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Ski Arlberg: Rund 300 Pistenkilometer und ein Skipass

Weite Pisten am Sonnenkopf im Skigebiet Ski Arlberg, dahinter verschneite Berge
Foto: Martin Weinhardt, CC BY 3.0, zugeschnitten

Ski Arlberg verbindet St. Anton, St. Christoph, Stuben, Lech, Oberlech, Zürs, Zug sowie Warth und Schröcken zu einem Gebiet mit einem gemeinsamen Skipass und rund 300 Pistenkilometern. Vermarktet wird es als größtes zusammenhängendes Skigebiet Österreichs. Die Region hat Skigeschichte: Der Skiclub Arlberg besteht seit 1901, und Hannes Schneider sowie die nach dem Gebiet benannte Arlberg-Technik gelten als Meilensteine des alpinen Skilaufs. Heute steht das Gebiet für zwei Dinge: Pistenfahrer können hier mehrere Tage unterwegs sein, ohne eine Abfahrt zu wiederholen, und Freerider finden rund 200 Kilometer Skirouten und Tiefschneeabfahrten. Dieser Guide ordnet das Gebiet für den Winter 2026/27 ein: Zahlen, Pisten, Zielgruppen, Skipass, Anreise und die Kompromisse, die du kennen solltest.

Das Gebiet im Überblick

Der Arlberg liegt im Grenzbereich von Tirol und Vorarlberg. Das Gebiet besteht aus mehreren Ortsgruppen: St. Anton mit St. Christoph und Stuben auf der einen Seite, Lech mit Oberlech, Zürs und Zug auf der anderen, dazu Warth und Schröcken. Insgesamt zählt der Verbund 85 Bahnen und Lifte. Die Pisten liegen zwischen etwa 1.300 und 2.800 Metern, der höchste Punkt ist die Valluga mit 2.811 Metern. Rund 70 Prozent der Pisten lassen sich beschneien.

Die Pistenkilometer variieren je nach Zählung zwischen knapp 300 und 305. Wir bleiben deshalb bei „rund 300", das reicht für die Planung völlig. Dazu kommen rund 200 Kilometer Skirouten im freien Gelände. Die sind weder präpariert noch gesichert, mehr dazu weiter unten.

Zwei Bahnen halten das Gebiet zusammen:

  • Flexenbahn: Die 10er-Gondel zwischen Zürs und Alpe Rauz beziehungsweise Stuben ist rund 1,8 Kilometer lang und befördert etwa 2.400 Personen pro Stunde. Sie ist seit dem Dezember 2016 in Betrieb und schloss die Lücke zwischen den Gebieten um St. Anton und um Lech und Zürs.
  • Auenfeldjet: Die Gondel von Lech (Weibermahd) nach Warth-Schröcken wurde am 13. Dezember 2013 eröffnet. Seitdem gehört Warth-Schröcken zu Ski Arlberg. Eine durchgehende Piste gibt es auf dieser Strecke nicht, die Rückfahrt ist nur per Gondel möglich.

Für den Wechsel zwischen den Gebietsteilen bist du also auf diese Bahnen und ihre Betriebszeiten angewiesen.

Pisten und Anlagen

Die Pisten verteilen sich grob so: rund 43 Prozent sind leicht, 40 Prozent mittel und 17 Prozent schwer. In Kilometern sind das etwa 130 leichte, 120 mittelschwere und 50 schwere Pistenkilometer. Das Gebiet ist also kein reines Könnergebiet, sondern hat einen großen Anteil an Pisten, die auch Einsteigern und Genussfahrern liegen. Wegen der Größe lässt sich der Arlberg mehrere Tage befahren, ohne dass du dieselben Abfahrten wiederholst.

Drei Dinge prägen das Pistenangebot:

  • Weißer Ring: Die rund 22 Kilometer lange Skirunde bei Lech und Zürs verbindet Lech, Zürs, Zug und Oberlech.- Run of Fame: Der Rundkurs führt durch das ganze Gebiet und ist für sportliche Fahrer an einem Tag machbar. Zu Länge und Höhenmetern kursieren je nach Ausbaustand sehr unterschiedliche Zahlen, deshalb nennen wir keine. Plane in jedem Fall die Betriebszeiten der Verbindungsbahnen mit ein.
  • Valluga: Mit 2.811 Metern ist sie der höchste Punkt des Gebiets. Ohne Bergführer reicht der Zugang nur bis rund 2.645 bis 2.650 Meter, dem Vallugagrat. Der Gipfelbereich mit Freeride-Abfahrten wie der Valluga Nord ist für geführte Touren vorgesehen.

Neue Bahnen für den Winter 2026/27 konnten wir nicht belegen. Wenn du dich dafür interessierst, schau auf die aktuelle Seite der Bergbahnen.

Für wen eignet sich das Gebiet?

Anfänger: Mit rund 43 Prozent leichten Pisten gibt es viel Auswahl. Übungsbereiche findest du unter anderem in Oberlech und in Schröcken, und Skischulen gibt es vor Ort. Die Größe kann trotzdem überfordern: Lange Wege und Seitenwechsel sind für Einsteiger anstrengender als in einem übersichtlichen Gebiet.

Familien: Kinderbereiche gibt es in mehreren Orten, etwa in Lech, Zürs, St. Anton, Warth und Schröcken. Das Angebot ist breit, doch die Größe und die Wege fordern Kinder und Eltern. Manche Familien sind in einem kleineren, überschaubaren Gebiet besser aufgehoben. Ideen dafür findest du in unserem Überblick zu kleinen Skigebieten abseits der großen Namen.

Sportliche Fahrer: Rund 17 Prozent schwarze Pisten und der Run of Fame bieten genug Stoff. Wer Strecke und Höhenmeter sucht, wird hier fündig.

Freerider: Das Angebot an Variantenabfahrten ist groß, und der Arlberg gilt als Freeride-Hotspot. Die Abfahrten sind aber ungesichert, unpräpariert und hängen von der Lawinenlage ab. Jede Person trägt die Verantwortung selbst. Als Kern der Sicherheitsausrüstung gelten Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS) und Sonde, und die Kameradenrettung damit solltest du üben. Wer im freien Gelände Einsteiger ist, sollte mit einem zertifizierten Berg- und Skiführer losgehen. Die Grundlagen zu Ausrüstung und Lawinenkunde erklären wir in unserem Guide zu Skitouren für Einsteiger.

Saison und Skipass 2026/27

Die Saison beginnt für die Gebiete St. Anton, St. Christoph und Stuben sowie Lech, Oberlech und Zürs am 2. Dezember 2026 und endet am 18. April 2027. Beide Termine stehen mit dem Zusatz „eingeschränkter Betrieb möglich" bei den Bergbahnen. Start und Ende hängen von Wetter und Schneelage ab und können sich verschieben. Die Termine gelten ausdrücklich nur für diese beiden Gebietsteile. Für Warth-Schröcken und die übrigen Teile des Verbunds prüfst du die Betriebszeiten direkt beim Betreiber.

Der Skipass gilt für das gesamte Gebiet. Die Preise für 2026/27 sind vorläufig: Auf den offiziellen Preisseiten stand bei der Recherche, dass sie noch finalisiert werden. Eine Preisübersicht der Bergbahnen mit Stand August 2026 nennt die folgenden Werte für Erwachsene, mit dem Vermerk, dass Änderungen vorbehalten sind. Den Tagespreis von 85 Euro nennen auch weitere Seiten, endgültig ist er damit aber noch nicht.

Dauer Erwachsene (vorläufig)
1 Tag 85 €
2 Tage 168 €
3 Tage 251 €
4 Tage 331 €
5 Tage 405 €
6 Tage 468 €

Behandle die Beträge als Richtwert und prüfe sie vor der Buchung auf der Seite der Bergbahnen. Tarife für Kinder, Jugend und Saisonkarten findest du ebenfalls bei den Bergbahnen.

Anreise

Mit dem Auto: Für Österreichs Autobahnen brauchst du die Vignette. Winterreifen sind vom 1. November bis 15. April vorgeschrieben, und Schneeketten solltest du mitführen. Nach Lech und Zürs kommst du von Osten über Innsbruck und das Stanzertal, von Westen über Bregenz und das Klostertal. Die letzte Etappe führt über die Flexenpassstraße durch die Flexengalerie. Die Straße zwischen Warth und Lech ist im Winter gesperrt. Wer von Lech oder Zürs nach Warth-Schröcken will, fährt mit dem Auenfeldjet.

Mit der Bahn: Der Bahnhof St. Anton liegt mitten im Ort und ist ein Fernverkehrshalt, auch für internationale Züge. Die Talstationen, zum Beispiel die Galzigbahn, erreichst du vom Bahnhof zu Fuß. Nach Lech und Zürs geht es mit dem Bus ab St. Anton oder ab Bahnhof Langen am Arlberg weiter.

Mit dem Flugzeug: Als Flughäfen kommen Innsbruck, Friedrichshafen, Memmingen und Zürich infrage, Salzburg liegt weiter entfernt. Kilometerzahlen nennen wir bewusst nicht: Die Angaben unterscheiden sich je nach Messweise (Luftlinie oder Straße) und Zielort St. Anton oder Lech deutlich. Verlässliche Fahrzeiten gibt es ebenfalls nicht, denn sie hängen stark von Route, Jahreszeit und Wetter ab. Rechne deine Strecke deshalb mit einem Routenplaner nach. Wer ab Innsbruck startet, findet in unserem Überblick zu den Skigebieten rund um Innsbruck weitere Gebiete in der Umgebung.

Straßensperren: Bei kritischer Lawinenlage werden Zufahrten gesperrt, und einzelne Orte sind dann zeitweise nicht erreichbar. Solche Sperren sind in der Regel von kurzer Dauer, doch prüfe vor der Abreise den aktuellen Straßenbericht, zum Beispiel beim ÖAMTC.

Hütten, Küche und Après

St. Anton gilt als Après-Ski-Hochburg. Immer wieder genannt werden der Mooserwirt und das Krazy Kanguruh an der Talabfahrt. Solche Einschätzungen stammen teils aus Tourismustexten, nimm sie also als Orientierung und nicht als Garantie.

Lech und Zürs haben ein anderes Image: exklusiv, mit gehobener Hotellerie und einem Ruf, der bis zu Jetset und Königshäusern reicht. Zugleich wird die Gegend als bodenständig und sportlich beschrieben. Das Preisniveau in den Orten ist insgesamt hoch.

Tipps und Kompromisse

  • Verbindungsbahnen: Flexenbahn und Auenfeldjet haben feste Betriebszeiten. Nach Betriebsschluss kommst du nicht mehr per Ski zurück. Plane den Rückweg also vorher und fahr rechtzeitig los, vor allem auf der Warth-Seite, wo die Rückfahrt nur per Gondel möglich ist.
  • Warth-Schröcken im Winter: Das Gebiet ist gegenüber Lech per Gondel angebunden, aber nicht über Piste oder Straße. Wer dort übernachtet oder wieder zurück will, sollte die Verbindung fest einplanen.
  • Preisniveau: Das Niveau ist bei Skipass und in den Orten hoch, Lech und St. Anton gelten als exklusiv. Kalkuliere dein Budget entsprechend.
  • Lawinenlage und Zufahrt: Bei kritischer Lage sind Straßensperren möglich. Plane einen Puffer ein und informiere dich vor der Anreise.
  • Freeride: Auch wenn der Arlberg als Freeride-Revier gilt, sind die Abfahrten kein Pistenersatz. Geh nur mit Ausrüstung, Übung und, wenn du unsicher bist, mit einem Bergführer.
  • Ausrüstung: Wer Pisten und Tiefschnee kombiniert, findet Orientierung in unserer Ski-Kaufberatung nach Fahrtyp, Kategorie und Länge.

Fazit

Ski Arlberg ist ein großes, abwechslungsreiches Gebiet mit rund 300 Pistenkilometern, einem Skipass und einem großen Freeride-Angebot. Es eignet sich für Genussfahrer und Sportliche ebenso wie für geführte oder gut vorbereitete Freerider. Familien und Einsteiger sollten die Größe und die Wege einkalkulieren, und für alle gilt: Preise sind hoch, die Verbindungsbahnen haben feste Zeiten, und die Skipasspreise für 2026/27 sind noch vorläufig.

Zusammengestellt aus Angaben der Skigebiete, Tourismusverbände und Fachportale, Stand November 2026. Preise und Termine können sich ändern.