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Gitschberg Jochtal: 55 Pistenkilometer auf der Sonnenseite

Blick über eine verschneite Kuppe mit Sessellift und Bergstationen, dahinter bewaldete Hänge und ein Tal
Foto: Soluvo, CC BY-SA 4.0, zugeschnitten

Wo das Pustertal ins Eisacktal übergeht, ziehen sich die Südhänge der Pfunderer Berge hinauf, und von den Gipfelplattformen siehst du mehr als 500 Berge, von den Dolomiten bis zu den Zillertaler, Stubaier und Ötztaler Alpen. Hier liegen zwei Skigebiete, Gitschberg bei Meransen und Jochtal bei Vals, die seit 2011 mit einer Gondel verbunden sind. Zusammen kommen sie auf rund 55 Pistenkilometer. Das Gebiet ist sonnig, überschaubar und auf Familien ausgerichtet.

Das Gebiet im Überblick

Das Skigebiet gehört zur Gemeinde Mühlbach (italienisch Rio di Pusteria) und liegt nördlich von Brixen am Eingang zum Pustertal. Mühlbach selbst liegt auf rund 800 Metern am Talboden. Von dort führen Bergstraßen zu den beiden Skidörfern: Meransen auf einer Hochebene bei rund 1.400 Metern und Vals im Valler Tal.

Die Pisten reichen von rund 1.300 bis rund 2.500 Meter, das ergibt etwa 1.200 Höhenmeter. Rund 95 Prozent der Pisten lassen sich beschneien. Rund 15 Anlagen bringen dich nach oben, darunter sechs Gondelbahnen und drei Sessellifte. Dazu kommen Schlepplifte und Förderbänder für die Kleinsten.

Der Einstieg erfolgt auf zwei Seiten. In Vals fahren die Jochtalbahn und die Schillingbahn los, in Meransen die Nesselbahn und der Ski Express. Die Gaisjoch-Gondel verbindet die beiden Gebiete, sodass du mit einem Pass beide erreichst. Das Gebiet gilt als das größte im Eisacktal.

Gitschberg Jochtal gehört zu Dolomiti Superski, dem Verbund mit zwölf Gebieten und rund 1.200 Pistenkilometern. Dort läuft es gemeinsam mit der Plose bei Brixen unter dem Namen "Brixen". Einen Vergleich der Reviere findest du im Überblick zum Skiurlaub in Südtirol. Wer mehr Fläche sucht, schaut zum Kronplatz, und weitere Gebiete der Nachbarschaft sammelt der Überblick zu Eisacktal, Sterzing und Sarntal.

Pisten und Anlagen

Die Pisten verteilen sich so: Rund ein Drittel ist leicht, knapp die Hälfte mittelschwer, etwa ein Sechstel schwer. Mehr als 80 Prozent der Abfahrten sind damit blau oder rot. Das macht das Gebiet angenehm zum Cruisen, bietet aber wenig Steilhang für Fahrer, die gerne schwarz suchen.

Ein paar Pisten, die du kennen solltest:

  • Gimmy Fun Ride: eine blaue Familienpiste am Jochtal mit Steilkurven, kleinen Sprüngen und Tunneln.
  • Wastl Huber: eine rote Piste am Gitschberg und eine Alternative zur Talstation des Ski Express. Hier steht auch der Speed Check, der dein Tempo misst und mit einer Kamera aufzeichnet.
  • Kidscross: Skicross-Strecken für Kinder, eine am Jochtal und eine am Gitschberg.
  • Skimovie: eine rund 250 Meter lange Rennstrecke am Jochtal mit Zeitnahme und Video.

Auf der Anlagenseite hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Die Steinermandl-Bahn wurde zum Winter 2024/25 durch einen 6er-Sessel mit Wetterschutzhaube und Sitzheizung ersetzt. Für 2026/27 ist am höchsten Punkt des Gebiets ein weiterer Ersatz vorgesehen: Die alte 4er-Sesselbahn Gitsch aus dem Jahr 1998 soll durch einen 6er-Sessel mit Wetterschutzhaube abgelöst werden und zur Saison in Betrieb gehen.

Drei Aussichtsplattformen gibt es im Gebiet, am Gitschberg-Gipfel, am Steinermandl und am Astjoch. Bei klarem Wetter reicht der Blick weit über die Dolomiten hinaus.

Für wen eignet sich das Gebiet?

Familien und Anfänger: Das ist das Kernpublikum. Gut vier von fünf Pisten sind leicht oder mittel, es gibt eigene Kinderbereiche an beiden Seiten (mehr dazu unten) und Skischulen vor Ort. Wer erst lernt, findet leichte Pisten und Übungslifte, wer schon fahren kann, hat mit den roten Pisten, die knapp die Hälfte ausmachen, genug Abwechslung.

Genießer: Das Gebiet liegt sonnig, der Blick ist groß, und die Pisten lassen sich entspannt fahren.

Sportliche Fahrer: Mit rund 9 bis 10 Kilometern schwerer Piste ist das Angebot überschaubar. Wer vor allem Steilheit sucht, wird auf Dauer mehr wollen. Mit dem Dolomiti-Superski-Pass kommst du in andere Gebiete, etwa zum Kronplatz.

Tourengeher: Dienstagabends gibt es in Vals zwischen dem 15. Dezember und dem 16. März einen Skitourenabend. Du steigst ohne Liftbetrieb mit Tourenski oder Schneeschuhen auf und kehrst danach in eine Hütte ein. Der Aufstieg dauert rund zwei Stunden bei etwa 650 Höhenmetern. Für alles abseits der Pisten gilt wie überall in den Alpen: Lawinenlage prüfen und mit Bergführer gehen, wenn du das Gelände nicht kennst.

Kinder und Familien

Zwei Gimmy-Schneespielplätze mit Rutschen, Kriechröhren und Schneehügeln gibt es, einen in Vals und einen am Gitschberg. Dazu kommen ein dritter Kinderpark am Brunner-Lift sowie Förderbänder und Übungslifte in beiden Orten. Drei Skischulen arbeiten im Gebiet: die Skischule Gitschberg in Meransen (seit 1979 aktiv), Snow Pro in Meransen und die Skischule Jochtal in Vals mit Kinderskikindergarten. Es gibt Halbtags- und Ganztageskurse. Weitere Anregungen und Vergleiche stehen im Guide Skiurlaub mit Kindern in Südtirol.

Saison und Skipass 2026/27

Die Saison läuft vom 4. Dezember 2026 bis zum 4. April 2027. Die Anlagen sind täglich von 8:30 bis 16:30 Uhr geöffnet, Änderungen bei Schnee und Wetter sind möglich.

Der Gebietspass gilt in Gitschberg Jochtal. Die Preise für die Hochsaison 2026/27:

Gebietspass (Hochsaison) Erwachsene Jugendliche Senioren
Tageskarte 73 € 51 € 66 €
2 Tage 143 € 100 € 129 €
6 Tage 367 € 257 € 330 €

Eine Halbtageskarte kostet für Erwachsene 64 €, die Kinderkarte am Tag 26 €. Kinder von 3 bis 7 Jahren (Jahrgang 2019 und jünger) fahren kostenlos, wenn ein Erwachsener für denselben Zeitraum eine Karte zum vollen Preis kauft. Kauf die Karte am besten vorab online, dann sparst du dir die Schlange an der Kasse.

Wer mehrere Gebiete fahren will, zahlt für den Dolomiti-Superski-Pass 2026/27 in der Hochsaison 89 € am Tag und 453 € für sechs Tage. Wie sich Gebietspass und Verbundpass rechnen, steht im Skipass-Vergleich für Südtirol 2026/27. Der Gebietspass lohnt sich vor allem, wenn du eine Woche an einem Berg bleibst.

Preise und Termine ändern sich: Prüf sie vor der Buchung bei den Bergbahnen.

Anreise

Mit dem Auto: Fahre auf der Brennerautobahn A22 bis zur Ausfahrt Brixen-Pustertal, folge der Straße Richtung Pustertal und biege vor dem Tunnel rechts nach Mühlbach ab. Von dort führt je eine Bergstraße nach Meransen und nach Vals. Die Talstationen haben Parkplätze. Auf der A22 gilt vom 15. November bis 15. April Winterausrüstungspflicht, auf den übrigen Straßen bei Schnee, Matsch, Eis oder Glätte. Nimm Winterreifen oder Schneeketten mit. Mehr dazu im Guide Anreise nach Südtirol im Winter.

Mit der Bahn: Von der Brennerlinie steigst du in Franzensfeste in die Pustertalbahn um und fährst bis zum Bahnhof Mühlbach. Von dort geht es mit dem Bus weiter.

Seilbahn stillgelegt: Die alte Seilbahn von Mühlbach nach Meransen ist seit Ende März 2025 stillgelegt. Ein Neubau ist geplant, ein Eröffnungstermin steht nicht fest. Plane die Anreise also mit dem Bus oder dem Auto.

Mit dem Bus: Die Linie 413 fährt vom Bahnhof Mühlbach über das Zentrum nach Meransen und hält an der Kabinenbahn Gitschberg. Die Linie 412 verbindet den Bahnhof Mühlbach mit Vals und der Jochtalbahn. Beide Linien fahren täglich, die 413 etwa stündlich, die 412 mittags etwa stündlich. Die Fahrt vom Bahnhof dauert rund 20 Minuten. Zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember ändern sich die Zeiten, schau deshalb vor der Reise nach den aktuellen Abfahrten. Mit dem Südtirol Guest Pass, den du über teilnehmende Unterkünfte erhältst, fährst du mit Regionalzügen und Linienbussen in Südtirol kostenlos.

Mit dem Flugzeug: Der nächste Flughafen ist Bozen. Einzelheiten zu Flughäfen und Entfernungen findest du im Anreise-Guide.

Hütten und Einkehr

Am Berg stehen rund ein Dutzend Hütten und Almen im Gebiet. Namen, die du dir merken kannst: Gitschhütte, Pichlerhütte, Bacherhütte, Anratterhütte, Ochsenhütte und das Bergrestaurant Jochtal. Gitschhütte und Bacherhütte erreichst du auch bei Winterwanderungen.

Rodeln, Langlauf und Winterwandern

Abseits der Piste gibt es den Brimi Winter Run, eine beschneite Rodelbahn von mehreren Kilometern ab der Gitschberg-Bergstation bis ins Tal, und die Schilling-Rodelbahn in Vals mit rund 1 Kilometer Länge. In Vals zieht eine beschneite Loipe als Rundkurs mit rund 5 Kilometern durchs Tal. Winterwanderwege führen zum Beispiel zur Gitschhütte, von Meransen zur Bacherhütte oder ins Altfasstal.

Tipps und Kompromisse

  • Helmpflicht: Seit dem Winter 2025/26 gilt in ganz Italien für alle Altersgruppen Helmpflicht auf Pisten, in Snowparks und auf Rodelbahnen. Der Helm muss zertifiziert sein. Bei Verstoß drohen 150 Euro Bußgeld und der Einzug des Skipasses.
  • Haftpflicht: Für Pistennutzer ist in Italien seit 1. Januar 2022 eine Haftpflichtversicherung Pflicht. Sie ist nicht im Skipass enthalten. Bei Kontrolle drohen 100 bis 150 Euro Bußgeld.
  • Alkohol: Skifahren unter Alkoholeinfluss ist in Italien seit dem 1. Januar 2022 verboten. Als Maßstab gelten die Werte des Straßenverkehrs, ab 0,5 Promille drohen Bußgelder von 250 bis 1.000 Euro.
  • Anreise ohne Seilbahn: Wer ohne Auto kommt, braucht den Bus. Prüf die Abfahrten vor der Reise, auch für die Rückfahrt.
  • Sportlicher Anspruch: Das Gebiet ist überwiegend leicht bis mittel. Wer steile Hänge sucht, findet nur wenige.

Fazit

Gitschberg Jochtal ist ein sonniges Familiengebiet mit Panoramablick. Die Skischulen und Kinderbereiche zählen zu den Stärken, die 55 Pistenkilometer reichen für einen ganzen Urlaub, wenn du nicht auf Steilhänge aus bist. Für die Anreise ohne Auto musst du auf den Bus setzen, die Seilbahn von Mühlbach ist stillgelegt.

Zusammengestellt aus Angaben der Skigebiete, Tourismusverbände und Fachportale, Stand November 2026. Preise und Termine können sich ändern.