m rund 1.750 bis 2.500 m rund 1.540 bis rund 2.500 m
Pisten leicht und mittel, wenig schwer leicht und mittel überwiegend leicht
Saison 2026/27 5. Dezember bis 3. April 5. Dezember bis 29. März 20. Dezember bis 29. März
Neu 2026/27 Zehner-Gondel Reschen–Piz Schöneben Zehner-Gondel Prämajur–Höfer Alm –

Schöneben-Haideralm: das große Gebiet am Reschenpass

Mit 65 Pistenkilometern ist Schöneben-Haideralm das größte Gebiet des Vinschgaus. Es erstreckt sich von rund 1.450 Metern bis knapp 2.400 Meter über Reschen, Rojen und St. Valentin auf der Haide, Zugänge gibt es in Reschen und in St. Valentin. Zwei Zehner-Gondeln verbinden die beiden Teilgebiete Schöneben und Haideralm, die seit der Saison 2018/19 zusammengewachsen sind. Vorausgegangen war 2017 die Übernahme der Haider AG durch die Schöneben AG. Insgesamt bedienen rund ein Dutzend Anlagen die Hänge, darunter Hochgeschwindigkeitssessel mit Haube.

Auf den Pisten dominiert das Gemütliche. Rund 30 Kilometer sind leicht, rund 30 mittelschwer, nur etwa 6 Kilometer schwer. Das passt zu Familien und Genussfahrern, die entspannt unterwegs sein wollen. Zu den benannten Abfahrten zählen die Erlebnisabfahrt Haideralm und die Höllentalabfahrt. Das Gebiet ist weitgehend beschneit. Wer Sprünge sucht, findet im Gebiet einen Snowpark mit drei Bereichen von Anfänger bis Profi und eine Funline.

Neu: die Gondel von Reschen

Der Zugang von Reschen ist in diesem Winter neu. Die Zehner-Kabinenbahn Reschen–Piz Schöneben ersetzt die alte Gondel und schafft 2.800 Personen pro Stunde. Tal- und Bergstation werden gleich mit umgebaut. Unten entstehen eine größere Kasse, mehr Skidepot und neue Sanitäranlagen, oben ein neuer Skischulbereich, ein Kinderbetreuungsbereich und ein Erste-Hilfe-Raum. Die Bahn soll zum Saisonstart am 5. Dezember laufen.

Kinder, Hütten und Après

Familien finden an der Bergstation Schöni's Kinderland mit Zauberteppich und Kinderkursen der Skischule Reschenpass. Zur Einkehr laden die Schönebenhütte und das Restaurant Haideralm ein, dessen Sonnenterrasse den Blick auf Haider- und Reschensee freigibt. Das Sciuri an der Talstation Schöneben ist der Treffpunkt für den Après-Ski.

Abseits der Piste lohnt der Blick auf den Talboden. Rund um Reschen- und Haidersee ziehen sich etwa 45 bis 48 Kilometer Loipen, darunter die Dreiländerloipe. Dazu kommen Rodelbahnen, und der zugefrorene Reschensee eignet sich zum Eislaufen und Snowkiten.

Watles: übersichtlich und familienfreundlich

Der Watles liegt oberhalb von Prämajur nahe Schlinig in der Gemeinde Mals. Er ist mit rund 18 Pistenkilometern zwischen 1.750 und 2.500 Metern deutlich kleiner als Schöneben, dafür leicht zu überblicken. Drei Anlagen reichen für das ganze Gebiet, die Pisten sind leicht und mittelschwer, schwere Abschnitte spielen kaum eine Rolle.

Neu: Zehner-Gondel statt Sessel

Die Talbahn von Prämajur zur Höfer Alm wird zur Zehner-Kabinenbahn. Sie ersetzt den Sessellift von der Talstation und bringt 2.000 Personen pro Stunde nach oben. Sie soll zum Saisonstart am 5. Dezember laufen.

Familien, Hütten und Rodeln

Für die Kleinsten gibt es den Bubo Kinderpark, dazu Kinderkurse der Skischule Watles. Familien profitieren von der Familientageskarte: 140 Euro für zwei Erwachsene und zwei Kinder, 90 Euro für einen Erwachsenen mit zwei Kindern, jeweils ab dem 19. Dezember 2026. Für die Pause stehen an der Piste die Höfer Alm und die Plantapatschhütte an der Mittelstation oberhalb von 2.000 Metern bereit.

Die Naturrodelbahn am Watles ist rund 4 Kilometer lang und führt teilweise durch Lärchenwald. Langläufer fahren mit dem kostenlosen Skibus weiter zum Nordic Center Schlinig mit mehr als 15 Kilometern Loipen.

Trafoi am Ortler: der kleine Dorflift

Trafoi ist das kleinste der drei Gebiete und gerade deshalb ein ruhiger Tipp. Rund 10 Pistenkilometer gibt es zwischen rund 1.540 und rund 2.500 Metern, überwiegend leichte und mittlere Hänge im Nationalpark Stilfserjoch mit Blick auf den Ortler. Der Lift startet im Ortskern, du brauchst also keinen langen Weg zur Piste. Ein kostenloser Skibus ist im Einsatz. Am Kirchhang steht der Skikindergarten, die Skischule trägt den Namen des Skirennläufers Gustav Thöni, der hier das Skifahren lernte. Die Furkelhütte oberhalb der Pisten bietet den Blick auf den Ortler.

Das Gebiet öffnet am 20. Dezember und schließt schon am 29. März, am Ostermontag. Für eine ganze Skiwoche ist Trafoi zu klein. Sinnvoll ist das Gebiet als zusätzlicher Tag zu einem Aufenthalt in Sulden, das rund 13 Kilometer entfernt liegt.

Sulden, Schnalstal und Langtaufers

Sulden ist das Hochgebirgsgebiet am Fuß des Ortlers, mit 3.905 Metern der höchste Berg Südtirols. Rund um das Dorf stehen 14 Gipfel über 3.000 Meter, die Pisten reichen bis über 3.200 Meter und summieren sich auf rund 44 Kilometer. Die Saison läuft vom 7. November 2026 bis 2. Mai 2027, mittlere und schwere Pisten überwiegen. Wer steile Hänge mag, fährt hier am besten. Alles Weitere steht im Porträt Sulden am Ortler.

Das Schnalstal zweigt bei Naturns vom Vinschgau ab. Ganz hinten liegt Kurzras auf 2.011 Metern, von dort bringt dich eine Pendelbahn in knapp sechs Minuten auf 3.212 Meter an den Gletscher. Das Gebiet liegt komplett über 2.000 Metern, die Saison beginnt schon im September. Mehr dazu im Schnalstal-Guide.

Langtaufers ist kein Skigebiet. Das Seitental bei Graun bietet Loipen und Winterwanderwege bei Melag und Skihochtouren, etwa zur Weißkugel. Eine Skischaukel zum Kaunertal ist seit Jahren im Gespräch, gebaut ist sie nicht.

Welches Gebiet passt zu dir?

  • Du willst Kilometer und Abwechslung: Schöneben-Haideralm mit 65 Kilometern. Mit dem Pass der Zwei-Länder-Skiarena kommen Watles und Nauders in Nordtirol dazu, zusammen sind das 159 Pistenkilometer und 41 Lifte.
  • Du fährst mit kleinen Kindern: Watles mit dem Bubo Kinderpark und der Familientageskarte oder Schöneben mit Schöni's Kinderland. Mehr zur Auswahl in den Familiengebieten findest du im Ratgeber Skiurlaub mit Kindern in Südtirol.
  • Du magst Sprünge und Park: Schöneben-Haideralm mit Snowpark und Funline.
  • Du suchst Steilheit und Höhe: Sulden, nicht die kleineren Gebiete.
  • Du willst Ruhe und Ortler-Blick: Trafoi, am besten als Ergänzung zu einem Tag in Sulden.
  • Du kommst früh oder willst Gletscher: das Schnalstal.

Saison und Skipass 2026/27

Die Saison beginnt Anfang Dezember, nur Trafoi startet später. Schöneben-Haideralm startet am 5. Dezember und läuft bis 3. April, täglich von 8:30 bis 16:30 Uhr. Der Watles fährt vom 5. Dezember bis 29. März, täglich von 8:30 bis 16:00 Uhr. Trafoi öffnet am 20. Dezember, schließt am 29. März und fährt von 8:45 bis 16:00 Uhr.

Tageskarte Erwachsene Hauptsaison Winterstart (5. bis 18. Dezember)
Schöneben-Haideralm 70 € 45 €
Watles 59 € 38,50 €
Trafoi rund 49 € –

Kinder zahlen in Schöneben 31,50 Euro, am Watles 26,50 Euro in der Hauptsaison. Online kaufst du in Schöneben günstiger als an der Kasse.

Wer mehr als ein Gebiet fahren will, hat drei Möglichkeiten:

  • Schöneben+ und Watles+: Mit einem Pass ab zwei Tagen ist ein Skitag im Partnergebiet inklusive, bei Schöneben+ am Watles oder in Sulden, bei Watles+ in Schöneben oder Sulden.
  • Sulden+: Mit dem Sulden-Pass ab zwei Tagen kannst du für 3 Euro Aufpreis einmal in Schöneben-Haideralm oder am Watles fahren.
  • Zwei-Länder-Skiarena: Ein gemeinsamer Pass für Schöneben-Haideralm, Watles und Nauders. Das ist ein Pass-Verbund, kein durchgehendes Pistennetz, die Berge liegen getrennt.

Der Südtirol Skipass gilt als Ganzjahreskarte vom 1. November 2026 bis 31. Oktober 2027 in allen 18 Gebieten der Skiarena, zu denen auch Schöneben-Haideralm, Watles, Trafoi, Sulden und das Schnalstal gehören. Er kostet für Erwachsene bis 30. November 599 Euro, danach 705 Euro. Bei 70 Euro Tageskarte in Schöneben rechnet sich der Frühbucherpreis ab dem neunten Skitag. Wie er sich gegen andere Pässe schlägt, steht im Skipass-Vergleich für Südtirol 2026/27.

Preise und Termine ändern sich: Prüf sie vor der Buchung bei den Bergbahnen.

Anreise

Mit dem Auto: Aus dem Süden fährst du über Meran durch den Vinschgau bis Mals, zum Reschenpass geht es weiter über Graun nach Reschen. Der Reschenpass auf rund 1.500 Metern verbindet das Inntal mit dem Vinschgau. Kommst du aus Norden, musst du mit Bauarbeiten rechnen: 2026 entsteht ein Schutzstollen, dabei kommt es zu Sperrzeiten und sonst zu einer Ampelregelung. Prüf den Stand kurz vor der Fahrt. Winterreifen oder Schneeketten gehören ins Auto, auf der Brennerautobahn und in Bozen gilt zwischen 15. November und 15. April die Winterausrüstungspflicht, auf den übrigen Straßen bei Schnee, Eis oder Schneematsch. Den Überblick zu Routen, Pässen und Pflichten findest du im Guide Anreise nach Südtirol im Winter.

Mit der Bahn: Die Vinschgaubahn fährt von Meran nach Mals und geht nach der Sperre wegen der Elektrifizierung schrittweise wieder in Betrieb. Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember ersetzt ein Bus die Strecke zwischen Meran und Mals, ab 13. Dezember ist ein Halbstundentakt geplant. Mit dem Südtirol Guest Pass, den du über teilnehmende Unterkünfte erhältst, sind Regionalzüge und Busse im Land kostenlos.

Vor Ort: Zum Watles fährt ein kostenloser Skibus, auch in Trafoi und am Reschenpass sind Skibusse im Einsatz. Check die Fahrpläne kurz vor der Reise.

Tipps

  • Neue Gondeln im Blick behalten: Beide neuen Zehner-Gondeln sollen am 5. Dezember starten. Wer zum Saisonbeginn kommt, schaut kurz vorher auf die Seite der Bergbahnen.
  • Helm ist Pflicht: In ganz Italien gilt seit dem Winter 2025/26 die Helmpflicht für alle Altersgruppen auf Pisten, in Snowparks und auf Rodelbahnen. Der Helm muss CE-zertifiziert sein.
  • Haftpflicht: In Italien brauchst du auf der Piste seit 1. Januar 2022 eine Haftpflichtversicherung. Bei einem Verstoß drohen 100 bis 150 Euro Bußgeld.
  • Skihochtouren nur mit Ausrüstung: Wer in Langtaufers oder am Ortler abseits der Pisten unterwegs ist, trägt Lawinenverschüttetensuchgerät, Schaufel und Sonde und informiert sich vorab über die Lawinenlage. Grundlagen und Reviere findest du im Ratgeber Skitouren in Südtirol: Reviere und Sicherheit.
  • Ostern früh: Watles und Trafoi schließen schon am Ostermontag, dem 29. März 2027.

Fazit

Der Vinschgau zeigt Südtirol von der ruhigen Seite. Schöneben-Haideralm bietet am Reschenpass die meisten Pisten und Platz für Familien und Genussfahrer, der Watles ist das überschaubare Familiengebiet mit der neuen Gondel, und Trafoi bleibt der kleine Dorflift mit dem Ortler im Rücken. Wer es steil und hoch mag, fährt nach Sulden, wer früh dran ist, ins Schnalstal. Mit Partnerkarte oder Skipass kombinierst du zwei oder drei Gebiete und kommst auch in einer Woche auf Abwechslung.

Zusammengestellt aus Angaben der Skigebiete, Tourismusverbände und Fachportale, Stand November 2026. Preise und Termine können sich ändern.