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Alta Badia: 130 Pistenkilometer, Gran Risa und Sellaronda-Anschluss

Skifahrer auf einer Piste unterhalb der Sellagruppe bei Boè in Alta Badia unter blauem Himmel
Foto: Wolfgang Moroder, CC BY-SA 3.0, zugeschnitten

Alta Badia liegt im hinteren Gadertal am Fuß der Sellagruppe und ist eines der Einstiegsgebiete der Sellaronda. Das Gebiet ist ladinisch geprägt, hat rund 130 Pistenkilometer und passt vor allem zu Genussfahrern und Familien: Mehr als die Hälfte der Pisten ist blau, die Hänge sind breit und gepflegt. Dazu kommt ein Hang mit Weltcup-Tradition, die Gran Risa, auf der am 20. und 21. Dezember 2026 wieder die Herren fahren. Dieser Guide zeigt, wie das Gebiet aufgebaut ist, für wen es sich eignet, was der Skipass in Richtwerten kostet und wie du anreist.

Das Gebiet im Überblick

Alta Badia gehört zu den Dolomiten und liegt im hinteren, südlichen Teil des Gadertals (Val Badia). Die Skiorte sind Corvara, Colfosco/Kolfuschg, La Villa/Stern, San Cassiano/St. Kassian, Badia/Abtei und La Val/Wengen. Corvara auf rund 1.568 Metern ist der zentrale Knotenpunkt der Lifte und Sitz der Tourismusgenossenschaft. Eingestiegen wird in Corvara (Col Alto, Boé), San Cassiano (Piz Sorega), La Villa (Piz La Ila) und Badia (La Crusc).

Das Skigebiet bietet insgesamt 130 Pistenkilometer. Es reicht von rund 1.300 Metern im Tal bis auf rund 2.780 Meter. Den höchsten Punkt erreichst du am Lagazuoi (2.778 Meter), dorthin führt die Seilbahn von Falzarego. Rechne mit mehr als 50 Aufstiegsanlagen. Die Pisten werden nachts präpariert, die Beschneiung ist vorhanden und wird laufend ausgebaut, ein Großteil der Pisten lässt sich beschneien.

Alta Badia gehört zum Verbund Dolomiti Superski: ein Skipass für 12 Skigebiete mit rund 1.200 Pistenkilometern und rund 450 Liften. Der Anschluss an die Sellaronda ist direkt. Wie die Runde um das Sellamassiv funktioniert, steht in unserem Dolomiten-Guide mit Sellaronda und Anreise. Hier geht es um Alta Badia selbst. Die Kulisse bilden Heiligkreuzkofel, Sassongher, Lavarela und Sella.

Pisten und Anlagen

Die Pisten verteilen sich so: 74 Kilometer sind blau (57 Prozent), 47 Kilometer rot (36 Prozent) und 9 Kilometer schwarz (7 Prozent). Alta Badia ist damit ein Gebiet für Leute, die lieber auf breiten Hängen carven als Steilstücke suchen.

Schwarze Pisten sind rar. Dazu zählt die Gran Risa in La Villa, die Weltcup-Piste, auf der jedes Jahr im Dezember die Herren Riesenslalom fahren. Im Winter 2026/27 stehen der Riesenslalom am 20. Dezember und der Slalom am 21. Dezember auf dem Programm. Eine weitere schwarze Piste ist der Vallon in Corvara. Viel mehr Steilauswahl solltest du nicht erwarten.

Eine Sonderrolle hat die Lagazuoi-Abfahrt nach Armentarola. Sie gilt als Panoramaabfahrt und führt vom höchsten Punkt des Gebiets hinunter.

Sellaronda und Skirunden

Alta Badia liegt mitten in der Sellaronda. Der Anschluss führt über die vier Pässe Campolongo, Grödner Joch, Sellajoch und Pordoijoch. Du kannst die Runde in beide Richtungen fahren, die beiden Varianten sind mittelschwer markiert. Plane mehrere Stunden ein. Das Grödner Joch verbindet Alta Badia zugleich mit Gröden. Wie dieses Gebiet aufgebaut ist, liest du im Gebietsporträt Gröden und Seiser Alm.

Für Ehrgeizige gibt es den Giro della Grande Guerra, die Skirunde des Ersten Weltkriegs. Sie ist rund 80 Kilometer lang, startet in Corvara und führt über Campolongo, Arabba, Porta Vescovo und die Marmolada-Seite bis nach Falzarego und zum Lagazuoi.

Park, Rodeln, Langlauf

Am Piz Sorega liegt ein Snowpark der Movimënt-Reihe. Oberhalb von San Cassiano führt die Rodelbahn Tru Liösa Foram ins Tal, an einzelnen Abenden ist hier Nachtrodeln möglich. Langläufer finden in Alta Badia ein Langlaufzentrum.

Neu in den letzten Wintern

Seit der Saison 2025/26 gibt es in Badia die Kabinenbahn La Crusc 1, eine 10er-Gondel, die eine Vierersesselbahn ersetzt hat. In Colfosco fährt außerdem ein neuer Sechsersessel zur Forcelles, auch er hat eine ältere Bahn abgelöst. Welche Neuerungen für 2026/27 dazukommen, ist noch nicht gesichert. Wirf deshalb kurz vor der Abreise einen Blick auf den aktuellen Pistenplan.

Für wen eignet sich das Gebiet?

Anfänger und Genussfahrer: Mehr als die Hälfte der Pisten ist blau, die Hänge sind breit und gut präpariert.

Familien: Der WinterPark La Crusc hat eine Kids-Funline, an der Talstation in Corvara liegt ein Kinderpark. Es gibt Skikindergärten und mehrere Skischulen im Tal. Kinder von 3 bis 7 Jahren (Jahrgang 2019 bis 2023) fahren gratis, wenn gleichzeitig ein Erwachsener einen Vollzahler-Skipass kauft.

Sportliche und Erfahrene: Die Gran Risa, der Vallon, die Sellaronda und der Giro della Grande Guerra sind die sportlichen Ziele. Wer vor allem steile schwarze Pisten sucht, findet nur wenig Auswahl: Nur 7 Prozent der Pisten sind schwarz.

Freerider und Tourengeher: Abseits der Pisten gelten die üblichen Regeln: Lawinenausrüstung, Kenntnisse und im Zweifel ein Bergführer. Die Grundlagen samt Lawinenkunde findest du in unserem Guide zu Skitouren für Einsteiger.

Saison und Skipass 2026/27

Die Saison startet am 4. Dezember 2026 und endet planmäßig am 4. April 2027. Das ist eine Planangabe, Schnee und Wetter können die Termine verschieben. Als Richtwert laufen die Lifte von etwa 8:30 bis 16:15 Uhr, je nach Wetter und Anlage bis etwa 16:30 Uhr. Bis zum 19. Dezember läuft die Vorsaison-Aktion Dolomiti Super Première in teilnehmenden Unterkünften, der letzte Skipass-Kauf dafür ist am 16. Dezember. Lass dir die Konditionen bei der Buchung bestätigen.

Es gibt zwei Möglichkeiten: den Alta Badia-Pass für das Tal und den Verbundpass Dolomiti Superski für alle 12 Gebiete samt Sellaronda. Der Talpass gilt für die Pisten zwischen Corvara, Colfosco, San Cassiano, La Villa und Badia sowie für die Pässe Campolongo, Falzarego und Grödner Joch.

Pass (Erwachsene) Richtwert 2026/27
Alta Badia-Pass, 1 Tag 75 bis 83 € (je nach Zeitraum, Hochsaison 83 €)
Dolomiti Superski, 1 Tag Hochsaison 89 €
Dolomiti Superski, 6 Tage Hochsaison 453 €
Dolomiti Superski, Saisonkarte im Vorverkauf 990 €
Dolomiti Superski Family 43 € pro Tag

Für den Verbundpass gilt die Hochsaison vom 20. Dezember 2026 bis 9. Januar 2027 und vom 31. Januar bis 20. März 2027. Welche Preisstufe beim Talpass an deinem Datum gilt, und was Mehrtageskarten kosten, zeigt der Preisrechner der Tourismusgenossenschaft. Beim Verbundpass liegt die Tageskarte in der Hochsaison für Junioren (Jahrgang 2009 bis 2018) bei 62 Euro, für Senioren (Jahrgang 1961 oder älter) bei 80 Euro. Wer online mindestens zwei Tage vor Gültigkeitsbeginn kauft, spart 5 Prozent.

Das sind Richtwerte. Prüfe vor dem Kauf auf den Seiten der Bergbahnen und des Verbunds, welcher Preis für dein Datum gilt. Der Verbundpass deckt alle 12 Gebiete samt Sellaronda ab. Was der Talpass über die genannten Bereiche hinaus abdeckt, klärst du vor dem Kauf bei den Bergbahnen.

Anreise

Mit dem Auto: Fahre auf der Brenner-Autobahn A22 bis zur Ausfahrt Klausen und dann über die SS242 durch das Grödental und über das Grödner Joch. Alternativ nimmst du die Ausfahrt Brixen/Vahrn, folgst der SS49 durch das Pustertal bis St. Lorenzen/Bruneck und biegst dort rechts auf die SS244 ins Gadertal ab. Aus Osttirol führt der Weg über Innichen und Bruneck nach St. Lorenzen und dann auf die SS244. Wegen der Höhenlage und der Passstraßen solltest du mit Winterreifen unterwegs sein und Schneeketten mitführen.

Mit der Bahn: Der nächste Bahnhof ist Bruneck an der Pustertalbahn, von dort fahren mehrmals täglich Busse nach Alta Badia. Auch in Brixen und Bozen kannst du auf den Bus umsteigen. Prüfe den Winterfahrplan vor der Anreise. Eine direkte Zugverbindung ins Tal gibt es nicht. Mit dem Südtirol Guest Pass kannst du Bus und Bahn in Südtirol nutzen, er ist in vielen Unterkünften enthalten.

Mit dem Flugzeug: Der Flughafen Bozen ist der nächstgelegene. Weitere Möglichkeiten sind Verona, Venedig, Mailand und Innsbruck. Die Straßenentfernungen ab Corvara betragen grob: nach Bozen rund 73 bis 75 Kilometer, nach Venedig rund 200 und nach Verona rund 250 Kilometer. Ab Bruneck sind es etwa 30 bis 40 Kilometer, ab Brixen rund 65 bis 70, ab Innsbruck rund 130 bis 150 Kilometer. Das sind Straßenangaben und keine Fahrzeiten. Fahrzeiten schwanken mit Verkehr und Wetter, rechne sie mit Navi oder Fahrplan für deinen Reisetag aus.

Vor Ort: Skibusse verbinden die Orte mit den Talstationen. Zwischen der Talstation Sompunt in Badia und Piculin am Kronplatz fährt der Skibus „Connecting Skiers“, so kommst du in die Nachbarregion. Mehr zu dem Gebiet liest du im Kronplatz-Porträt.

Hütten, Küche und Après

Die Hütten und Restaurants an den Pisten servieren Südtiroler und ladinische Küche. Im Tal gibt es mehrere Sternerestaurants. Dazu kommt das Genussprogramm „Skifahren mit Genuss“, das von Dezember bis April läuft: Sterneköche kreieren Gerichte in den Hütten, zum Auftakt gibt es die Gourmet Skisafari. Das Programm läuft auch 2026/27, Termine und Details erfragst du beim Tourismusverband.

Einige Adressen:

  • Club Moritzino am Piz La Ila: gehobene Küche, nachmittags Après-Ski mit DJ
  • Las Vegas Lodge an der Bergstation Ciampai am Piz Sorega: Küche, Sonnenterrasse, an einzelnen Tagen Live-Musik, Übernachtung möglich
  • Capanna Nera am Pralongià: rustikale Südtiroler Küche, auch ein Après-Ort
  • Ütia Edelweiss in Colfosco: Après-Ort
  • Ütia Pradat in Colfosco

Prüfe die Öffnung der einzelnen Hütten für 2026/27, bevor du deinen Tag um sie planst. Der Après-Ski in Alta Badia ist eher gemütlich als wild: kleine Bars und Hütten statt einer großen Partyszene.

Tipps und Kompromisse

  • Einstiegsort passend wählen: Je nach Unterkunft ist ein anderer Einstieg der kürzeste: Col Alto, Piz Sorega, Piz La Ila oder La Crusc. Skibusse bringen dich zu den Talstationen.
  • Helmpflicht beachten: Seit dem Winter 2025/26 gilt in ganz Italien die Helmpflicht für alle Altersgruppen auf Pisten, in Snowparks und auf Rodelbahnen. Vorher galt sie nur für unter 18-Jährige.
  • Pass bewusst wählen: Der Verbundpass deckt alle 12 Gebiete samt Sellaronda ab. Was der Talpass abdeckt, klärst du vor dem Kauf bei den Bergbahnen.
  • Weltcup einplanen: Am 20. und 21. Dezember 2026 sind die Rennen auf der Gran Risa. Unterkunft und Anreise solltest du früh klären, informiere dich beim Veranstalter zu Zuschauerhinweisen.
  • Preise gegenprüfen: Beim Talpass hängt der Preis vom Zeitraum ab. Kontrolliere ihn für dein Datum auf den offiziellen Seiten.
  • Ausrüstung abstimmen: Auf breiten, gepflegten Pisten kommt es auf Fahrtyp, Ski und Schuh an. Unsere Kaufberatung für Ski hilft bei der Auswahl.
  • Kompromiss Steilhang: Wer vor allem steile Hänge sucht, ist hier nicht am richtigen Ort.

Fazit

Alta Badia ist ein Gebiet für Genussfahrer, Familien und alle, die breite, gepflegte Hänge mögen und nebenbei die Sellaronda mitnehmen wollen. Mit der Gran Risa gibt es einen echten Weltcup-Hang, steile Pisten sind dagegen nicht der Schwerpunkt. Auch der Après-Ski bleibt gemütlich. Prüfe Preise, Termine und die Öffnung der Hütten kurz vor der Buchung.

Zusammengestellt aus Angaben der Skigebiete, Tourismusverbände und Fachportale, Stand November 2026. Preise und Termine können sich ändern.