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Skigebiete um Bozen: Carezza, Rittner Horn und Jochgrimm

Wenn die Sonne tief steht, färbt sich der Rosengarten rot. Die Laurin-Sage erklärt das Glühen mit dem Zwergenkönig, und in Carezza tragen bis heute eine Gondel und das Kinderland seinen Namen. Rund um Bozen liegen keine Riesengebiete, dafür drei sehr unterschiedliche Berge: Carezza mit rund 40 Pistenkilometern am Fuß des Rosengartens, das Rittner Horn als Hausberg über der Stadt und das Jochgrimm, ein kleines Familiengebiet auf einer Passhöhe. Hier liest du, was sie unterscheidet, was sie kosten und wie du hinkommst.
Die Reviere im Überblick
Alle drei Gebiete sind überschaubar und eher auf Familien und entspannte Skitage ausgelegt. Sie liegen in verschiedenen Ecken rund um die Landeshauptstadt: Carezza im Eggental bei Welschnofen, das Rittner Horn auf der Hochfläche des Ritten nördlich der Stadt und das Jochgrimm in der Gemeinde Aldein im Südosten, an der Grenze zum Trentino.
Die großen Namen der Gegend kommen in eigenen Porträts vor. Die weite Hochfläche der Seiser Alm gehört zum Skipass von Gröden, das Porträt findest du unter Gröden und Seiser Alm. Das Eggental mit dem Ski Center Latemar beschreiben wir unter Obereggen. Hier geht es um die Nachbarn rund um Bozen. Welschnofen, Karersee und Karerpass sind dabei keine getrennten Gebiete, sondern verschiedene Zugänge zu Carezza.
| Gebiet | Pistenkilometer | Höhe | Anlagen |
|---|---|---|---|
| Carezza | rund 40 | bis rund 2.340 m | 13 |
| Rittner Horn | rund 14 | rund 1.540 bis 2.250 m | Gondel und 2 Schlepplifte |
| Jochgrimm | 7 | rund 1.840 bis 2.220 m | 4 Lifte |
Carezza: Sonnenhänge am Fuß des Rosengartens
Carezza (Karersee) gehört zur Gemeinde Welschnofen im oberen Eggental. Über den Karerpass reicht das Gebiet bis auf die Trentiner Seite, wo der Weg ins Fassatal beginnt. Rosengarten und Latemar stehen als Kulisse über den Hängen, beide gehören zum UNESCO-Welterbe Dolomiten.
Das Gebiet hat rund 40 Pistenkilometer und 13 Anlagen. Etwa 55 Prozent der Pisten sind leicht, 30 Prozent mittelschwer und 15 Prozent schwer. Alle Pisten lassen sich beschneien. Die 10er-Kabinenbahn „König Laurin“ führt hinauf zur Kölner Hütte auf rund 2.340 Metern. Seit dem Winter 2025/26 fährt außerdem die 10er-Gondel Franzin zwischen der Moseralm und der Franzin Alm. Sie hat einen alten Schlepplift von 1976 ersetzt und verbindet den Welschnofner Teil des Gebiets besser mit dem Bereich um den Karerpass.
Carezza ist ein Gebiet für Familien und Genussfahrer. Das Kinderland „König Laurin“ mit Hüpfburg, Karussell, Förderband und Spielraum erreichst du mit der Gondel, während die Erwachsenen fahren. An der Frommer Alm gibt es das Naniland mit Zauberteppich und Babypiste. Der Snowpark hat drei Linien, darunter eine für Kinder und Anfänger. Auf der Hubertus-Rodelbahn rodelst du rund 1,2 Kilometer. Zum Gebiet gehören zwei Skischulen und rund ein Dutzend Hütten. An der Bergstation bietet die Laurins Lounge Südtiroler und mediterrane Küche. Abseits der Pisten gibt es in Welschnofen Winterwanderwege, Schneeschuhrouten und Loipen.
Für Sportliche gibt es mit 15 Prozent schwarzer Pisten nur begrenzt Futter. Dafür macht der Snowboard-Weltcup in Carezza Station: Am Donnerstag, 17. Dezember 2026, steht der Parallel-Riesenslalom auf der Piste Pra di Tori am Karerpass auf dem Programm, mit Rennen der Herren und der Damen.
Wer mehr als das Gebiet selbst sucht, nutzt den Pass Val di Fassa/Carezza. Er gilt zusätzlich in mehreren Gebieten im Fassatal, darunter Catinaccio bei Vigo di Fassa, Buffaure und Col Rodella. Mit dem Verbundpass Dolomiti Superski erreichst du von Carezza aus auch die Sellaronda, die wir im Sellaronda-Ratgeber im Detail erklären. Zwischen Carezza und Obereggen führt weder Piste noch Lift, du fährst mit dem Skibus über den Karerpass.
Rittner Horn: Hausberg von Bozen
Der Ritten ist eine Hochfläche oberhalb von Bozen zwischen Sarntal, Eisacktal und Bozner Talkessel. Auf dieser Terrasse liegen Klobenstein und Oberbozen, im Norden steht das Rittner Horn, 2.260 Meter hoch. Wer oben ankommt, schaut bei klarem Wetter rundum auf die Berge Südtirols bis zu den Dolomiten.
Das Skigebiet ist klein und bleibt es auch. Rund 14 Pistenkilometer, überwiegend leicht, breit und gepflegt. Die Talstation liegt in Pemmern bei Klobenstein auf rund 1.540 Metern, die Pisten reichen bis auf etwa 2.250 Meter. Eine Gondelbahn mit acht Plätzen pro Kabine und zwei Schlepplifte bringen dich nach oben, im Kinderbereich an der Mittelstation läuft ein Zauberteppich. Nahezu alle Pisten werden beschneit.
Das Rittner Horn setzt auf Ruhe statt Après-Ski. Es gibt einen kleinen Fun Park entlang der Oberhorn-Piste, ein Kinderskigelände, eine Naturrodelbahn von der Mittelstation hinunter nach Pemmern, eine Rundloipe von rund drei Kilometern und im Gipfelbereich eine Zone für Snowkiter. Wer nicht Ski fährt, geht den Panoramaweg am Rittner Horn, einen Winterwanderweg.
Das Gebiet gehört zur Südtirol Skiarena, mit dem Südtirol Skipass fährst du hier also auch. Zum Verbund Dolomiti Superski gehört es nicht. Die Saison beginnt mit einem Eröffnungsabschnitt vom 5. bis 8. Dezember 2026 und läuft dann von 12. Dezember bis 14. März 2027. Damit ist hier deutlich früher Schluss als in Carezza und am Jochgrimm.
Jochgrimm: kleines Familiengebiet an der Passhöhe
Das Jochgrimm (italienisch Passo Oclini) liegt auf einer Passhöhe von rund 1.990 Metern zwischen Weißhorn und Schwarzhorn, in den Fleimstaler Alpen. Die Gemeinde heißt Aldein und gehört zu Südtirol, die Grenze zum Trentino ist ganz nah.
Mit 7 Pistenkilometern und vier Liften ist das Jochgrimm das kleinste der drei Gebiete. Die Pisten liegen zwischen rund 1.840 und 2.220 Metern und sind leicht und mittelschwer. Die Lifte starten am Parkplatz an der Passhöhe, lange Wege zum Einstieg entfallen. An der Passhöhe liegen auch ein Hotel und ein Berggasthof. Das macht den Tag mit kleinen Kindern einfach: Fantiland ist der Kinderbereich mit Zauberteppichen, Spielbereich und einer kurzen Kinderrodelbahn, benannt nach dem Maskottchen, einem Elefanten. Dazu kommen eine Skischule und zwei Skiverleihe.
Zum Langlaufen eignet sich die Gegend ebenfalls: Auf der benachbarten Hochfläche Lavazè gibt es rund 80 Kilometer Loipen, die mit den Strecken von Aldein, Petersberg und Deutschnofen verbunden sind. Abwechslung bietet das Gebiet nur wenig, aber für Einsteiger und Familien mit kleinen Kindern genügt das völlig.
Welches Revier passt zu dir?
Familien mit kleinen Kindern: Alle drei Gebiete haben Kinderbereiche. Das Jochgrimm ist am übersichtlichsten und am günstigsten, Carezza bietet am meisten: Kinderland, Naniland, Snowpark mit Kinderlinie und viele leichte Pisten. Mehr zur Planung findest du im Ratgeber Skiurlaub mit Kindern in Südtirol.
Genussfahrer: Carezza mit seinen Sonnenhängen und dem Rosengarten im Blick und das Rittner Horn mit seinen breiten Hängen und der Aussicht passen gut.
Sportliche: Carezza hat die meisten schwarzen Kilometer der drei, das reicht aber nicht für mehrere Tage. Wer steile Hänge sucht, fährt nach Obereggen oder in die großen Dolomitengebiete.
Snowboarder und Freestyler: Carezza mit Snowpark und Weltcup, das Rittner Horn mit seinem kleinen Fun Park.
Wer ohne Auto reist: Das Rittner Horn ist am einfachsten, mehr dazu unter Anreise.
Wer Kilometer sammeln will: Dann sind Carezza, Obereggen oder die Seiser Alm die besseren Wahlen. Rittner Horn und Jochgrimm sind nach ein bis zwei Tagen abgefahren.
Saison und Skipass 2026/27
Alle drei Gebiete öffnen im Dezember. Eine Übersicht der Termine und Tageskarten für Erwachsene:
| Gebiet | Saison 2026/27 | Tageskarte Erwachsene |
|---|---|---|
| Carezza | 4. Dezember bis Ende März | 68 € (Nebensaison), 75 € (Hochsaison) |
| Rittner Horn | 5. bis 8. Dezember, dann 12. Dezember bis 14. März | 44,50 € (Nebensaison), 46 € (Hochsaison) |
| Jochgrimm | 5. Dezember bis 2. April | 35 € |
Am Rittner Horn fahren Kinder unter 8 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen frei, am Jochgrimm kosten Kinder bis 13 Jahre 15 €.
Welcher Pass sich lohnt, hängt vom Gebiet ab:
- Carezza: Der Gebietspass reicht, wenn du im Gebiet bleibst. Der Verbundpass Dolomiti Superski kostet in der Hochsaison rund 89 € am Tag, er lohnt sich für die Sellaronda und andere Dolomitengebiete.
- Rittner Horn: Der Südtirol Skipass, die Ganzjahreskarte der Südtirol Skiarena, kostet bis 30. November 599 €, danach 705 €. Er rechnet sich nur, wenn du viele Tage in den Gebieten der Skiarena fährst.
- Jochgrimm: Das Tagesticket kostet 35 €. Der Gebietspass Val di Fiemme/Obereggen gilt auch hier. Er umfasst fünf Gebiete, darunter Alpe Cermis, Obereggen und Passo Rolle, und kostet 67 € in der Nebensaison und 74 € in der Hochsaison. Er lohnt sich nur, wenn du mehrere dieser Gebiete fährst.
Die Hochsaison liegt in Carezza von kurz vor Weihnachten bis Anfang Januar und von Februar bis Mitte März, am Rittner Horn um Weihnachten und Neujahr sowie in der ersten Februarhälfte. Einen Überblick über alle Pässe liefert der Skipass-Vergleich Südtirol 2026/27. Preise und Termine ändern sich: Prüf sie vor der Buchung bei den Bergbahnen.
Anreise
Carezza: Auf der Brennerautobahn A22 nimmst du die Ausfahrt Bozen Nord/Eggental, dann geht es auf der Staatsstraße SS 241 durch das Eggental. Bei Birchabruck biegst du links nach Welschnofen und zum Karersee ab. Ab der Ausfahrt sind es rund 20 bis 30 Minuten. Ab Bozen fahren Busse in den Ort, im Winter verbinden Skibusse die Orte mit den Liften von Carezza und Obereggen. Gäste teilnehmender Betriebe nutzen den öffentlichen Nahverkehr mit dem Südtirol Guest Pass kostenlos.
Rittner Horn: Du brauchst kein Auto. In Bozen steigst du in die Rittner Seilbahn nach Oberbozen, von dort fährt die Rittner Bahn nach Klobenstein, und der Bus 166 bringt dich zur Talstation der Rittner Horn Bahn. Mit dem Auto fährst du von Bozen auf den Ritten zur Talstation in Pemmern.
Jochgrimm: Du erreichst das Gebiet auf der Straße zur Passhöhe, die Lifte starten am Parkplatz Jochgrimm.
Allgemein: Der nächste Flughafen ist Bozen. Mit der Bahn kommst du bis Bozen und fährst dort mit Bus, Seilbahn oder Auto weiter. Auf der A22 und im Stadtgebiet Bozen gilt vom 15. November bis 15. April die Winterausrüstungspflicht: Winterreifen oder Schneeketten an Bord, unabhängig vom Wetter. Details zu allen Wegen findest du im Ratgeber Anreise nach Südtirol im Winter.
Tipps und Kompromisse
- Helmpflicht beachten: In ganz Italien gilt seit dem Winter 2025/26 die Helmpflicht für alle Altersgruppen auf Pisten, in Snowparks und auf Rodelbahnen.
- Haftpflicht mitdenken: Die Haftpflichtversicherung für Pistennutzer ist in Italien seit 2022 Pflicht und im Skipass nicht enthalten.
- Rittner Horn früh planen: Die Saison endet schon am 14. März. Wer im späten März Ski fahren will, wählt Carezza oder das Jochgrimm.
- Eröffnungsphase prüfen: Am Rittner Horn läuft der Betrieb nach dem Eröffnungsabschnitt vom 5. bis 8. Dezember erst am 12. Dezember wieder an.
- Weltcup einplanen: Am 17. Dezember 2026 findet in Carezza der Snowboard-Weltcup statt. Wer zuschauen will, plant Unterkunft und Anreise früh.
- Kompromiss Größe: Mit 14 und 7 Pistenkilometern sind das Rittner Horn und das Jochgrimm schnell abgefahren, auch Carezza mit 40 Kilometern ist kein Gebiet für lange Urlaubswochen ohne Wechsel.
- Kompromiss Abendprogramm: Am Rittner Horn geht es betont ruhig zu, Carezza und das Jochgrimm setzen auf Familien. Wer abends Programm sucht, findet es eher in Obereggen, wo dienstags und freitags Nachtski und Nachtrodeln laufen.
Fazit
Rund um Bozen liegen drei kleine bis mittlere Gebiete mit klarem Profil. Carezza bietet die meisten Pisten, die Sonne, den Rosengarten als Kulisse und den Anschluss ans Fassatal. Das Rittner Horn ist der ruhige Hausberg der Stadt, den du ohne Auto erreichst. Das Jochgrimm ist der günstigste und einfachste Einstieg für Familien mit kleinen Kindern. Wer mehr Auswahl und Kilometer sucht, kombiniert sie mit Obereggen oder der Seiser Alm.
Zusammengestellt aus Angaben der Skigebiete, Tourismusverbände und Fachportale, Stand November 2026. Preise und Termine können sich ändern.


