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Skigebiete im Eisacktal: Plose, Wipptal und Sarntal im Überblick

Verschneiter Hang im Gegenlicht, dahinter die gezackte Felskette der Dolomiten am Horizont unter dunstigem Himmel
Foto: Wojciech Biegun, CC BY-SA 3.0, zugeschnitten

Von der Plose aus liegen im Süden die Dolomiten, im Norden der Alpenhauptkamm. Dazwischen erstreckt sich ein Revier, das selten im Gespräch ist, weil es keine Sellaronda und keine großen Namen bietet. Dafür findest du hier fünf Skigebiete mit eigenem Charakter: die Plose über Brixen, den Rosskopf direkt über Sterzing, Ratschings-Jaufen, Ladurns im Pflerschtal bei Gossensass und Reinswald im Sarntal. Das größte hat gut 40 Pistenkilometer, das kleinste rund 18. Sie liegen ruhig, sind überschaubar und bleiben im Tagesticket unter den Preisen der großen Dolomitengebiete. Einen Vergleich mit den übrigen Revieren des Landes findest du im Überblick zum Skiurlaub in Südtirol.

Die fünf Gebiete im Überblick

Gebiet Pistenkilometer Höhenlage (rund) Tageskarte Erwachsene 2026/27 Saison 2026/27
Plose (Brixen) gut 40 1.060 bis 2.500 m 66 bis 73 € 5. Dezember bis 4. April
Rosskopf (Sterzing) rund 20 960 bis über 2.100 m 50 bis 63 € 4. Dezember bis 4. April
Ratschings-Jaufen rund 28 1.300 bis 2.150 m 56 bis 70 € 4. Dezember bis 4. April
Ladurns (Pflerschtal) rund 18 1.100 bis gut 2.000 m 45 bis 57 € 5. Dezember bis 4. April
Reinswald (Sarntal) rund 22 1.570 bis 2.460 m ab 38,50 bis 59 € 4. Dezember bis 29. März

Die Preisspannen ergeben sich aus den Saisonzeiten. Außerhalb der Hochsaison zahlst du weniger, in Reinswald hängt der Preis vom Buchungszeitpunkt ab.

Plose: das große Gebiet über Brixen

Die Plose ist der Hausberg von Brixen und das sportlichste Gebiet im Revier. Die Talstation liegt in St. Andrä, rund 7 Kilometer vom Zentrum entfernt. Von dort bringt dich eine Zehner-Kabinenbahn in zwei Sektionen nach oben, im Sommer 2023 eröffnet und Ersatz für eine Sechser-Bahn aus dem Jahr 1986. Insgesamt laufen sieben Anlagen: zwei Kabinenbahnen, vier Sessellifte und ein Schlepplift für Anfänger. Rund 80 Prozent der Pisten lassen sich beschneien.

Der Name im Gebiet ist die Trametsch. Die schwarze Talabfahrt ist rund 9 Kilometer lang und überwindet rund 1.400 Höhenmeter. Dazu kommt die Crazy Horse, eine schwarze Piste von rund einem Kilometer, die am höchsten Punkt des Gebiets beginnt. Rund die Hälfte der Pisten ist dagegen leicht, es bleibt also genug für Einsteiger und Genussfahrer. Einen Snowpark und Loipen gibt es im Gebiet nicht.

Für Einsteiger steht ein eigener Anfängerlift bereit. Kinder bis 8 Jahre (Jahrgang 2019 und jünger) fahren gratis, wenn ein Erwachsener einen Pass kauft. Zum Rodeln steht die RudiRun mit rund 9 Kilometern zur Verfügung. Der Plosebob, eine Rodelbahn auf Schienen, fährt auch im Winter.

Die Saison läuft vom 5. Dezember 2026 bis zum 4. April 2027. Die Anlagen laufen von 9:00 bis 16:30 Uhr. Die Tageskarte kostet zwischen 66 und 73 Euro. Von Brixen fahren regelmäßig Busse nach St. Andrä. Wer mehrere Tage bleibt, kann eine kombinierte Mehrtageskarte der Region Brixen mit dem Gitschberg Jochtal wählen, die Tageskarte gilt dagegen nur im Gebiet, in dem du sie kaufst.

Rosskopf: der Skiberg von Sterzing

Der Rosskopf liegt so nah am Ort, dass du vom Zentrum in wenigen Minuten zu Fuß an der Talstation bist. Eine moderne Kabinenbahn bringt dich von Sterzing auf über 2.100 Meter, die Talstation liegt auf rund 960 Metern. Mit rund 20 Pistenkilometern und fünf Anlagen ist das Gebiet übersichtlich: eine Kabinenbahn, ein Sessellift, die Panorama-Bahn und zwei Förderbänder für Anfänger.

Die Pisten sind überwiegend mittelschwer, dazu kommen einige leichte und mit der Trainingspiste eine einzige schwarze von einem Kilometer. Das passt zu einem ruhigen Skitag mit Einkehr und zu Familien, die ohne Gedränge fahren wollen.

Das Besondere am Rosskopf ist das Rahmenprogramm. Die Rodelbahn ist rund 10 Kilometer lang, beschneit und beleuchtet. Freitags vom 25. Dezember 2026 bis zum 26. Februar 2027 gibt es Nachtrodeln bis Mitternacht. Im selben Zeitraum öffnet die Bahn freitags schon um 7:00 Uhr für Early-Bird-Skifahren bei Sonnenaufgang.

Die Saison läuft vom 4. Dezember 2026 bis zum 4. April 2027. Die Kabinenbahn fährt von 8:30 bis 17:00 Uhr, Panorama-Bahn und Sessellift von 9:00 bis 16:00 Uhr. Die Tageskarte kostet je nach Saisonzeit zwischen 50 und 63 Euro. Kinder ab Jahrgang 2019 fahren gratis, wenn eine zahlende Begleitperson dabei ist.

Ratschings-Jaufen: modern und abwechslungsreich

Ratschings-Jaufen setzt auf Abwechslung und moderne Anlagen. Die Talstation liegt in Innerratschings auf rund 1.300 Metern, der Name erinnert an den Jaufen, den Pass vom Wipptal ins Passeiertal. Eine Achter-Panoramagondel von rund 1.900 Metern Länge bringt dich nach oben, insgesamt laufen sieben Anlagen: die Gondel, fünf Sessellifte und ein Schlepplift im Anfängerbereich. Das Gebiet reicht bis 2.150 Meter und hat rund 28 Pistenkilometer, die alle beschneit werden können.

Die Pisten sind überwiegend mittelschwer, eine einzige ist schwarz, die Rinneralm Profi. Für Abwechslung sorgen eine Funslope, ein Funpark am Enzian-Lift, eine Skimovie-Strecke und eine Speedcheck-Strecke, die deine Höchstgeschwindigkeit misst. Kinder lernen im Kinderland, und ab drei Jahren gibt es den Ski-Kindergarten der Skischule Ratschings.

Für den Winter 2026/27 gibt es zwei Neuigkeiten. Ratschings-Jaufen gehört zum ersten Mal zur Südtirol Skiarena und damit zum Südtirol Skipass. Und am 30. Januar 2027 findet auf der Enzian-Piste erstmals ein Weltcup-Rennen im Snowboard statt, ein Parallelslalom. Wer an diesem Wochenende kommt, schaut vorher nach dem Programm.

Ein kostenloser Skibus verbindet die umliegenden Orte mit dem Skigebiet. Die Rodelbahn ist rund 4 bis 5 Kilometer lang und mit der Kabinenbahn erreichbar. Für Langläufer gibt es eine Höhenloipe am Platschjoch. Die Saison läuft vom 4. Dezember 2026 bis zum 4. April 2027, die Tageskarte kostet zwischen 56 und 70 Euro. Zum Saisonstart am 4. Dezember gibt es Eröffnungstage mit Sondertarifen.

Ladurns: das kleine Familiengebiet am Brenner

Ladurns liegt im Pflerschtal bei Gossensass, nicht weit vom Brenner. Mit rund 18 Pistenkilometern ist es das kleinste Gebiet in diesem Überblick, und genau das ist seine Stärke. Eine Zehner-Kabinenbahn mit Mittelstation, der Sessellift Wastenegg und ein Schlepplift an der Mittelstation für Kinder und Anfänger erschließen das Gebiet zwischen rund 1.100 und gut 2.000 Metern. Alle Pisten lassen sich beschneien.

Die Verteilung ist ausgewogen: etwa je zur Hälfte leichte und mittelschwere Pisten, dazu eine schwarze, die Ladurns IV. Die rote Talabfahrt ist rund 4,5 Kilometer lang und führt durch den Wald.

Familien profitieren von Fichti's Kinderland, einem Kinderbereich von 5.000 Quadratmetern an der Talstation. Die Rodelbahn ist rund 6,5 Kilometer lang, leicht und führt von der Bergstation ins Tal, die Schlitten leihst du an der Talstation. Einkehren kannst du unter anderem in der Ladurner Hütte, der Pfeiferhuiselehütte und der Edelweißhütte.

Die Saison läuft vom 5. Dezember 2026 bis zum 4. April 2027, die Kabinenbahn fährt von 8:30 bis 16:30 Uhr. Die Tageskarte kostet je nach Saisonzeit zwischen 45 und 57 Euro. Kinder ab Jahrgang 2019 fahren gratis, wenn ein Erwachsener mitfährt. Ladurns gehört zur Südtirol Skiarena.

Reinswald: Sarntaler Gelassenheit

Reinswald liegt im hinteren Sarntal, rund 30 Kilometer von Bozen. Die Kabinenbahn startet am Dorfrand, das Gebiet reicht von rund 1.570 bis 2.460 Metern, die Talstation liegt damit höher als in allen anderen Gebieten dieses Überblicks. Es hat rund 22 Pistenkilometer, vier Anlagen und ist komplett beschneit. Dazu gehören eine Gondel, ein Sessellift und zwei Schlepplifte, einer davon ein Babylift.

Auch hier dominieren die mittelschweren Pisten. Rund 4 Kilometer sind leicht, 2,5 Kilometer schwer. Die bekannteste Abfahrt ist die Jochpiste, eine Europacup-Strecke mit bis zu 58 Prozent Gefälle. Wer es ruhiger mag, bleibt auf den mittelschweren Pisten.

Die Stärke von Reinswald ist das Familienangebot. Im Rodelpark lernen Kinder die Rodeltechnik. Dazu kommen die Rodelbahn Reinswalder Wiesn mit 4,5 Kilometern von der Bergstation ins Tal, ein Winterspielplatz an der Talstation, ein Skikindergarten und Kleinkindbetreuung. Vier Hütten sorgen für die Einkehr.

Die Saison läuft vom 4. Dezember 2026 bis zum 29. März 2027, dem Ostermontag, täglich von 8:30 bis 16:30 Uhr. Reinswald arbeitet mit dynamischen Preisen: Wer früh online bucht, zahlt ab rund 38 Euro, am Tag selbst steigt der Preis bis auf 59 Euro. Der Südtirol Skipass gilt hier ebenfalls.

Für die Zukunft ist ein Neubau geplant. Eine neue Zehner-Kabinenbahn zwischen Reinswald und Pichlberg soll 2027 von April bis November gebaut werden. Im Winter 2026/27 läuft der Betrieb normal, im Sommer 2027 ruhen die Bahnen.

Gitschberg Jochtal als Ergänzung

Wer mehr Fläche braucht, schaut zum Gitschberg Jochtal. Das Gebiet bringt es auf rund 55 Pistenkilometer und liegt oberhalb von Mühlbach. Von dort fährt ein Bus nach Meransen und Vals. Es hat ein eigenes Porträt: Alles zu Pisten, Preisen und Anreise findest du im Guide zum Gitschberg Jochtal. Mit einer kombinierten Mehrtageskarte kannst du Plose und Gitschberg Jochtal in einer Woche fahren.

Welches Gebiet passt zu dir?

Sportliche Pistenfahrer: Die Plose ist die erste Wahl, sie ist das größte Gebiet im Revier. Die Trametsch mit rund 1.400 Höhenmetern und die schwarze Crazy Horse fordern dich am meisten.

Familien mit kleinen Kindern: Ladurns, Rosskopf und Reinswald sind klein, ruhig und leicht zu überblicken. Reinswald punktet mit dem Rodelpark, Ladurns mit dem Kinderland und der leichten Rodelbahn. Am Rosskopf wohnst du im Ort, die Bahn liegt nur wenige Gehminuten vom Zentrum. Mehr zu Kinderkursen und Gratisregeln steht im Ratgeber Skiurlaub mit Kindern in Südtirol.

Abwechslungsfreunde und Freestyler: Ratschings-Jaufen bietet Funslope, Funpark, Skimovie-Strecke und Speedcheck-Strecke.

Rodler: Der Rosskopf mit rund 10 Kilometern und Nachtrodeln am Freitag, die Plose mit der RudiRun und Ladurns mit leichter Bahn.

Preisbewusste: Ladurns und Reinswald haben die niedrigsten Tageskarten, am Rosskopf beginnt die Tageskarte bei 50 Euro. Wer mehrere Gebiete des Reviers fahren will, schaut auf die Pässe, mehr dazu unten.

Für alle, die nach noch kleineren Alternativen abseits der großen Namen suchen, lohnt der Blick in unseren Beitrag zu den kleinen Skigebieten.

Skipass und Saison 2026/27

Die Tagespreise stehen oben in der Tabelle. In Reinswald schwankt der Preis nach Nachfrage, Kinder fahren in den meisten Gebieten gratis, wenn ein Erwachsener mit Tageskarte dabei ist. Die Altersgrenzen unterscheiden sich von Gebiet zu Gebiet.

Mit dem Südtirol Skipass fährst du am Rosskopf, in Ladurns, Ratschings-Jaufen und Reinswald. Die Plose gehört nicht dazu. Der Pass gilt als Ganzjahreskarte vom 1. November 2026 bis 31. Oktober 2027 und kostet für Erwachsene bis 30. November 599 Euro, danach 705 Euro. Er lohnt sich, wenn du viele Skitage in den Skiarena-Gebieten planst. Wie er im Vergleich zu anderen Optionen abschneidet, steht im Skipass-Vergleich für Südtirol 2026/27.

Preise und Termine ändern sich: Prüf sie vor der Buchung bei den Bergbahnen.

Anreise

Mit dem Auto: Die Brennerautobahn A22 ist die Hauptachse. Für die Plose nimmst du die Ausfahrt Brixen-Pustertal, für die Gebiete im Wipptal die Ausfahrten Sterzing oder Brenner. Nach Reinswald fährst du über Bozen Nord ins Sarntal und weiter über Sarnthein. Auf der Brennerautobahn und in Bozen gilt vom 15. November bis 15. April die Winterausrüstungspflicht, auf den übrigen Straßen Südtirols bei Schnee, Eis oder Schneematsch. Nimm Winterreifen oder Schneeketten mit.

Mit der Bahn: Die Brennerbahn hält in Brixen, Sterzing, Gossensass und am Brenner. In Sterzing liegt die Talstation des Rosskopfs wenige Gehminuten vom Zentrum. Zur Plose fährt regelmäßig ein Bus von Brixen. Im Sarntal gibt es keinen Bahnhof, du fährst bis Bozen und weiter mit dem Bus über Sarnthein nach Reinswald. Mit dem Südtirol Guest Pass, den du über teilnehmende Unterkünfte erhältst, fährst du kostenlos mit den meisten öffentlichen Verkehrsmitteln, mit einigen Ausnahmen wie Fernzügen. Details stehen im Überblick zum Skiurlaub in Südtirol.

Vor Ort: Ratschings-Jaufen hat einen kostenlosen Skibus aus den umliegenden Orten. Den Winterfahrplan der übrigen Busse prüfst du kurz vor der Reise. Allgemeine Tipps zu Anreise, Maut und Bahn findest du im Guide Anreise nach Südtirol im Winter.

Tipps und Kompromisse

  • Ostern beachten: Reinswald schließt am Ostermontag, dem 29. März 2027. Die Plose, der Rosskopf, Ratschings-Jaufen und Ladurns laufen bis zum 4. April.
  • Haftpflicht nicht vergessen: In Italien ist die Haftpflichtversicherung für alle Pistennutzer Pflicht. Sie ist nicht im Skipass enthalten und wird beim Betreiber gebucht. Ohne Nachweis drohen 100 bis 150 Euro Bußgeld.
  • Helmpflicht: Seit dem Winter 2025/26 gilt in ganz Italien die Helmpflicht für alle Altersgruppen auf Pisten, in Snowparks und auf Rodelbahnen. Der Helm muss CE-zertifiziert sein, bei Verstoß drohen 150 Euro und möglicherweise der Einzug des Skipasses.
  • Früh online buchen: In Reinswald lohnt sich das wegen der dynamischen Preise besonders.
  • Kompromiss Größe: Das Revier setzt auf Ruhe und Übersicht. Wer Abfahrten für eine ganze Woche sucht, wechselt zwischen Plose und Gitschberg Jochtal oder plant einen Ausflug in die Dolomitengebiete.

Fazit

Das Revier zwischen Brixen, Sterzing und Sarntal ist nichts für Kilometerjäger, aber ideal für entspannte Skitage mit Aussicht. Die Plose liefert die längste Abfahrt und die sportlichsten Pisten, der Rosskopf die kürzeste Distanz zum Ort und die längste Rodelbahn, Ratschings-Jaufen Funslope und Funpark. Ladurns und Reinswald sind die Familienberge im Kleinformat. Wer Auswahl braucht, kombiniert zwei Gebiete.

Zusammengestellt aus Angaben der Skigebiete, Tourismusverbände und Fachportale, Stand November 2026. Preise und Termine können sich ändern.