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Kronplatz: Weltcup-Hang, Gipfelmuseum und 125 Pistenkilometer

Der Kronplatz ist der Hausberg von Bruneck im Pustertal und ein großes Skigebiet im Dolomiten-Verbund. Fast alle Abfahrten beginnen am Gipfelplateau auf 2.275 Metern, Bahnen führen von mehreren Seiten hinauf, und der Berg ist so übersichtlich, dass du dich schnell zurechtfindest. Im Winter 2026/27 gibt es drei neue Bahnen, am 19. Januar 2027 steht der Damen-Riesenslalom auf der Erta an, und oben am Gipfel wartet ein Museum, das in den Berg hineingebaut wurde. Dieser Guide zeigt, was das Gebiet kann, für wen es passt, was der Skipass in Richtwerten kostet und wie du anreist.
Das Gebiet im Überblick
Der Kronplatz liegt im Pustertal, die Talstationen befinden sich auf rund 1.000 Metern, der Gipfel auf 2.275 Metern. Du kannst dir deinen Einstieg aussuchen: Reischach bei Bruneck, Percha, Olang, St. Vigil in Enneberg, Piculin bei St. Martin in Thurn und der Furkelpass. Oben treffen sich alle Seiten am Gipfelplateau.
Für die Saison 2026/27 stehen rund 125 Pistenkilometer und 32 Aufstiegsanlagen im Gebiet. Zusammen schaffen die Bahnen grob 70.000 Personen pro Stunde, und viele moderne Anlagen sorgen dafür, dass die Wartezeiten meist kurz bleiben. Praktisch alle Pisten lassen sich beschneien, die Schneekanonen decken die Pisten schon früh in der Saison ab.
Der Kronplatz gehört zum Verbund Dolomiti Superski: ein Skipass für 12 Skigebiete mit rund 1.200 Pistenkilometern und rund 450 Liften. Über Piculin und einen Transfer nach Alta Badia kommst du an die Sellaronda. Wie die Runde funktioniert und was du dafür brauchst, steht in unserem Dolomiten-Guide mit Sellaronda und Anreise. Hier geht es um den Kronplatz selbst.
Pisten und Anlagen
Die Pisten verteilen sich so: 60 Kilometer sind blau (48 Prozent), 36 Kilometer rot (29 Prozent) und 29 Kilometer schwarz (23 Prozent). Etwa drei Viertel des Gebiets sind damit leicht bis mittelschwer. Die Pisten sind breit und gepflegt, die Talabfahrten lang. Zu den langen Abfahrten zählt die Riedabfahrt von Percha mit rund 7 Kilometern.
Für Sportliche gibt es die „Black Five“: Sylvester, Herrnegg, Pre da Peres, Erta und Piculin. Sylvester und Herrnegg führen nach Reischach. Die Erta ist die Weltcup-Strecke, auf der am 19. Januar 2027 der Riesenslalom der Damen stattfindet, es ist der elfte Weltcup an diesem Hang. Der Zielraum liegt in St. Vigil. Die Piculin hat bis zu 72 Prozent Gefälle und zählt zu den steilsten Pisten Italiens. Sie bietet zudem den Anschluss nach Alta Badia.
Neu im Winter 2026/27
Neu sind vor allem drei Bahnen und einige Pisten:
- Kronplatz 1+2: Eine 10er-Gondel ersetzt die bisherige Bahn von Reischach auf den Gipfel. Sie fährt von 975 auf 2.271 Meter, befördert 3.250 Personen pro Stunde und soll rund 10 Prozent schneller sein und etwa 20 Prozent weniger Energie verbrauchen. Es gibt eine neue Mittelstation.
- Ruis: Eine 8er-Gondel verbindet den Furkelpass mit dem Gipfel und ersetzt die bisherige Bahn. Sie schafft 3.600 Personen pro Stunde.
- Dolomiti: Bei Olang kommt eine 8er-Sesselbahn mit Sitzheizung und Wetterschutzhauben. Sie bedient die neue blaue Anfängerpiste Dolomiti von rund 1,5 Kilometern Länge.
Außerdem wurde die rote Piste Lumen auf 2,7 Kilometer verlängert, mit 22 zusätzlichen Schneekanonen. Neu ist auch der blaue Verbindungsweg Weiden von etwa 650 Metern. Weil sich Pisten und Verbindungen ändern, lohnt sich ein Blick auf den aktuellen Pistenplan, bevor du die Tagesroute festlegst.
Für wen eignet sich das Gebiet?
Anfänger und Genussfahrer: Fast die Hälfte der Pisten ist blau, dazu kommt 2026/27 die neue Anfängerpiste Dolomiti. Die breiten, gepflegten Hänge eignen sich gut zum Carven.
Familien: Der Kronplatz hat einen Snowpark mit Familienbereichen, Rodelbahnen und Attraktionen an der Piste. Das gibt Abwechslung für Tage, an denen die Kinder nicht nur Ski fahren wollen.
Sportliche und Erfahrene: Fünf schwarze Pisten, ein Weltcup-Hang und lange Talabfahrten bieten genug Herausforderung. Dabei bleibt es ein Gebiet für alle Könnensstufen: Schwarze Pisten machen knapp ein Viertel aus, der Großteil ist leichter.
Freerider: Ein Freeride-Gelände ist für den Kronplatz nicht belegt. Wer hauptsächlich Tiefschnee sucht, informiert sich besser vorab genau, was das Gebiet abseits der Pisten bietet. Skitouren sind in der Dolomitenregion Kronplatz möglich, verzeichnet sind zehn Touren mit mittlerem Anspruch. Einsteiger finden die Grundlagen samt Lawinenkunde in unserem Guide zu Skitouren für Einsteiger.
Langläufer: Langlauf ist in der Region ebenfalls möglich.
Saison und Skipass 2026/27
Die Saison startet am 28. November 2026 und endet planmäßig am 11. April 2027. Das ist eine Planangabe: Schnee und Wetter können Termine verschieben. Vom 28. November bis 19. Dezember läuft die Aktion Dolomiti Super Première. In teilnehmenden Unterkünften zahlst du zum Beispiel für vier Nächte nur drei Skitage, bei acht Nächten sechs und bei zwölf Nächten neun.
Der Kronplatz-Skipass hat drei Preisperioden. Die Hochsaison gilt vom 20. Dezember bis 9. Januar und vom 31. Januar bis 13. März 2027. Die übrigen Zeiträume sind günstiger. Der Verbundpass Dolomiti Superski hat eigene Hochsaison-Zeiträume, die nicht deckungsgleich sein müssen. Schau deshalb nicht nur auf das Datum, sondern auf den jeweiligen Pass.
| Pass (Erwachsene) | Richtwert 2026/27 |
|---|---|
| Kronplatz, 1 Tag | rund 75 bis 83 € (je nach Zeitraum) |
| Kronplatz, 7 Tage Hochsaison | 446 € |
| Dolomiti Superski, 1 Tag Hochsaison | 89 € |
| Dolomiti Superski, 6 Tage Hochsaison | 453 € |
| Dolomiti Superski, Saisonkarte im Vorverkauf | 990 € |
| Dolomiti Superski Family | 43 € pro Tag |
Das sind Richtwerte. Der Hochsaison-Tagespreis von 83 Euro ist mehrfach bestätigt, für die übrigen Zeiträume ist nur die Spanne gesichert. Prüfe vor dem Kauf auf den Seiten der Bergbahnen und des Verbunds, welcher Preis für dein Datum gilt. Jugendtickets liegen im Richtwert bei rund 53 bis 58 Euro am Tag.
Die Entscheidung ist einfach: Der Kronplatz-Pass gilt nur am Kronplatz. Wenn du die Sellaronda oder andere Gebiete des Verbunds fahren willst, brauchst du den Dolomiti-Superski-Pass.
Anreise
Mit dem Auto: Fahre über die Brenner-Autobahn A22 bis zur Ausfahrt Brixen/Pustertal, danach folgst du der Staatsstraße SS49 ins Pustertal. Ab der Ausfahrt sind es rund 30 Kilometer bis Bruneck, das dauert etwa 30 Minuten, und rund 40 Kilometer bis Olang oder St. Vigil. Aus Richtung Venetien kommst du über die A27 und die SS51 via Cortina und Toblach nach Bruneck. Aus Osttirol führt der Weg über Winnebach und Arnbach (B100, dann SS49). Auf den Autobahnen fällt Maut an.
Mit der Bahn: Der Fernverkehr fährt bis Franzensfeste, dort steigst du in die Pustertalbahn um. Sie hält unter anderem in Percha, Bruneck, St. Lorenzen und Olang. Die Station Percha liegt direkt an der Talstation der Ried-Bahn, du kommst also ohne Umweg ins Skigebiet. Von den Unterkünften bringen dich Skibusse zu den Talstationen.
Mit dem Flugzeug: Die Straßenentfernungen ab Bruneck betragen zum Flughafen Innsbruck 105 Kilometer, nach Treviso 195, nach Venedig 205, nach Verona 223, nach München 302 und nach Bergamo 326 Kilometer. Fahrzeiten sind nicht belegt, rechne sie mit Navi oder Fahrplan für deinen Reisetag aus.
Vor Ort: Der Ski-Pustertal-Express verbindet den Kronplatz (Percha) mit dem Skigebiet Drei Zinnen Dolomiten, die Fahrt dauert etwa eine halbe Stunde. Von Piculin fährt ein Shuttle zu den Anlagen von Sompunt in Alta Badia, mit Anschluss an die Sellaronda.
Hütten, Küche und Après
Im Gebiet gibt es rund 40 Hütten und Bergrestaurants, die meisten servieren Südtiroler Küche. Am Gipfel auf 2.275 Metern findest du unter anderem die Corone Hütte, die als etwas gehobener gilt.
Auf dem Gipfelplateau liegt außerdem das Restaurant AlpiNN von Norbert Niederkofler. Es residiert im ehemaligen Bahnstationsgebäude, wurde im Dezember 2018 eröffnet und steht unter dem Motto „Cook the Mountain“. Wenn du hier essen willst, kläre Öffnungszeiten und Reservierung vorab.
Das Messner Mountain Museum Corones ist in den Gipfel eingelassen. Entworfen hat es Zaha Hadid Architects, eröffnet wurde es im Juli 2015, die Fläche beträgt rund 1.000 Quadratmeter. Es ist das letzte der sechs Messner-Museen. Winteröffnungszeiten und Eintritt solltest du vor dem Besuch beim Museum erfragen.
Der Après-Ski konzentriert sich auf Reischach. Lokale rund um die Talstation, darunter Schirmbar und K1, und die Giggeralm sind die bekannten Adressen.
Tipps und Kompromisse
- Talstation passend wählen: Percha bringt dich direkt per Bahn ans Gebiet, Piculin ist der Einstieg Richtung Alta Badia, in Reischach liegen die Après-Lokale. Je nach Plan lohnt sich eine andere Seite.
- Pistenplan vorab prüfen: Mit den neuen Bahnen und Verbindungswegen ändern sich Routen. Gerade in gemischten Gruppen lohnt es sich, den Tag auf dem aktuellen Plan zu planen.
- Pass bewusst wählen: Wer nur den Kronplatz fährt, braucht den Verbundpass nicht, er kostet mehr. Wer mehrere Gebiete oder die Sellaronda plant, kommt um ihn nicht herum.
- Preise und Termine gegenprüfen: Besonders die Tagespreise außerhalb der Hochsaison sind nur als Spanne gesichert. Kontrolliere sie auf der Seite der Betreiber.
- Weltcup einplanen: Am 19. Januar 2027 ist der Damen-Riesenslalom auf der Erta. Wer dabei sein will, klärt Unterkunft und Anreise früh und informiert sich beim Veranstalter über Zuschauerhinweise.
- Ausrüstung abstimmen: Auf breiten, gepflegten Pisten kommt es auf Fahrtyp, Ski und Schuh an. Unsere Kaufberatung für Ski hilft bei der Auswahl.
- Kompromiss Après: Der Abend konzentriert sich auf Reischach. Wer anderswo wohnt, sollte das bei der Unterkunftswahl bedenken.
Fazit
Der Kronplatz ist ein großer, übersichtlicher Skiberg mit vielen blauen und roten Pisten, einer Handvoll echter Schwarzer und modernen Bahnen. Für Familien, Genussfahrer und Sportliche, die lange Abfahrten mögen, ist er eine gute Wahl, Freerider finden hier keinen Schwerpunkt. Mit der Erta, dem Gipfelmuseum und dem Gourmet-Restaurant am Plateau hat er mehr Programm als reine Pistenkilometer. Prüfe Preise und Termine kurz vor der Buchung, dann steht einem Skitag am Kronplatz nichts im Weg.
Zusammengestellt aus Angaben der Skigebiete, Tourismusverbände und Fachportale, Stand November 2026. Preise und Termine können sich ändern.


