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Ahrntal: Zwei Berge, ein Pass und rund 85 Pistenkilometer

Wo das Pustertal bei Bruneck nach Norden abzweigt, wird das Tal enger und die Berge werden höher. Das Tauferer Ahrntal läuft auf den Alpenhauptkamm zu, rund um das Tal stehen etwa 80 Dreitausender, und die Zillertaler Alpen rahmen das Tal. Hier liegt die Skiworld Ahrntal: zwei Skiberge, der Speikboden bei Sand in Taufers und der Klausberg in Steinhaus, die du mit einer einzigen Karte fährst. Zusammen kommen sie auf rund 85 Pistenkilometer, die sich bis auf rund 2.500 Meter hinaufziehen. Das Gebiet ist sanft und familienfreundlich, und es startet erst Anfang Dezember.
Das Gebiet im Überblick
Offiziell heißt das Gebiet Skiworld Ahrntal. Dahinter stecken die beiden Bergbahnen Klausberg und Speikboden, die gemeinsam auftreten und einen gemeinsamen Skipass verkaufen. Dazu kommen die kleinen Dorflifte in Weißenbach und Rein in Taufers, die vor allem Anfängern und kleinen Kindern dienen und etwas später in der Saison öffnen. Insgesamt zählt das Gebiet gut 20 Anlagen, die Pisten liegen zwischen rund 950 und rund 2.500 Metern. Alle Pisten lassen sich beschneien.
Wichtig für die Planung: Klausberg und Speikboden sind zwei getrennte Berge. Du fährst nicht von einem zum anderen, sondern wechselst per Auto oder Skibus. Der Speikboden liegt unten bei Sand in Taufers, der Klausberg weiter taleinwärts in Steinhaus. Wer in einem Ort im Tal wohnt, entscheidet sich am Morgen für einen der beiden Berge.
Seit diesem Winter gehören beide Berge außerdem zur Südtirol Skiarena, die bis Ende der Saison 2025/26 noch Ortler Skiarena hieß. Zu Dolomiti Superski gehört das Ahrntal nicht. Wie die Reviere des Landes zusammenpassen, siehst du im Überblick zum Skiurlaub in Südtirol.
Klausberg und Speikboden im Vergleich
Speikboden. Die Gondel startet am Ortsrand von Sand in Taufers bei Drittelsand, wo auch kostenlose Parkplätze liegen. Das Gebiet hat gut 40 Pistenkilometer und acht Anlagen, die Höhen reichen von rund 950 bis rund 2.400 Metern. Mehr als die Hälfte der Pisten ist leicht, rund 6 Kilometer sind schwarz. Die Talabfahrt führt über rund 1.450 Höhenmeter bis ins Tal. Für Snowboarder und Freestyler liegt ein rund 700 Meter langer Park mit einer leichten und einer mittleren Linie bereit. Dazu gibt es einen Aussichtspunkt auf rund 2.400 Metern, an der Talstation einen Family Funpark und eine Skischule mit Mini-Club für die Kleinsten.
Klausberg. Die Talstation liegt am Dorfrand von Steinhaus, die Pisten reichen von rund 1.050 bis fast 2.500 Meter. Auch hier sind es gut 40 Pistenkilometer, überwiegend leichte und mittlere, dazu rund 6 bis 7 Kilometer schwarze Abfahrten. Die K2-Gondel bringt dich auf rund 2.400 Meter, dort liegt auch der Snowpark Funtaklaus mit Linien für Einsteiger, Fortgeschrittene und Profis. Die Zehner-Kabinenbahn Sonnen hat einen alten Dreiersessel ersetzt und die Pistenlinie verlängert. Für Kinder gibt es das Klausiland an der Talstation und die Dino-Funline, eine Skistrecke mit zehn großen Dinosaurier-Figuren. Wer Tempo mag, fährt den Alpine Coaster Klausberg Flitzer, eine rund 1,8 Kilometer lange Bahn, die auch im Winter täglich läuft, von 10:00 bis 16:30 Uhr.
Steile Pisten findest du an beiden Bergen nur in kleiner Zahl. Zusammen sind es rund 12 Kilometer schwere Abfahrten, das ist ein kleiner Teil der Gesamtstrecke. Das Gebiet ist ein Ort für entspanntes Kilometersammeln, kein Steilhang-Revier.
Für wen eignet sich das Gebiet?
Familien und Anfänger: Das ist die Stärke der Skiworld Ahrntal. Beide Berge haben Kinderbereiche, Zauberteppiche und sanfte Pisten, dazu kommen die Dorflifte und die Skischulen. Kinder unter 6 Jahren fahren gratis, und bis unter 8 Jahre frei, wenn ein Erwachsener für denselben Zeitraum eine Karte kauft. Mehr zu den Gebieten für Familien findest du im Guide Skiurlaub mit Kindern in Südtirol.
Genussfahrer: Überwiegend leichte bis mittlere Pisten und eine lange Talabfahrt passen zu allen, die gemütlich unterwegs sein wollen.
Snowboarder und Freestyler: Zwei Parks stehen zur Wahl, einer an jedem Berg. Der Funtaklaus am Klausberg bietet mehr Auswahl.
Sportliche Fahrer: Einige schwarze Abschnitte sind vorhanden, aber nicht viele. Wer vor allem Steilheit sucht, ist in Sulden besser aufgehoben. Das Ahrntal ist hier eher die Alternative für einzelne Tage.
Wer sehr viel Abwechslung sucht: Mit rund 85 Kilometern auf zwei Bergen kommst du in einer Woche gut zurecht, danach wiederholen sich die Strecken. Wer mehr Fläche will, findet im nahen Pustertal den Kronplatz mit deutlich mehr Pisten. Weitere kleine Gebiete, die sich abseits der großen Namen lohnen, stellt der Ratgeber Kleine Skigebiete abseits der großen Namen vor.
Saison und Skipass 2026/27
Die Saison läuft vom 4. Dezember 2026 bis zum 4. April 2027, die Anlagen sind täglich von 8:30 bis 16:00 Uhr in Betrieb. Die kleinen Dorflifte in Weißenbach und Rein in Taufers starten später. Die Preise gliedern sich in drei Zeiträume: VALUE gilt vom 4. bis 23. Dezember, vom 9. bis 30. Januar und vom 14. bis 20. März. PREMIUM gilt vom 31. Januar bis 6. Februar, vom 14. Februar bis 13. März und vom 21. März bis 4. April. PLATIN, der teuerste Zeitraum, deckt Weihnachten und Neujahr (24. Dezember bis 8. Januar) sowie die Woche vom 7. bis 13. Februar ab.
| Erwachsene | VALUE | PREMIUM | PLATIN |
|---|---|---|---|
| 1 Tag | 63 € | 72,50 € | 77 € |
| 3 Tage | 178,50 € | 205 € | 217 € |
| 6 Tage | 314 € | 360,50 € | 382 € |
Junioren von 6 bis 15 Jahren zahlen für die Tageskarte 44 bis 48,50 Euro, Senioren über 65 Jahre 59 bis 69,50 Euro. Ab 16 Jahren gilt der Erwachsenentarif. Wer die Karte im Online-Shop mindestens 48 Stunden vor dem ersten Skitag kauft, spart 5 Prozent.
Die Südtirol Skiarena verkauft außerdem den Südtirol Skipass, eine Ganzjahreskarte vom 1. November 2026 bis 31. Oktober 2027. Sie gilt in der Südtirol Skiarena, zu der seit diesem Winter auch Klausberg und Speikboden gehören. Erwachsene zahlen bis 30. November 599 Euro, danach 705 Euro. Gegen die VALUE-Tageskarte zu 63 Euro gerechnet, lohnt sich der Frühbucherpreis ab dem zehnten Skitag, vor allem wenn du auch andere Gebiete der Skiarena besuchst. Wie der Pass im Vergleich zu den übrigen Optionen im Land abschneidet, liest du im Skipass-Vergleich für Südtirol 2026/27.
Preise und Termine ändern sich: Prüf sie vor der Buchung bei den Bergbahnen.
Anreise
Mit dem Auto: Von der Brennerautobahn A22 fährst du bis zur Ausfahrt Brixen/Pustertal und folgst dem Pustertal bis Bruneck. Ab der Autobahnausfahrt sind es rund 50 Kilometer bis zu den Bahnen. Hinter Bruneck folgst du dem Tal nach Sand in Taufers mit der Speikboden-Talstation, der Klausberg in Steinhaus liegt weiter taleinwärts. Zur Winterausrüstungspflicht, zu Maut und zu den Flughäfen schaust du in den Guide Anreise nach Südtirol im Winter.
Mit der Bahn: Der Fernverkehr führt bis Franzensfeste, dort steigst du in die Pustertalbahn nach Bruneck um. Die Strecke ist seit dem 26. Januar 2026 wieder durchgehend befahrbar, Ausbauarbeiten laufen aber voraussichtlich bis Mitte 2027, prüf also den Winterfahrplan. Ins Tal selbst fährt keine Bahn. Ab Bruneck geht es mit dem Bus, dem Taxi oder dem Südtirol-Transfer weiter bis zur Unterkunft. Mit dem Südtirol Guest Pass, den du über teilnehmende Unterkünfte erhältst, sind Busse und Regionalzüge im Land kostenlos.
Mit dem Flugzeug: Der nächste Flughafen ist Bozen, in Reichweite liegen außerdem Innsbruck, Verona und München. Von dort geht es über die Brennerautobahn und durch das Pustertal weiter.
Vor Ort: Im Tal verbindet ein Skibus die Orte mit den Talstationen von Speikboden und Klausberg. Mit dem Südtirol Guest Pass deiner Unterkunft fährst du kostenlos, den aktuellen Fahrplan prüfst du bei den Bergbahnen.
Hütten und Küche
An beiden Bergen gibt es mehrere Hütten und Bergrestaurants entlang der Pisten. Auf den Tellern findest du die Südtiroler Klassiker, also Knödel, Strudel, Kaiserschmarrn und Speck.
Rodeln, Langlauf und mehr
Das Ahrntal ist stark im Winter abseits der Piste. Die Rodelbahn vom Speikboden nach Luttach ist rund 10 Kilometer lang und startet an der Bergstation auf rund 2.000 Metern. Am Klausberg führt eine Bahn rund 5 Kilometer ins Tal, die Kottersteg-Bahn nach St. Johann misst rund 4 Kilometer. Auf allen Rodelbahnen gilt in ganz Italien Helmpflicht.
Langläufer finden Loipen in Kasern und Rein in Taufers. Dazu kommen geführte Schneeschuhtouren und Eisklettern an gefrorenen Wasserfällen bei Rein in Taufers. Am Speikboden kannst du in den Mountain Igloos auf rund 2.000 Metern übernachten, mit Sauna und warmem Becken. Über Sand in Taufers thront die Burg Taufers, die Führungen für die ganze Familie anbietet.
Tipps und Kompromisse
- Berg am Morgen wählen: Da die Berge nicht verbunden sind, planst du den Tag um einen der beiden. Ein Wechsel mitten am Tag lohnt sich nur selten.
- Frühwinter einplanen: Der Betrieb beginnt erst am 4. Dezember. Wer im Frühwinter bucht, sollte die Schneelage vorher prüfen und die Buchung flexibel halten.
- Zeiträume vergleichen: Zwischen VALUE und PLATIN liegen bei der Tageskarte 14 Euro. Wer flexibel ist, spart in den VALUE-Wochen im Dezember, Januar und März.
- Helmpflicht: Seit dem Winter 2025/26 gilt in ganz Italien die Helmpflicht für alle Altersgruppen auf Pisten, in Snowparks und auf Rodelbahnen.
- Haftpflicht: In Italien müssen alle Pistennutzer haftpflichtversichert sein, seit dem 1. Januar 2022.
- Alkohol: Skifahren unter Alkoholeinfluss ist in Italien seit dem 1. Januar 2022 verboten. Als Maßstab gelten die Werte des Straßenverkehrs, ab 0,5 Promille drohen Bußgelder von 250 bis 1.000 Euro.
- Abseits der Piste: Wer die Pisten verlässt, nimmt Lawinenverschüttetensuchgerät, Schaufel und Sonde mit. Diese Ausrüstung ist in Italien seit 1. Januar 2022 in Gebieten mit Lawinengefahr Pflicht.
- Kompromiss Größe: Die Skiworld Ahrntal überzeugt mit Familienangebot und sanften Pisten, nicht mit Steilheit und Masse.
Fazit
Die Skiworld Ahrntal ist ein Gebiet für Familien, Genussfahrer und alle, die gemütlich unterwegs sein wollen. Zwei Berge mit zusammen rund 85 Pistenkilometern, ein gemeinsamer Pass und viel Programm abseits der Piste reichen für einen Familienurlaub, auch wenn du zwischen den Bergen fahren musst. Wer Steilheit oder sehr viele Pistenkilometer sucht, schaut sich besser anderswo um.
Zusammengestellt aus Angaben der Skigebiete, Tourismusverbände und Fachportale, Stand November 2026. Preise und Termine können sich ändern.


