Regionen / Tirol & Alpine Knotenpunkte · Ratgeber

Skigebiete im Zillertal: Arena, Mayrhofen und Hintertuxer Gletscher

Skifahrer an einem Schlepplift auf dem verschneiten Hintertuxer Gletscher, dahinter ein Felsgrat unter tiefblauem Himmel
Foto: Matti Blume, CC BY-SA 4.0, zugeschnitten

Hinter Jenbach zweigt das Zillertal vom Inntal ab und läuft auf gut 30 Kilometern fast ohne Steigung bis Mayrhofen. Erst im hinteren Tuxertal wird es alpin: Dort trägt der Hintertuxer Gletscher Skibetrieb bis auf 3.250 Meter, und schon im Oktober liegt Schnee für die ersten Abfahrten. An den Flanken des Tals reihen sich vier Großgebiete, zu denen auch das kleine Spieljoch zählt, und ein gemeinsamer Skipass führt in alle. Das Zillertal funktioniert deshalb anders als ein einzelnes Skigebiet: Du entscheidest jeden Tag neu, ob du steil, weit, familiär oder hoch fahren willst.

Das Tal im Überblick

Von der Talmündung nach hinten findest du diese Gebiete:

Gebiet Orte Pistenkilometer Schwerpunkt
Spieljoch Fügen rund 21 Familien, ruhig
Hochzillertal-Hochfügen Kaltenbach, Hochfügen rund 90 breite Carving-Hänge, Freeride
Zillertal Arena Zell am Ziller, Gerlos, Königsleiten, Hochkrimml rund 150 Weite, Familien, mittelschwer
Mayrhofen (Penken, Ahorn) Mayrhofen, Finkenberg, Tuxertal 142 Steilhänge, Snowpark, Genusspisten
Hintertuxer Gletscher Hintertux rund 64 Schneesicherheit, Höhe

Der Zillertaler Superskipass gilt in vier Großgebieten: der Zillertal Arena, Mayrhofen, der Ski- und Gletscherwelt Zillertal 3000 mit dem Hintertuxer Gletscher sowie Hochzillertal-Hochfügen-Spieljoch. Mayrhofen und die Ski- und Gletscherwelt teilen sich die Bahnen im Tuxertal (Eggalm, Rastkogel) und in Finkenberg. In der Tabelle sind sie bei Mayrhofen eingerechnet, der Gletscher steht für sich.

Die Arena, Mayrhofen, der Hintertuxer Gletscher und Hochzillertal-Hochfügen bilden jeweils einen eigenen Skiraum. Innerhalb von Hochzillertal und Hochfügen sind die Hänge dagegen verbunden. Das Spieljoch liegt getrennt über Fügen. Zwischen den Gebieten bringt dich der Skibus, der im Pass enthalten ist, von der Arena zum Spieljoch brauchst du Bus oder Auto.

Pisten und Anlagen

Zillertal Arena: das größte Gebiet

Die Arena ist mit rund 150 Pistenkilometern und 52 Anlagen das größte Gebiet im Tal. Sie reicht von Tirol bis in den Salzburger Pinzgau. Du steigst in Zell am Ziller auf rund 580 Metern ein, in Gerlos, in Königsleiten auf 1.600 Metern oder in Hochkrimml. Die höchsten Pisten liegen am Übergangsjoch auf 2.500 Metern.

Das Gebiet ist klar mittelschwer geprägt: Etwa ein Drittel der Pisten ist leicht, rund 60 Prozent sind mittel und etwa 8 Prozent schwer. Die längste Abfahrt ist die Höhenfresser-Tour vom Übergangsjoch nach Zell, rund 10 Kilometer mit knapp 2.000 Höhenmetern. Familien finden in Gerlosstein ein eigenes Gebiet, das vom 18. Dezember 2026 bis 29. März 2027 läuft.

Mayrhofen: Penken und Ahorn

Mayrhofen steht für zwei Charaktere. Der Penken ist der Actionberg mit steilen Abfahrten, einer Skimovie-Strecke und dem PenkenPark. Dort liegt auch die Harakiri-Piste mit bis zu 78 Prozent Gefälle. Der Ahorn dagegen ist der Genießerberg: breite Pisten zum Carven, ein Familienbereich und eine Talabfahrt von rund 5,5 Kilometern nach Mayrhofen. Auf den Penken gelangst du mit der Penkenbahn in Mayrhofen, der Horbergbahn in Schwendau oder der Möslbahn am Hochschwendberg.

Das Mayrhofner Gebiet kommt gemeinsam mit den Bahnen im Tuxertal (Rastkogel, Eggalm) auf 142 Pistenkilometer und 61 Anlagen. Knapp ein Drittel der Pisten ist leicht, fast die Hälfte mittel und knapp ein Viertel schwer. Rund 89 Prozent der Pistenfläche liegen über 1.700 Metern.

Hintertuxer Gletscher: Schnee im Herbst

Der Gletscher ist das hochalpine Gebiet des Tals: rund 64 Pistenkilometer, rund 20 Anlagen, Pisten von etwa 1.500 bis 3.250 Metern. Gut die Hälfte ist mittelschwer, gut ein Viertel leicht und knapp ein Fünftel schwer. Dazu kommen Freeride-Gelände, der Betterpark mit seinen Sprüngen und eine Funslope an der Sommerbergalm.

Beliebt ist die Gletscherrunde: Sie führt in einem Tag mit mehr als 60 Pistenkilometern und mehr als 15.000 Höhenmetern vom Gletscher über Eggalm, Rastkogel und Finkenberg bis nach Mayrhofen, mit einem kurzen Stück per Skibus. Du fährst sie mit dem Gletscher-Tagesskipass oder dem Superskipass. Wie in Sölden beginnt hier der Winter im Herbst auf dem Eis.

Hochzillertal-Hochfügen und Spieljoch

Ab Kaltenbach führen zwei Gondeln in ein Gebiet mit rund 90 Pistenkilometern. Es ist ein weiter Kessel mit breiten, leichten bis mittleren Carving-Pisten, ein großes Übungsgelände liegt oben am Berg. Etwa ein Drittel der Pisten ist leicht, knapp die Hälfte mittel und knapp ein Fünftel schwer. Hochfügen, mit Hochzillertal verbunden, gilt zudem als Freeride-Ecke mit Skirouten.

Das Spieljoch über Fügen ist mit rund 21 Pistenkilometern und 10 Anlagen das kleinste der Gebiete. Knapp 60 Prozent der Pisten sind mittelschwer. Dazu gehören ein Übungsgelände an der Talstation, ein Kinderbereich mit Betreuung an der Bergstation, eine Talabfahrt von rund 7 Kilometern und eine 5,5 Kilometer lange Rodelbahn. Die schwarze Piste Heiße Kante ist 2,7 Kilometer lang.

Neu im Winter 2026/27

Am Hintertuxer Gletscher ersetzt eine 10er-Gondel zum Tuxer Fernerhaus (2.660 Meter) eine über 40 Jahre alte Vierer-Bahn. In Hochzillertal kommt an der Funslope ein zusätzlicher Schlepplift dazu.

Auch beim Pass ändert sich etwas: Der Epic Pass gilt im Winter 2026/27 in Mayrhofen, am Hintertuxer Gletscher, in der Zillertal Arena, in Hochzillertal-Hochfügen und am Spieljoch. Inhaber haben fünf aufeinanderfolgende Skitage im Tal, der Epic Local Pass und der Epic Day Pass sind ausgenommen.

Für wen eignet sich das Zillertal?

Anfänger: Das Spieljoch hat ein Übungsgelände an der Talstation, der Ahorn breite Pisten, am Hochzillertal gibt es ein großes Übungsgelände am Berg. In der Arena ist etwa ein Drittel der Pisten leicht, am Gletscher gut ein Viertel.

Familien: Der Ahorn, Gerlosstein in der Arena, das Spieljoch mit Kinderbetreuung und das Hochzillertal haben Übungsflächen und Kinderbereiche. Kinder des Jahrgangs 2021 und jünger fahren mit zahlenden Erwachsenen kostenlos.

Sportliche: Der Penken mit Harakiri, die lange Talabfahrt der Arena und die Gletscherrunde sind die Aufgaben des Tals. Schwarze Pisten gibt es auch in Hochzillertal-Hochfügen und am Spieljoch.

Freerider: Der Gletscher und Hochfügen bieten Gelände abseits der Piste. Skirouten sind nicht präpariert und nicht gesichert. Lies vor jeder Tour den Lawinenbericht des Landes Tirol (lawinen.report oder die App „Lawine Tirol“) und nimm Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS), Schaufel und Sonde mit. Einsteiger gehen mit einem Bergführer. Grundlagen findest du in unserem Guide zu Skitouren für Einsteiger.

Snowparker: Der PenkenPark in Mayrhofen und der Betterpark am Gletscher sind die Anlaufstellen.

Wer Ruhe sucht: Das Spieljoch ist klein und überschaubar. Für größere Auswahl zieht es die meisten in die Arena oder nach Mayrhofen.

Saison und Skipass 2026/27

Die Hauptsaison läuft in den meisten Gebieten vom 4. Dezember 2026 bis 11. April 2027. In Mayrhofen fährt die Ahornbahn erst ab dem 12. Dezember, das Spieljoch ist vom 11. Dezember bis 29. März geöffnet, Hochzillertal-Kaltenbach öffnet am 5. Dezember. Der Hintertuxer Gletscher ist seit Oktober offen und fährt im Winter bis Anfang Mai.

Der Zillertaler Superskipass gilt ab zwei Tagen in allen Gebieten. Karten bis eineinhalb Tage gelten nur im jeweiligen Gebiet. Er umfasst die Skibusse und die meisten öffentlichen Verkehrsmittel im Tal. Die Tabelle zeigt die Preise für Erwachsene:

Dauer Preis 2026/27
1 Tag (Einzelkarte) 82 €
2 Tage 163,50 €
3 Tage 241 €
5 Tage 372,50 €
7 Tage 458,50 €
10 Tage 630 €

Wer nicht am Stück fährt, nimmt eine flexible Karte: 4 von 6 Tagen kosten 317,50 Euro, 5 von 7 Tagen 391 Euro. Jugendliche (Jahrgang 2008 bis 2011) und Kinder (Jahrgang 2012 bis 2020) zahlen weniger, Kinder des Jahrgangs 2021 und jünger fahren in Begleitung eines zahlenden Erwachsenen gratis. Mit 82 Euro für die Tageskarte liegt das Zillertal etwas unter dem Niveau von Sölden und Ski Arlberg.

Preise und Termine ändern sich: Prüf sie vor der Buchung bei den Bergbahnen.

Anreise

Mit dem Auto: Fahre auf der A12, der Inntalautobahn, bis zur Ausfahrt Zillertal und von dort auf der Talstraße. Von der Ausfahrt bis Mayrhofen sind es gut 30 Kilometer, bis Hintertux etwa 50. Auf den österreichischen Autobahnen brauchst du eine Vignette. Zwischen 1. November und 15. April gilt in Österreich eine Winterausrüstungspflicht, allerdings nur bei Schnee, Matsch oder Eis auf der Fahrbahn: Dann brauchst du Winterreifen mit mindestens 4 Millimetern Profil (M+S oder Alpinsymbol) oder Schneeketten auf mindestens zwei Antriebsrädern. Die Strafe liegt bei rund 100 Euro.

Mit der Bahn: Jenbach liegt an der Hauptstrecke Wien, Salzburg, Innsbruck, Bregenz. Dort steigst du in die Zillertalbahn, die tagsüber etwa im Halbstundentakt bis Mayrhofen fährt. Weiter nach Finkenberg und ins Tuxertal geht es mit dem Bus. Die Linie 4104 verbindet den Bahnhof Mayrhofen ganzjährig mit der Gletscherbahn in Hintertux. Im Winter 2026/27 kommen von Dezember bis April zwei Skibus-Linien ab dem Bahnhof Mayrhofen dazu: die Red Line zu den Bahnen in Finkenberg, am Rastkogel und an der Eggalm sowie die Green Line zu allen Bahnen bis Hintertux. Der Skibus Hintertux fährt von Oktober bis Mai zwischen Dorf und Gletscher. Fahrpläne stehen bei den Betreibern.

Mit dem Flugzeug: Der nächste Flughafen ist Innsbruck, je nach Talstation rund 75 bis 95 Kilometer entfernt. Alternativen sind München und Salzburg. Mehr zur Region im Überblick über die Skigebiete rund um Innsbruck.

Hütten, Küche und Après

Après-Ski gibt es vor allem in Mayrhofen, mit Hütten und Bars. Anfang April findet dort das Snowbombing-Festival statt. Sonst steht im Zillertal das Skifahren im Vordergrund.

Tipps und Kompromisse

  • Helm: In Tirol gibt es keine gesetzliche Helmpflicht, weder für Erwachsene noch für Kinder und Jugendliche. Ein Helm wird empfohlen. In Südtirol gilt seit dem Winter 2025/26 Helmpflicht für alle, siehe Südtirol-Überblick. Die Rechtslage prüfst du vor der Reise noch einmal.
  • Pro Tag ein Gebiet: Weil die Gebiete getrennt liegen, planst du am besten einen Tag pro Gebiet. Der Skibus kostet im Pass nichts, aber Zeit.
  • Gletscher früh nutzen: Wenn du im Herbst oder im Frühjahr kommst, ist der Hintertuxer Gletscher dein Gebiet, die anderen starten erst Anfang Dezember.
  • Einzelkarte oder Superskipass: Für einen einzelnen Tag in einem Gebiet reicht die Tageskarte. Wer das Tal wechseln will, braucht mindestens zwei Tage.
  • Ausrüstung: Bei Steilhang und Gletscher lohnt es sich, Ski und Schuh auf deinen Fahrtyp abzustimmen. Orientierung gibt unsere Kaufberatung für Ski.

Fazit

Das Zillertal ist keine Skischaukel, sondern ein Pass für fünf Gebiete mit unterschiedlichen Aufgaben: Mayrhofen für Steilhänge und Snowpark, die Arena für Weite und Kilometer, der Hintertuxer Gletscher für Höhe und frühen Schnee, Hochzillertal-Hochfügen für breite Pisten und das Spieljoch für ruhige Familientage. Den Superskipass gibt es ab zwei Tagen, und er funktioniert, wenn du bereit bist, zwischen den Gebieten Bus zu fahren. Wer lieber ein zusammenhängendes Gebiet sucht, ist anderswo besser aufgehoben.

Zusammengestellt aus Angaben der Skigebiete, Tourismusverbände und Fachportale, Stand November 2026. Preise und Termine können sich ändern.