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3 Zinnen Dolomites: Rund 115 Pistenkilometer im UNESCO-Welterbe

Das Skigebiet 3 Zinnen Dolomites liegt im Hochpustertal in Südtirol, direkt an der Grenze zu Osttirol und zur Provinz Belluno, und gehört zum UNESCO-Welterbe Dolomiten. Es ist ein klassisches Genussgebiet: rund 115 Pistenkilometer, überwiegend leichte und mittelschwere Abfahrten, gut präpariert und mit weitem Blick in die Dolomiten. Dazu kommen ein eigener Familienberg, ein paar steile Ausreißer und eine direkte Zugverbindung vom Kronplatz. Für 2026/27 ist am Helm eine neue Gondel geplant. Dieser Guide zeigt, wie das Gebiet aufgebaut ist, für wen es passt, was der Skipass in Richtwerten kostet und wie du anreist.
Das Gebiet im Überblick
Die Talorte des Gebiets sind Sexten, Vierschach, Bad Moos und Innichen, dazu kommen Toblach, Niederdorf und Prags sowie auf der Seite der Provinz Belluno Padola im Val Comelico und der Kreuzbergpass. Das Gebiet reicht von rund 1.130 bis rund 2.200 Metern. Das ist kein Gletschergebiet, dafür lassen sich alle Pisten beschneien.
Der Kern besteht aus drei Bergen, die über Pisten und Bahnen miteinander verbunden sind: dem Helm (Monte Elmo), den du von Vierschach und Sexten aus erreichst, dem Stiergarten und der Rotwand (Croda Rossa), die ab Bad Moos und Signaue erschlossen ist. Die Helmjet-Gondel ab Sexten und die Bahn von Vierschach (ab 2026/27 ist dort die neue Gondel Helmissimo geplant) führen auf den Helm, die Stiergarten- und die Drei-Zinnen-Bahn verbinden die drei Berge. Insgesamt zählt das Gebiet mehrere Skiberge und rund 30 Anlagen.
Nicht alles hängt nahtlos zusammen. Der Haunold bei Innichen ist ein eigener Familienberg ohne Pistenanschluss an den Kern, du kommst mit Zug oder Skibus hin. Auch das Val Comelico und der Kreuzbergpass planst du am besten mit Bus oder Zug ein. Dazu gibt es kleine Randgebiete mit Anfängergelände: Waldheim bei Sexten, Toblach-Rienz und Prags (Braies).
Das Gebiet gehört zu Dolomiti Superski, einem Verbund aus 12 Skigebieten mit rund 1.200 Pistenkilometern und rund 450 Liften. Mehr zur Region steht im Dolomiten-Guide mit Sellaronda und Anreise. Zusammen mit dem Kronplatz (Kronplatz-Guide) kommst du auf weit über 200 Pistenkilometer.
Pisten und Anlagen
Von den rund 115 Pistenkilometern sind etwa 10 Prozent schwarz. Der Rest ist leicht bis mittelschwer, das Gebiet liegt damit eindeutig auf der Genussseite. Die Pisten gelten als sehr gut präpariert.
Die rote Helmabfahrt nach Vierschach gilt als längste Abfahrt im Hochpustertal und ist rund 4,5 bis 5 Kilometer lang. Wer es steil mag, fährt an der Rotwand die schwarze Holzriese: Sie hat bis rund 70 Prozent Gefälle und gilt als eine der steilsten präparierten Pisten Italiens.
Eine besondere Tour ist der Giro delle Cime. Die Skirundtour führt über Helm, Stiergarten, Rotwand und den Kreuzbergpass bis ins Val Comelico und zurück. Sie ist in einem Tag machbar und rund 35 Kilometer lang. Ganz auf Ski geht es nicht, für den Rückweg brauchst du den Skibus.
Neu im Winter 2026/27
Die Neuheit des Gebiets ist die Gondel Helmissimo. Die 10er-Gondel soll von Vierschach zum Helm führen und die bisherige 6er-Gondel von 1989 ersetzen. Auch die Talabfahrt soll mit dem Bau verbreitert und neu geführt werden. Die Bahn ist für 2026/27 geplant. Stand und Eröffnung prüfst du kurz vor der Reise beim Betreiber. Der Einstieg über Sexten mit der Helmjet-Gondel bleibt eine Alternative. Weitere neue Lifte oder Pisten sind für 2026/27 nicht angekündigt.
Für wen eignet sich das Gebiet?
Anfänger: Am Haunold findest du breite, leichte Pisten. Leichtes Gelände bieten außerdem das Hasenköpfl am Helm, Bad Moos und die kleinen Randgebiete. Die Talabfahrten sind für Komplettanfänger nicht ideal, schwarze Abschnitte lassen sich aber meist umfahren. Skischulen gibt es in Innichen, Sexten, Toblach und Vierschach, Verleih in den Orten.
Familien: Der Haunold gilt als Familienberg, im Kerngebiet kommen Angebote für Kinder dazu. An der Rotwand gibt es mit dem Rudi-Rentier-Weg eine Lernpiste und eine Schneemannfamilie. Dazu kommen ein Kinder-Skicross, Funslopes an Helm und Rotwand sowie Kinderbereiche mit Förderband in Vierschach, Moos und Waldheim. An der Rotwand leben Rentiere, und das Maskottchen Rudi Rentier ist fest ins Familienangebot eingebunden. Zum Rodeln führt eine rund 5 Kilometer lange Bahn von den Rotwandwiesen nach Bad Moos, eine weitere liegt am Haunold.
Genussfahrer: Sie sind die Hauptzielgruppe. Viele blaue und rote Pisten, gute Präparierung und ein weites Panorama in den Dolomiten sprechen für das Gebiet.
Sportliche: Holzriese, Helmabfahrt und Giro delle Cime geben genug zu tun. Gleichzeitig sind nur rund 10 Prozent der Pistenkilometer schwarz. Wer ein reines Expertenrevier mit vielen schwarzen Pisten sucht, findet hier nur wenig.
Freerider und Tourengeher: Freeride-Gelände gibt es nur begrenzt. Lawinenwarnungen und Sperrungen musst du beachten. Skitouren verlangen Ausrüstung und Lawinenkunde. Die Grundlagen findest du in unserem Guide zu Skitouren für Einsteiger.
Langläufer und Winterwanderer: In den Sextner Dolomiten sind rund 200 Kilometer Loipen präpariert. Schneeschuhwandern und Winterwandern sind ebenfalls möglich.
Saison und Skipass 2026/27
Das Hauptgebiet mit Helm, Stiergarten, Rotwand und den Bahnen ab Sexten und Vierschach startet am 28. November 2026 und endet planmäßig am 4. April 2027. Das ist eine Planangabe, Schnee und Wetter können Termine verschieben. Die Randgebiete Kreuzbergpass, Haunold, Waldheim, Prags und Val Comelico öffnen früher oder später. Die Termine je Gebiet prüfst du beim Betreiber.
Gefahren wird etwa von halb neun bis halb fünf, die genauen Zeiten der einzelnen Bahnen prüfst du beim Betreiber. Am Haunold gab es in den vergangenen Wintern Nachtski und Nachtrodeln auf beleuchteten Strecken, dienstags und freitags am Abend. Ob und wann das 2026/27 wieder stattfindet, klärst du vorab beim Betreiber.
Die Tabelle zeigt die Preise für den Gebietspass und den Verbundpass, die Tages- und Mehrtagespässe jeweils in der Hochsaison:
| Pass (Erwachsene) | Preis 2026/27 |
|---|---|
| 3 Zinnen Dolomites, 1 Tag Hochsaison | 83 € |
| 3 Zinnen Dolomites, 3 Tage Hochsaison | 236 € |
| 3 Zinnen Dolomites, 7 Tage Hochsaison | 440 € |
| Dolomiti Superski, 1 Tag Hochsaison | 89 € |
| Dolomiti Superski, 6 Tage Hochsaison | 453 € |
| Dolomiti Superski, Saisonkarte im Vorverkauf | 990 € |
Außerhalb der Hochsaison ist der Gebietspass günstiger. Als Richtwert gilt ein Tagespass ab rund 75 Euro. Beim Gebietspass zahlen Jugendliche der Jahrgänge 2009 bis 2018 in der Hochsaison 58 Euro für einen Tag, Senioren (Jahrgang 1961 und älter) 76 Euro. Kinder von 3 bis 7 Jahren fahren mit einem Vollzahler-Pass kostenlos, die Altersgrenzen und Bedingungen prüfst du vor dem Kauf.
Die Hochsaison gilt beim Gebietspass grob von Weihnachten bis Anfang Januar und von Ende Januar bis Anfang März. Beim Verbundpass dauert sie länger, bis zum 20. März 2027. Schau deshalb nicht nur aufs Datum, sondern auf den jeweiligen Pass. Genaue Zeiträume prüfst du beim Betreiber. Für den Online-Kauf gibt es einen Vorteil, die Bedingungen liest du vorab nach.
Wer nur hier fährt, braucht den Verbundpass nicht, er kostet beim Tagespass in der Hochsaison 6 Euro mehr. Wer auch Kronplatz, Sellaronda oder andere Gebiete des Verbunds fahren will, vergleicht Verbundpass und Einzelpässe vorab.
Anreise
Mit dem Auto: Fahre über die Brenner-Autobahn A22 bis zur Ausfahrt Brixen/Pustertal und folge dann der Staatsstraße SS49 durchs Pustertal über Bruneck und Toblach nach Innichen und Sexten. Ab der Ausfahrt sind es gut 60 Kilometer bis Sexten. Aus Osten kommst du über Lienz in Osttirol nach Innichen. Italienische Autobahnen sind mautpflichtig, in Österreich brauchst du die Vignette. Von München rechnest du für die Fahrt nach Sexten mit rund vier Stunden. An den Talstationen gibt es kostenlose Parkplätze.
Mit der Bahn: Der Fernverkehr fährt bis Franzensfeste, dort steigst du in die Pustertalbahn um. Sie führt über Bruneck, Niederdorf und Toblach nach Innichen. Der Bahnhof Vierschach-Helm liegt am Zugang zu den Helm-Bahnen, von dort gehst du zu Fuß zur Talstation. Ob die neue Gondel ab Vierschach zum Saisonstart läuft, klärst du vorab beim Betreiber, über Sexten (Helmjet) kommst du ebenfalls auf den Helm. Nach Sexten selbst fährt von Innichen oder Niederdorf ein Ortsbus. Aus dem Osten reist du per Bahn über Salzburg, Spittal und Lienz nach Innichen und steigst dort in den Bus.
Mit dem Flugzeug: Als Flughäfen kommen Innsbruck, Bozen, Treviso, Venedig, Verona und München in Frage.
Vor Ort: Skibusse bringen dich von den Unterkünften zu den Talstationen. Mit dem Südtirol Guest Pass, der Gästekarte, ist der öffentliche Nahverkehr inklusive. Das Val Comelico und der Kreuzbergpass sind per Skibus erreichbar.
Eine Besonderheit ist der Ski Pustertal Express. Der Zug verbindet den Kronplatz (Ried bei Percha) mit dem Bahnhof Vierschach-Helm, die Skischuhe musst du dafür nicht ausziehen. Die Fahrt dauert rund 30 bis 40 Minuten. Mit dem Südtirol Guest Pass nutzt du ihn im Winter ohne Zusatzticket.
Hütten, Küche und Après
Entlang der Pisten gibt es Hütten und Bergrestaurants, die überwiegend Südtiroler Küche servieren. Der Hennstoll an der Talstation Signaue (Drei-Zinnen-Bahn) ist eine rustikale Hütte mit Stuben. Die Rudi Hütte an der Bergstation der Rotwandwiesen hat eine Sonnenterrasse und serviert Kuchen sowie Wild und andere Südtiroler Gerichte.
Beim Après-Ski ist der Hauptort die Max Alm an der Talstation in Vierschach, ein Pub mit Disco, am Wochenende gibt es DJs oder Livemusik. Ansonsten ist es abends ruhig: wenig Nachtleben, dafür entspanntes Abendessen im Ort. Zur Weihnachtszeit gibt es in Innichen einen Weihnachtsmarkt, die Termine findest du beim Tourismusverband.
Tipps und Kompromisse
- Helmissimo prüfen: Informiere dich vor der Reise beim Betreiber, ob die neue Gondel läuft. Über Sexten und die Helmjet-Gondel kommst du auch auf den Helm.
- Einstieg passend wählen: Vierschach, Sexten und Bad Moos führen in unterschiedliche Teile des Kerngebiets. Die Talstation Vierschach-Helm liegt am Bahnhof, ob dort 2026/27 die neue Gondel fährt, klärst du vorab.
- Extra-Tag für die Randgebiete: Haunold, Val Comelico und Kreuzbergpass hängen nicht nahtlos am Kerngebiet. Plane Zug oder Bus ein und rechne mit Umsteigen.
- Pass bewusst wählen: Die Hochsaison-Zeiträume von Gebietspass und Verbundpass unterscheiden sich. Prüfe, welcher Preis für dein Datum gilt.
- Kompromisse akzeptieren: Das Gebiet hat keinen großen Snowpark, keinen Gletscher und liegt auf maximal rund 2.200 Metern. Es lebt vom Genussfahren, nicht vom Tiefschnee.
- Ausrüstung abstimmen: Auf gepflegten Pisten kommt es auf Fahrtyp, Ski und Schuh an. Unsere Kaufberatung für Ski hilft bei der Auswahl.
Fazit
3 Zinnen Dolomites ist ein Gebiet für Familien, Genussfahrer und alle, die gepflegte, überwiegend leichte bis mittelschwere Pisten und eine lange Talabfahrt mögen. Sportliche finden mit der Holzriese und der Helmabfahrt etwas zu tun, für Tiefschnee und Parkfahrer ist es weniger gemacht. Ein Plus ist die Zugverbindung zum Kronplatz, der Haunold als Familienberg und die Auswahl an Rodel- und Winterangeboten. Klär vor der Buchung die Lage bei der neuen Helm-Gondel und prüfe Preise und Termine beim Betreiber.
Zusammengestellt aus Angaben der Skigebiete, Tourismusverbände und Fachportale, Stand November 2026. Preise und Termine können sich ändern.


