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Pfelders: verkehrsberuhigtes Bergdorf mit 18 Pistenkilometern

Am Ende des Pfelderer Tals, hinter Moos im Passeiertal, hört die Welt der Autos auf. Das Dorf liegt auf rund 1.620 Metern am Fuß der Hohen Wilde, der Naturpark Texelgruppe steigt über den Hängen auf, und im Winter ist es still. Du parkst am Ortseingang, gehst zu Fuß weiter, und vom Dorfrand trägt dich eine Kombibahn in wenigen Minuten auf rund 2.000 Meter, wo das Licht über den Hängen steht.
Pfelders ist kein Gebiet für Kilometerjäger. Es ist ein Gebiet für kurze Wege: Skischule, Kinderland, Lifte und Hütte liegen so nah beieinander, dass ein Skitag mit Kindern gelingt, ohne dass du zwischendurch etwas organisieren musst. Auf 18 Pistenkilometern fährst du überwiegend mittelschwere Hänge, die Rodler und Langläufer im selben Tal finden ihre eigenen Wege, und am Abend sitzt du in einem Dorf ohne Durchgangsverkehr.
Das Gebiet im Überblick
Ein Seitental, das für sich bleibt
Pfelders liegt im hinteren Passeiertal, in der Gemeinde Moos in Passeier, und gehört zum Revier Meran und Umgebung. Das Gebiet reicht von rund 1.600 bis rund 2.500 Metern, sonnig gelegen, und alle Pisten lassen sich beschneien. Es ist Teil der Südtirol Skiarena, ein Überblick über alle Gebiete steht im Verzeichnis der Skigebiete in Südtirol, und wie Südtirol als Skiziel insgesamt aufgestellt ist, erklärt der Ratgeber Skiurlaub in Südtirol.
Von den 18 Pistenkilometern sind rund 5 leicht, rund 12 mittelschwer und nur 1 schwer. Es gibt 13 Pisten, davon 7 blaue, 5 rote und eine schwarze. Das ist die ganze Rechnung, und sie geht auf: Du verlierst dich nicht, du kennst nach zwei Tagen jede Abfahrt, und wer einmal die richtige Piste für sich gefunden hat, fährt sie in Ruhe zu Ende.
Ein Dorf ohne Verkehr
Seit 2007 ist Pfelders verkehrsberuhigt. Wer im Dorf wohnt, fährt bis zur Unterkunft und lässt das Auto dort stehen, alle anderen parken vor dem Ort. Dadurch entsteht die Atmosphäre, die das Gebiet prägt: Kinder laufen über die Dorfstraße, im Hintergrund hängt die Hohe Wilde mit ihren über 3.400 Metern, und die Wege zur Bahn sind kurz. Wer das Ortsbild mag, aber ein größeres Revier sucht, findet im Porträt von Meran 2000 das größte der drei Gebiete rund um Meran.
Lifte und Anlagen
Kombibahn, Sessellift, zwei Übungslifte
Vier Anlagen erschließen das Gebiet. Die Kombibahn Grünboden-Express startet am Dorfrand und mischt 6er-Sessel mit 8er-Kabinen, beides mit Sitzheizung. Sie überwindet rund 400 Höhenmeter in gut drei Minuten und endet an der Grünbodenhütte auf rund 2.000 Metern. Sie ist die einzige Verbindung vom Dorf zu den höheren Pisten und bringt auch Rodler und Fußgänger nach oben.
Von dort geht es mit dem Sessellift Karjoch weiter, einem kuppelbaren Vierer mit Wetterschutzhaube und Sitzheizung. Er führt auf den höchsten Punkt des Gebiets, rund 2.500 Meter. Dazu kommen die beiden Übungslifte Gampen und Zeppichl, kleine Schlepplifte für die ersten Schwünge, und im Kinderland am Gampen zwei Förderbänder.
Die Anlagen laufen täglich von 9:00 bis 16:30 Uhr, die Übungslifte etwas länger. Neu ist für diese Saison keine Anlage, das Gebiet fährt mit modernen Bahnen in gewohnter Form.
Pisten nach Können
Anfänger und Einsteiger
Der Gampen ist das Herz für alle, die gerade anfangen. Am Gampenlift liegen die kurzen blauen Pisten Gampen I, II und III mit 350, 350 und 800 Metern, daneben das Kinderland mit Zauberteppichen. Eine zweite Übungspiste gehört zum Zeppichllift, rund einen Kilometer lang. Weil die Hänge so nah am Dorf liegen, ist der Weg vom Kurs zur Mittagspause kurz. Im Ratgeber Skifahren lernen in Südtirol findest du weitere Gebiete, die sich für den ersten Skitag eignen.
Für den Weg vom Parkplatz zum Gampen fährt im Ort ein Shuttle, das die Talstation mit dem Übungshang verbindet.
Genussfahrer und Familien
Das Rückgrat des Gebiets sind die roten Pisten. Grünboden I misst rund 3 Kilometer und fast 400 Höhenmeter, Grünboden II rund 2 Kilometer, die Karjochpiste rund 3 Kilometer, Obere Böden I ebenfalls rund 3 und Obere Böden II rund einen Kilometer. Das sind lange Abfahrten für ein kleines Gebiet. Wer es ruhiger mag, bleibt auf den blauen Verbindungen wie dem Skiweg, der rund 1,1 Kilometer lang ist, und den Verbindungspisten durch den Lärchenwald und zum Gampen.
Sportliche und Erfahrene
Die schwarze Wand ist rund einen Kilometer lang und überwindet rund 146 Höhenmeter. Sie ist die einzige schwarze Piste, ein kurzer, steiler Streifen, der den Puls hebt, aber nicht den ganzen Tag trägt. Wer mehr Steilheit sucht, wird schnell durch sein. Für den Hobbyfahrer bleibt Pfelders ein Genussgebiet mit einem Steilstück.
Nachtski am Gampen
Am Gampen ist die leichte Piste beleuchtet. Der Nachtskilauf findet mit Flutlicht am Gampenlift statt, donnerstags, und eine Abendkarte kostet 4 Euro. Es ist ein kurzer, ruhiger Lauf, kein Programm für Sportler, aber ein schöner Abschluss, wenn die Kinder noch nicht müde sind.
Skischulen und Kinder
Zwei Schulen im Dorf
In Pfelders gibt es zwei Skischulen, beide an der Pfelderer Straße im Dorf. Die Ski- und Snowboardschule Pfelders bietet Kurse für Anfänger bis Fortgeschrittene in Ski und Snowboard, dazu Carving, Renntraining und Tiefschnee. Kinder nimmt sie in Gruppenkursen ab vier Jahren auf, im Snowboard ab sieben. Günthers Skischule bietet Gruppenkurse und Privatstunden, Ski und Snowboard, einen Kinderskikurs mit Tagesbetreuung und hat Skiverleih und Sportgeschäft im Haus. Im Ort gibt es insgesamt zwei Skiverleihe.
Kinderland Murmi und das zweite Kinderland
Beide Schulen haben ein eigenes Kinderland am Gampenlift. Das Kinderland Murmi gehört zur Skischule Pfelders: ein Übungsgelände mit zwei Zauberteppichen, einer kurzen grünen Piste und einem Maskottchen, das die ersten Versuche begleitet. Trotz des Namens „Murmi Snowpark“ ist es kein Trickpark, sondern ein Spielplatz im Schnee. Daneben liegt das Kinderland der Günthers Skischule, mit Förderband und zusätzlichen Lernhilfen, das den Kursen dieser Schule vorbehalten ist.
Bei den Liftkarten fahren Kinder des Jahrgangs 2021 und jünger gratis, sie brauchen aber eine gültige Key Card mit 5 Euro Pfand, das du an der Kasse zurückbekommst. Mehr zum Skiurlaub mit Kindern, vom Kurstag bis zu den Regeln für die Kleinsten, steht im Ratgeber Skiurlaub mit Kindern in Südtirol.
Hüttenkultur und Einkehr
Im Skigebiet selbst gibt es nur wenige Hütten, dafür sind sie gut gewählt. Auf den Tisch kommt Südtiroler Küche mit regionalen Zutaten: Kaiserschmarrn mit Preiselbeeren, Speck- und Spinatknödel, Spiegeleier auf Röstkartoffeln, Gulasch und Apfelstrudel. Was typisch ist und wie du eine Einkehr planst, steht im Ratgeber Hüttenküche in Südtirol.
Oben an der Bergstation
Die Grünbodenhütte liegt auf rund 2.000 Metern direkt an der Bergstation der Kombibahn. Das Haus ist neu gebaut und modern, mit regionaler Küche, und es ist der Ausgangspunkt der Rodelbahn Grünboden. Zu Fuß kommst du auf einem leichten Winterwanderweg in rund einer Stunde aus dem Dorf hinauf, von hier startet auch der Panoramaweg 4. Wer mit der Bahn ankommt, steht also mitten im Geschehen: Skifahrer, Rodler und Spaziergänger treffen sich an der Hütte.
Unten am Dorfrand
Das Pisten Pub sitzt knapp oberhalb der Talstation des Grünboden-Express, nahe am Parkplatz. Es ist eine Jausenstation mit Bar, mittags gibt es Hauptgerichte, nachmittags Kuchen, und die Küche ist den ganzen Tag warm. Ab 17 Uhr kommt Pizza aus dem Holzofen, und der Après-Ski beginnt ab 16 Uhr. Das macht es zum Treffpunkt für den Abschluss des Skitags, wenn du auf dem Weg zum Auto oder in die Unterkunft noch einen Halt einlegen willst.
Zu Fuß abseits der Pisten
Zwei Einkehrziele liegen abseits der Pisten. Die Lazinseralm auf rund 1.880 Metern liegt rustikal im Lärchenwald mit Blick auf die Hohe Wilde, rund 1¼ Stunden vom Parkplatz entfernt. Die Winteröffnung klärst du vorher bei der Alm. Das Gasthaus Innerhütt liegt kurz vor dem Dorf am Beginn der Langlaufloipe, dort werden auch die Loipenkarten verkauft.
Öffnungszeiten ändern sich mit Schnee und Wetter. Frag vor einem Ausflug beim Gebiet nach.
Après-Ski und Abend
Der Abend in Pfelders ist ruhig, und das ist Absicht. Wer Programm will, findet es am Pisten Pub, wo der Après-Ski ab 16 Uhr beginnt, und donnerstags am beleuchteten Gampen, wo du noch ein paar Schwünge im Flutlicht ziehst. Für Langläufer gibt es donnerstags von 17:00 bis 21:30 Uhr Nachtlanglauf auf der Innerhütt-Loipe. Alles Weitere spielt sich in den Unterkünften ab. Ideen für lebhaftere Abende in anderen Gebieten findest du im Ratgeber Après-Ski in Südtirol.
Abseits der Piste
Rodeln
Zwei Rodelbahnen warten. Die Rodelbahn Grünboden ist rund 3 bis 3,5 Kilometer lang und überwindet rund 400 Höhenmeter. Sie startet an der Grünbodenhütte und endet im Dorf, hinauf nimmst du die Kombibahn, eine Einzelfahrt zur Grünbodenhütte kostet für Erwachsene 17,50 Euro, hin und zurück 20,50 Euro. Die Bahn ist mittelschwer, nicht beleuchtet, und Kinder rodeln nur in Begleitung eines Erwachsenen.
Die Familienrodelbahn Pfelders ist rund 450 Meter kurz, breit und kostenlos. Sie läuft parallel zur Skipiste hinter dem Zielraum des Gampenlifts, du gehst zu Fuß wieder hinauf, und für kleine Kinder ist sie genau richtig.
Langlauf
Zwei Loipen gehören zum Tal. Die Loipe Innerhütt ist rund 4,9 Kilometer lang, für klassisch und Skating gespurt und beleuchtet. Sie beginnt kurz vor dem Dorf, die Tageskarte kostet 5 Euro. Die Loipe im Lazinser Tal ist rund 9 Kilometer lang, wird täglich gespurt und ist frei, mit leichten bis schweren Abschnitten, auf denen auch Anfänger und Kinder ihre Runden finden.
Winterwandern, Eis und Schlitten
Du kannst zu Fuß oder auf Schneeschuhen ins Lazinser Tal gehen. Am Skilift liegt ein Natureisplatz, dazu gibt es Pferdeschlitten und Eisklettern. Wer einen Tag in der Stadt verbringen will, fährt nach Meran, mehr Ideen stehen im Ratgeber Winter in Südtirol ohne Ski.
Saison, Skipass und Preise 2026/27
Die Saison läuft vom 5. Dezember 2026 bis zum 4. April 2027, täglich von 9:00 bis 16:30 Uhr. Pfelders fährt damit eine knappe Woche länger als Meran 2000 und die Schwemmalm, die am Ostermontag schließen.
Die Tageskarte für Erwachsene (Jahrgang 1961 bis 2008) kostet je nach Zeit 52, 55 oder 58 Euro. Der Höchstpreis gilt in der Hochsaison vom 19. Dezember bis 9. Januar und vom 6. bis 13. Februar, der niedrigste Preis in den ersten beiden Dezemberwochen sowie vom 10. bis 29. Januar und vom 13. bis 19. März. Junioren (Jahrgang 2009 bis 2020) zahlen 39 bis 43,50 Euro, Senioren (Jahrgang 1960 und älter) 44 bis 49,50 Euro. Wer später startet, spart: Karten ab 11, 12 oder 13 Uhr sowie 2- und 3-Stunden-Karten gibt es für Erwachsene zwischen rund 36,50 und 53,50 Euro. Für drei Tage zahlen Erwachsene je nach Saisonzeit 140 bis 164 Euro, für sechs Tage 253 bis 296 Euro.
Der Südtirol Skipass der Südtirol Skiarena gilt in Pfelders, er kostet bis 30. November 599 Euro und danach 705 Euro. Er lohnt sich, wenn du auch in Meran 2000, Sulden oder im Schnalstal fährst. Wie sich die Pässe im Vergleich rechnen, steht im Skipass-Vergleich für Südtirol 2026/27, Sparideen im Ratgeber Skiurlaub in Südtirol günstig.
Preise und Termine ändern sich: Prüf sie vor der Buchung bei den Bergbahnen.
Anreise, Parken und Bus
Mit dem Auto: Von Meran fährst du ins Passeiertal über Riffian, St. Martin und St. Leonhard nach Moos und weiter nach Pfelders. Aus dem Norden kommst du über Brenner, Bozen und Meran oder über Sterzing und den Jaufenpass. Der Pass liegt auf rund 2.000 Metern, ist kurvenreich und bei schlechtem Wetter nicht zu empfehlen. Alle Details zu den Wegen nach Südtirol im Winter stehen im Ratgeber Anreise nach Südtirol im Winter.
Parken: Der große Parkplatz liegt vor dem Dorfeingang, direkt an den Pisten. Mit einer Liftkarte parkst du für die Dauer der Karte kostenlos, du gibst beim Kauf an der Kasse dein Kennzeichen an. Ohne Liftkarte ist die erste Stunde frei, danach kostet das Parken täglich zwischen 8:00 und 18:00 Uhr 1 Euro pro Stunde, höchstens 6 Euro am Tag. Das System arbeitet ohne Schranke, und bezahlt wird am Automaten oder online innerhalb von 24 Stunden. Inhaber des Südtirol Skipass melden sich einmal an der Kasse der Talstation und erhalten eine Parkberechtigung für die Saison.
Mit dem Bus: Ab Meran fährt die Buslinie 240 nach Pfelders. Im Ort verbindet ein Shuttle die Talstation mit dem Übungshang am Gampen. Den Winterfahrplan prüfst du vor der Reise.
Wo du wohnst
Pfelders hat Unterkünfte im Dorf selbst, weitere liegen in der Nähe und im Passeiertal. Der Charakter ist klar: Wer im Dorf wohnt, ist zu Fuß an der Bahn, am Gampen und am Pisten Pub, und der Weg zur Skischule ist kurz. Einige Unterkünfte liegen so, dass du direkt zur Piste fährst. Moos in Passeier ist der Hauptort der Gemeinde im Tal, Meran bleibt die Alternative für alle, die Stadt und Therme mit dem Skitag verbinden wollen. Einen allgemeinen Überblick bietet der Ratgeber Unterkunft für den Skiurlaub in Südtirol.
Geschichte und Besonderes
Pfelders trägt auf Italienisch den Namen Plan und liegt im Naturpark Texelgruppe. Seit 2007 ist das Dorf nur eingeschränkt befahrbar, im selben Jahr ging der Grünboden-Express in Betrieb.
Tipps und Kompromisse
- Mit Liftkarte parken: Das Parken am Ortseingang ist mit der Liftkarte kostenlos, gib das Kennzeichen beim Kauf an.
- Spät starten: Karten ab 11, 12 oder 13 Uhr sind günstiger. Das lohnt sich nach einem Kurs am Vormittag.
- Ostern prüfen: Pfelders läuft bis 4. April 2027, eine knappe Woche länger als Meran 2000 und die Schwemmalm.
- Hütten vor dem Ausflug prüfen: Ob die Lazinseralm im Lazinser Tal geöffnet hat, klärst du vorher.
- Pistentouren: In Italien sind sie nur auf freigegebenen Strecken erlaubt. Ob und wo es 2026/27 freigegebene Strecken gibt, klärst du beim Gebiet, mehr dazu im Ratgeber Skitouren in Südtirol: Reviere und Sicherheit.
- Kompromiss Größe: Mit 18 Pistenkilometern und einer schwarzen Piste bist du als Könner schnell durch. Wer mehr Fläche sucht, schaut zur Schwemmalm oder in das größere Meran 2000.
- Kompromiss Einkehr: Es gibt nur wenige Hütten im Gebiet, die Auswahl ist klein.
- Kompromiss Lage: Pfelders ist ein Seitental. Du fährst von Meran durchs Passeiertal und nicht an der Autobahn entlang, ohne Auto brauchst du den Bus.
Fazit
Pfelders ist ein kleines, ruhiges Gebiet am Ende des Passeiertals. Die Pisten sind kurz, die Wege zwischen Dorf, Skischule und Lift noch kürzer, und das Kinderland am Gampen macht den Skitag mit Kindern leicht. Dazu kommen zwei Rodelbahnen, zwei Loipen und ein Dorf, in dem das Auto am Ortseingang bleibt. Wer große Zahlen sucht, wird hier nicht satt. Wer Ruhe, Übersicht und eine Familienatmosphäre will, ist in Pfelders gut aufgehoben.
Zusammengestellt aus Angaben der Skigebiete, Tourismusverbände und Fachportale, Stand November 2026. Preise und Termine können sich ändern.


