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St. Johann in Tirol: Harschbichl, Eichenhof und die neue Jodlalm-Gondel

Blick aus der Seilbahn an einem Stahlmast hinab auf St. Johann in Tirol und das grüne Tal im Sommer
Foto: Memorator, CC BY-SA 2.5, zugeschnitten

Am Morgen liegt St. Johann noch im Talschatten, und über den Dächern des Ortes fangen die Felswände des Wilden Kaisers das erste Licht. Von der Talstation am Rand des Zentrums hebt die Gondel ab, gleitet durch den Wald und setzt dich oben am Harschbichl ab, auf 1.604 Metern. Du stehst unterhalb des Kitzbüheler Horns, die Hänge laufen in mehrere Richtungen ins Tal, und der Wilde Kaiser bleibt über weite Teile des Tages im Blick.

Das Gebiet ist kein Rekordjäger. Es hat rund 40 Pistenkilometer, fünf Gondelbahnen, drei Einstiege und mehr als ein Dutzend Hütten, und es setzt auf das, was in der Mitte liegt: lange Talabfahrten, Kinderländer, Einkehr mit Bedienung am Tisch. Im Winter 2026/27 kommt mit der Jodlalmbahn eine neue 10er-Gondel dazu. Das Gebiet passt zu Familien und Genussfahrern.

Das Gebiet im Überblick

Drei Einstiege, ein Berg

Das Skigebiet liegt an der Nordflanke des Kitzbüheler Horns, direkt am Ort St. Johann in Tirol und in Oberndorf. Sein Gipfel ist der Harschbichl. Du steigst an einer von drei Stellen ein: nahe dem Ortszentrum von St. Johann, am Eichenhof oder in Oberndorf. Von oben führen Talabfahrten zu allen Talstationen, du kommst also an jedem Punkt wieder heraus und musst nicht dorthin zurück, wo du gestartet bist.

Das macht das Gebiet übersichtlich. Du wählst morgens eine Seite, fährst über den Tag mehrere Runden und legst die Hütten dazwischen. Weil an jedem Einstieg ein eigener Kinderbereich liegt, können Familien sich aufteilen: Die einen üben unten, die anderen fahren oben.

Die Zahlen

Das Gebiet hat rund 40 Pistenkilometer zwischen 659 und 1.604 Metern. Fast alle Pisten lassen sich beschneien. Die Pisten sind überwiegend leicht und mittelschwer, dazu kommt eine schwarze Piste. Mit der neuen Jodlalmbahn sind es fünf Gondelbahnen, dazu zwei Sesselbahnen und zwei Schlepplifte. Die Anlagen laufen täglich von 8:30 bis 16:00 Uhr.

Pässe und Nachbarn

Neben dem Tagesskipass des Gebiets gelten hier mehrere Mehrtagespässe. Die 3 Länder Freizeit-Arena verbindet St. Johann mit Gebieten in Tirol, Salzburg und Bayern, darunter die Steinplatte bei Waidring und die Buchensteinwand im Pillerseetal. Die SuperSkiCard Salzburg & Kitzbüheler Alpen gilt in 23 Skiregionen, darunter KitzSki und die SkiWelt Wilder Kaiser Brixental. Wer nur einen Tag an einem Hang sucht, bleibt in St. Johann. Wer eine Woche in der Region fährt, rechnet beide Pässe durch. In Kirchdorf liegt ein eigenes kleines Familiengebiet, das Yappys Winterland Kirchdorf. Einen Überblick über alle Gebiete bietet das Verzeichnis der Tiroler Skigebiete.

Lifte und Anlagen

Gondeln als Rückgrat

St. Johann ist ein Gondelgebiet. Fünf Anlagen sind Gondelbahnen, und sie bringen dich von allen drei Einstiegen nach oben.

Vom Ortsrand führt die Harschbichlbahn in zwei Sektionen mit Mittelstation auf den Gipfel. Beide Sektionen sind Sechser-Gondeln aus dem Jahr 1987. Am Eichenhof fährt eine 10er-Gondel, daneben eine 6er-Sesselbahn mit Haube und Sitzheizung. Beide stammen von 2017. In Oberndorf liegt die Talstation der Bauernalmbahn, einer 8er-Gondel, dazu kommen der 4er-Sessel Penzing und der Tauwiesenlift, ein Schlepplift mit Kinderland. Der zweite Schlepplift ist der Tannlift.

Neu im Winter 2026/27: die Jodlalmbahn

Die Jodlalmbahn ist die große Neuheit. Eine 10er-Gondel (Einseilumlaufbahn) ersetzt den Doppelsessellift Jodlalm von 1981, der als langsam und als Engpass im Gebiet galt. Die neue Bahn ist gut zwei Kilometer lang, schafft bis zu 2.400 Personen pro Stunde und braucht für die Fahrt etwa sieben Minuten. Die Bergstation liegt direkt am Harschbichl, du erreichst den Gipfel also ohne Umsteigen. Die Talstation wandert etwas nach Nordwesten. Die Bahn soll im Dezember 2026 in Betrieb gehen, geplant ist der 6. Dezember, zwei Tage nach dem Saisonstart des Gebiets.

Pisten nach Können

Anfänger und Familien

Das Gebiet ist auf den Anfang zugeschnitten. An den Einstiegen liegen Kinderländer mit Zauberteppichen, Förderbändern und kostenlosen Übungsliften: am Eichenhof, am Hochfeld in St. Johann und an den Tauwiesen in Oberndorf. Darüber warten leichte Pisten für die ersten richtigen Abfahrten.

Mittelstufe: lange Abfahrten

Wer sicher fährt, bekommt Strecke. Die längste Abfahrt führt vom Harschbichl hinunter zum Eichenhof und ist rund acht Kilometer lang. Vom Gipfel führen mehrere Talabfahrten zu den Talstationen, und du entscheidest erst oben, auf welcher Seite du wieder ankommst.

Sportliche: die Sauregg-Abfahrt

Die schwarze Piste des Gebiets ist die Sauregg-Abfahrt, Piste 7. Sie ist als FIS-Strecke angelegt und steil, die anspruchsvollste Abfahrt im Gebiet. Es ist die einzige schwarze Piste, sie lohnt sich als Herausforderung, aber nicht als Tagesprogramm. Wer mehr Auswahl sucht, kombiniert St. Johann mit einem der größeren Nachbarn, zum Beispiel mit KitzSki.

Freestyle: Funline und Snowpark

Am Hochfeld liegen eine Funline mit Wellen, Kickern und Boxen und ein Snowpark, am Eichenhof eine kleine Halfpipe. Ein großer Freestyle-Berg ist das nicht, für die ersten Sprünge reicht es.

Tourengeher und Frühaufsteher

Skitourengeher steigen auf ausgewiesenen Routen auf der Piste zum Harschbichl oder zur Baßgeiger Alm auf. Mittwochs und freitags bleiben Pisten bis 22 Uhr für sie geöffnet. An ausgewählten Wochenenden im März 2027 beginnt der Skitag früher: Beim Frühskilauf geht es ab 6:59 Uhr auf den Pisten los, noch bevor der normale Betrieb um 8:30 Uhr startet.

Skischulen und Kinder

Vier Skischulen

Vier Skischulen arbeiten im Gebiet. Du buchst am besten an dem Einstieg, an dem du wohnst.

Die Schneesportschule Eichenhof hat im Talbereich am Eichenhof einen großen Kinderbereich mit Förderbändern, Seilzug und Schlepplift und direktem Anschluss an die 10er-Gondel. Es gibt Gruppenkurse für Kinder ab drei Jahren und Gruppen für Jugendliche. Die Schule bietet außerdem Kinder- und Kleinkindbetreuung abseits der Piste, auch für Kinder unter drei Jahren.

Die Ski- und Snowboardschule St. Johann in Tirol besteht seit 1948. Büros und Treffpunkte liegen im Ort. Für Kinder gibt es ein Kinderland, ein Kinderrestaurant und einen Übungsbereich, der große Kinderbereich liegt an der Talstation der Hochfeldlifte, mit Förderbändern, Seilzug und Skikarussell.

Die Schischule Wilder Kaiser hat ihr Kinderland am Rueppenlift an der Hochfeld-Talstation mit eigenem Zauberteppich. Die Schule bietet Kurse für Kinder und Erwachsene vom Einstieg bis zum Profi.

Die Schneesportschule Oberndorf betreibt ihr Kinderland unterhalb des Tauwiesenlifts, mit Zauberteppich und kostenlosem Seilzug. Kurse sind in mehreren Sprachen buchbar.

Die Schulen unterrichten Ski und Snowboard, einige auch Langlauf und Touren, und nehmen Kinder ab drei Jahren.

Kinderländer und Übungslifte

Die Kinderländer liegen direkt an den Einstiegen, die Übungslifte daneben sind kostenlos. Förderbänder und Zauberteppiche erleichtern den Einstieg. Bei der Tageskarte gelten für Kinder die Jahrgänge 2011 bis 2020, für Jugendliche 2008 bis 2010.

Für ganz kleine Kinder sind die kleinen Gebiete in Kirchdorf und Erpfendorf gedacht, etwa Yappys Winterland Kirchdorf.

Hüttenkultur und Einkehr

Mehr als ein Dutzend Hütten und Bergrestaurants liegen im Gebiet, und in den Hütten wirst du am Tisch bedient. Das gibt dem Skitag einen anderen Rhythmus als in einem Gebiet mit Selbstbedienungs-Großrestaurants: Du suchst dir eine Terrasse, setzt dich, und die Küche kommt zu dir. Auf den Karten stehen regionale Gerichte.

Am Gipfel und an der Mittelstation

Direkt an der Bergstation der Harschbichlbahn liegt die Harschbichlalm auf 1.604 Metern, die höchste Hütte im Gebiet. Die Sonnenterrasse schaut auf den Wilden Kaiser und auf die Felsen des Kitzbüheler Horns, die Küche ist regional. Gleich daneben steht die Schirmbar Top-Schirm Harschbichl, der Ort für einen Drink auf dem höchsten Punkt des Gebiets.

Die Angerer Alm auf rund 1.300 Metern liegt direkt an den Pisten. Sie ist rund 200 Jahre alt. Das Haus bietet Tiroler Küche und einen großen Weinkeller.

Am Eichenhof und bei Oberndorf

An der Mittelstation der Eichenhof-Lifte liegt das Berggasthaus Grander Schupf auf rund 1.000 Metern, rustikal und gemütlich, in almbäuerlicher Bauweise, mit regionalen Spezialitäten, einem Weinkeller und einer Sonnenterrasse.

Auf der Oberndorfer Seite steht die Baßgeiger Alm auf 1.050 Metern, eine Almhütte, die über 700 Jahre alt ist. Sie ist urig, der Blick geht über St. Johann bis zum Wilden Kaiser. An der Talstation der Bauernalmbahn in Oberndorf hat sich das s'Liftradl eingerichtet: eine ehemalige Liftstation, heute eine rustikale Skihütte mit Terrasse.

Welche Hütte wofür?

  • Gipfelstopp mit Aussicht: Harschbichlalm und Top-Schirm Harschbichl.
  • Tradition und Weinkeller: Angerer Alm, Grander Schupf.
  • Urig und ruhig: Baßgeiger Alm.
  • Zum Abschluss an der Talstation: s'Liftradl.

Après-Ski und Abend

Der Abend in St. Johann ist ruhig. Après-Ski gibt es im kleinen Rahmen, bei einem Getränk nach dem letzten Lauf: in der Schirmbar am Harschbichl, in der Webern Ski & Board Bar an der Hochfeld-Piste, die nur im Winter geöffnet hat, oder im s'Liftradl an der Talstation in Oberndorf.

Im Ort ist mehr geboten. Rund um den Hauptplatz mit der Pfarrkirche gibt es eine Fußgängerzone mit Geschäften, Cafés und Restaurants. Wer noch einmal raus will, geht auf die beleuchtete Eisfläche der Panorama Badewelt oder auf eine der beleuchteten Langlaufloipen. Mittwochs und freitags sind Tourengeher auf den Pisten unterwegs, die bis 22 Uhr für sie geöffnet bleiben.

Abseits der Piste

Wellness und Eislaufen

Die Panorama Badewelt in St. Johann bietet Rutschen und eine Saunalandschaft. Im Winter kommt ein beleuchteter Eislaufplatz mit 1.800 Quadratmetern dazu, mit Musik und Schlittschuhverleih.

Langlauf, Winterwandern, Rodeln

Das Tal ist auch Langlaufgebiet. Das Langlaufzentrum Koasastadion hat zwei beleuchtete Nachtloipen, eine in St. Johann und eine in Erpfendorf, in Kirchdorf liegt ein Biathlon-Zentrum. Geführte Winterwanderungen und Schneeschuhtouren sind Teil des Programms, außerdem der Tauwiesen Schneeschuh Trail in Oberndorf. Naturrodelbahnen gibt es in Oberndorf und bei der Bacheralm in Kirchdorf.

Saison, Skipass und Preise 2026/27

Die Saison startet am 4. Dezember 2026 und endet am 29. März 2027, dem Ostermontag. Der Skipass hat mehrere Preisperioden:

Zeitraum Tageskarte Erwachsene
4. bis 18. Dezember 2026 (Winterstart) 43 €
19. Dezember bis 10. Januar und 1. Februar bis 12. März 2027 (Hauptsaison) 65 €
11. bis 31. Januar und 13. bis 29. März 2027 (Preiswochen) 55 €

In der Hauptsaison zahlen Jugendliche (Jahrgang 2008 bis 2010) 52 € und Kinder (Jahrgang 2011 bis 2020) 33 €, im Winterstart kosten die Tageskarten 35 € und 22 €. Ein Zweitagesticket kostet in der Hauptsaison 126 €. Mehrtagespässe wie die 3 Länder Freizeit-Arena oder die SuperSkiCard kommen in Frage, wenn du auch andere Gebiete der Region fährst.

Preise und Termine ändern sich: Prüf vor dem Kauf auf den Seiten der Bergbahnen, welcher Preis für dein Datum gilt.

Anreise und Orientierung

St. Johann in Tirol hat einen eigenen Bahnhof. Die Talstation der Harschbichlbahn liegt nahe dem Ortszentrum. Mit dem Auto führt der Weg über die Inntal-Autobahn A12. Zum Fliegen bieten sich Salzburg, Innsbruck und München an.

Wo du wohnst

Die Orte rund um den Berg haben je einen eigenen Ton.

St. Johann in Tirol liegt auf 659 Metern im Leukental, zwischen Kitzbüheler Horn und Wildem Kaiser. Hauptplatz, Pfarrkirche und Fußgängerzone prägen den Ortskern, die Talstation ist nah, und der Bahnhof liegt im Ort.

Oberndorf in Tirol hat die Bauernalmbahn, den Tauwiesenlift und ein Kinderland. Wer hier wohnt, startet an der Oberndorfer Talstation. Der Eichenhof ist der dritte Einstieg, mit Gondel, Sessel und der Schneesportschule.

Kirchdorf und Erpfendorf haben eigene kleine Skigebiete für Anfänger und Familien mit kleinen Kindern, dazu Loipen und in Kirchdorf ein Biathlon-Zentrum.

Geschichte und Besonderes

Der Berg hat Geschichte in den Hütten: Die Baßgeiger Alm ist über 700 Jahre alt, die Angerer Alm rund 200. Die Skischule St. Johann besteht seit 1948. Die beiden Harschbichl-Gondeln stammen von 1987, die Anlagen am Eichenhof von 2017, die Jodlalmbahn kommt 2026 dazu. Der Jodlalm-Sessel von 1981 geht nach rund 45 Jahren in Rente.

Tipps und Kompromisse

  • Einstieg passend wählen: Am Eichenhof liegt der große Kinderbereich der Schneesportschule, die Harschbichlbahn bringt dich vom Ort direkt nach oben, in Oberndorf liegt das Kinderland an den Tauwiesen.
  • Jodlalmbahn im Blick: Die neue Gondel soll am 6. Dezember öffnen. Wer in den ersten Tagen kommt, plant mit den anderen Bahnen.
  • Winterstart nutzen: Zwischen dem 4. und 18. Dezember kostet die Tageskarte 43 €, deutlich weniger als in der Hauptsaison.
  • Pass bewusst wählen: Wer auch nach Kitzbühel oder in die SkiWelt will, rechnet die SuperSkiCard gegen Einzeltickets, wer die Gebiete der 3 Länder Freizeit-Arena fährt, den Mehrtagespass der Arena.
  • Der Kompromiss Größe: Mit 40 Pistenkilometern und einer schwarzen Piste ist das Gebiet schnell abgefahren. Wer mehr Auswahl sucht, fährt nach Kitzbühel oder in die SkiWelt.
  • Der Kompromiss Abend: Das Après-Ski ist leise. Für Programm bleibt der Ort selbst.
  • Regeln auf der Piste: Was in Tirol zu Helm, Versicherung und Alkohol gilt, steht im Ratgeber Pistenregeln in Tirol.

Fazit

St. Johann in Tirol ist ein überschaubares Gebiet mit 40 Pistenkilometern, drei Einstiegen und viel Gondel. Familien und Genussfahrer finden lange Talabfahrten, Kinderländer an jedem Einstieg und vier Skischulen, eingekehrt wird mit Bedienung am Tisch und Blick auf den Wilden Kaiser. Mit der Jodlalmbahn soll das Gebiet im Winter 2026/27 eine neue Gondel zum Gipfel bekommen. Wer große Zahlen, viele schwarze Pisten und einen lauten Abend sucht, ist anderswo besser aufgehoben. Wer einen entspannten Skitag mit Kindern oder einen ruhigen Winterurlaub am Kaiser sucht, ist hier richtig.

Stand: November 2026.