Regionen / Tirol & Alpine Knotenpunkte · Ratgeber
Großglockner Resort Kals-Matrei: Osttirols größtes Skigebiet mit Blick auf mehr als 60 Dreitausender

Der Großglockner steht im Osten wie ein Schlussstein am Himmel. Wer an der Bergstation aus der Gondel steigt, hat Österreichs höchsten Berg mit 3.798 Metern direkt gegenüber, davor einen Kranz aus Gipfeln, die ebenfalls über 3.000 Meter reichen. Mehr als 60 davon lassen sich von hier aus zählen. Die Pisten, über die du hinunterfährst, wirken daneben fast gemütlich: mittelschwere Hänge über dem Kalser Tal und über dem Iseltal bei Matrei.
Das Großglockner Resort Kals-Matrei ist mit 40 bis 47 Pistenkilometern das größte Skigebiet Osttirols. Es hat zwei Talorte mit je eigenen Bahnen, die am Berg zusammenlaufen, drei Gondeln und fünf Sessellifte, eine Lounge auf 2.421 Metern und Pisten, bei denen die meisten Kurven mittelschwer sind. Es ist kein Ort für Skizirkus, sondern für Skifahrer, die Aussicht, Ruhe und eine ordentliche Einkehr schätzen.
Das Gebiet im Überblick
Zwei Orte, ein Skiberg
Kals am Großglockner und Matrei in Osttirol liegen in verschiedenen Tälern, und jeder Ort hat seine eigene Talstation. Kals sitzt auf rund 1.325 Metern im Kalser Tal am Fuß des Großglockners, Matrei liegt mit rund 1.000 Metern etwas tiefer im Iseltal. Am Berg gehören beide Seiten zusammen: Das Resort entstand aus den Skigebieten Kals und Matreier Goldried, die über den Bereich Cimaross verbunden sind. Betrieben wird es von zwei Bergbahnen, den Bergbahnen Kals am Großglockner und den Matreier Goldried Bergbahnen, die unter einem Namen auftreten. Du kaufst eine Tageskarte, und sie gilt auf beiden Seiten.
Die Höhe reicht von knapp 1.000 Metern in den Tälern bis auf rund 2.400 Meter. Die Pisten lassen sich weitgehend beschneien, die Beschneiung reicht vom Berg bis ins Tal.
Die Zahlen
Das Gebiet misst 40 bis 47 Pistenkilometer. Der größte Teil davon ist mittelschwer, leichte und schwere Pisten ergänzen ihn. Dazu kommen 4,6 Kilometer Skirouten. Der Schwerpunkt liegt also in der Mitte: Wer solide Kurven fährt und keine Steilhänge sucht, hat hier den meisten Platz. Drei beschneite Talabfahrten bringen dich am Ende des Tages zurück zu den Talstationen.
Osttirol im Überblick
Osttirol ist ein eigener Landesteil Tirols, vom Nordtiroler Kernland getrennt. Hauptort ist Lienz. Das merkst du an der Anreise: Der Felbertauerntunnel verbindet Osttirol mit dem Norden und ist ganzjährig geöffnet, aus dem Süden führt die Strecke über Brenner und Pustertal. Das Gebiet liegt in der Nationalparkregion Hohe Tauern. Der Nationalpark selbst erstreckt sich über mehr als 1.800 Quadratkilometer in Tirol, Salzburg und Kärnten. Die Skigebiete der Region sind kleiner als die großen Nordtiroler Namen wie Sölden, und ein Ski-Hit-Pass verbindet mehrere davon. Einen Überblick über das ganze Land bietet das Verzeichnis der Tiroler Skigebiete.
Lifte und Anlagen
Acht Bahnen, dazu Schlepper und Förderbänder
Das Rückgrat bilden drei Gondeln und fünf Sessellifte, ergänzt durch Schlepplifte und Förderbänder an den Übungsgeländen.
Auf der Kalser Seite fährt die Gondel Kals I von Großdorf zur Mittelstation, Kals II bringt dich von dort weiter bis zur Adler Lounge am Berg. Dazu kommen die Sessellifte Figol und Blauspitz und die Glocknerblick-Bahn. Auf der Matreier Seite startet die Gondel Goldried I an der Talstation in Matrei, darüber fährt der Sessellift Goldried II. Der Sessellift Cimaross liegt oben im Gebiet und verbindet die Seiten.
Die Glocknerblick-Bahn
Die Glocknerblick-Bahn ging im Dezember 2019 in Betrieb. Sie ist ein Sechser-Sessel mit Wetterschutzhaube und Sitzheizung und fährt von Großdorf in Kals zur Bergstation Ganotzeck. Die Strecke ist rund 1.400 Meter lang, die Fahrt dauert etwa sieben Minuten, und die Bahn schafft 2.400 Personen pro Stunde. Eine Piste vom Gradonna Mountain Resort führt Gäste direkt zur Talstation.
Zwischen den Seiten
Am Berg sind die beiden Seiten verbunden, und eine Piste führt von der Adler Lounge hinunter nach Matrei. Die Talstationen dagegen liegen in verschiedenen Tälern. Zu den Talstationen kommst du mit dem Skibus der jeweiligen Seite. Überleg dir also vor dem Start, an welcher Talstation du am Abend wieder ankommen willst.
Pisten nach Können
Anfänger und Einsteiger
Beide Seiten sind für den Anfang gebaut. In Kals liegt ein großes Übungsgelände auf einer sonnigen Wiese, mit mehreren Übungsliften. Oberhalb von Matrei warten blaue Pisten, und an der Bergstation der Goldried-I-Gondel liegt ein Kinderbereich mit Wärmestube und Zauberteppich. Die Auswahl an leichten Pisten ist überschaubar, dafür behältst du jeden Hang im Blick.
Familien und Genussfahrer
Der größte Teil der Pisten ist mittelschwer, und hier ist das Gebiet in seinem Element. Du fährst Schwung für Schwung über die Hänge, den Großglockner immer im Blick. Die drei Talabfahrten sind der Schlusspunkt des Tages: Am Nachmittag, wenn das Licht tiefer steht, fährst du sie in Ruhe aus. Seit der Saison 2023/24 gehört die Talabfahrt nach Matrei dazu. Sie ist 1,8 Kilometer lang, zweigt von der Piste zum Hotel Goldried ab und führt durch eine Unterführung unter der Felbertauernstraße zur Talstation der Goldried-I-Gondel.
Sportliche und Erfahrene
Die schweren Pisten sind die kleinste Gruppe. Am Cimaross findest du variantenreiche Pisten mit schwarzen Abschnitten, und von der Blauspitze auf der Kalser Seite führt eine schwarze Talabfahrt hinunter. Wer mehr Fläche und mehr Herausforderung braucht, kombiniert das Gebiet über den Ski-Hit-Pass mit anderen Osttiroler Bergen, mehr dazu im Abschnitt zum Skipass.
Funpark und Sprünge
Einen großen Snowpark gibt es nicht. In Matrei liegen im Gebiet Goldried Sprünge und Rutschen, für alle, die zwischen den Schwüngen etwas Abwechslung wollen.
Skirouten
Neben den Pisten gibt es 4,6 Kilometer Skirouten. Sie sind keine präparierten Pisten. Informier dich vor jeder Abfahrt über die Lawinenlage; im freien Gelände gehören LVS, Sonde und Schaufel zur Standardausrüstung.
Skischulen und Kinder
Zwei Skischulen, zwei Orte
Jeder Ort hat seine eigene Schule. Die Skischule Kals am Großglockner bietet Kurse für Kinder, Erwachsene und Snowboarder und Privatstunden an, dazu Freeride, Ski- und Snowboardtouren, Langlauf und Biathlon, Schneeschuhwandern und Teambuilding. Buchen kannst du online. In Matrei sitzt die Skischule Matrei/Goldried an der Europastraße im Ort. Dort gibt es Gruppenunterricht mit drei bis fünf Teilnehmern, Privatunterricht, einen Kinderkurs, dazu Skiverleih und Skidepot. Ausrüstung leihst du in Kals bei Alpinsport Gratz in Großdorf, in Matrei bei Sport 2000 Wibmer.
Kinder im Gebiet
Für Familien sind die Regeln großzügig. Kinder des Jahrgangs 2021 und jünger fahren in Begleitung der Eltern gratis, Kinder von 6 bis 18 Jahren zahlen den halben Preis. In Familien mit mehr als zwei Kindern zwischen 6 und 18 Jahren fährt jedes weitere Kind gratis. Dazu kommt der Kinderbereich an der Bergstation der Goldried-I-Gondel mit Wärmestube und Zauberteppich, der Kleinen einen warmen Zwischenstopp gibt.
Hüttenkultur und Einkehr
Einkehren heißt hier: wenige Häuser, jedes mit eigenem Charakter. Drei kannst du als Ankerpunkte einplanen.
Oben am Berg
Die Adler Lounge steht auf 2.421 Metern an der Bergstation. Du erreichst sie mit der Gondel von Kals, auch barrierefrei. Das Haus liegt dem Großglockner direkt gegenüber. Die Speisen werden fein angerichtet serviert, die Küche verbindet Tiroler Tradition mit modernen Gerichten, und drinnen ist es stilvoll und entspannt. Es ist die Hütte für einen langen Mittag, nicht für den schnellen Happen. Die Lounge öffnet vom 5. Dezember 2026 bis zum 4. April 2027, Übernachten ist nicht möglich. Direkt daneben liegt die Aussichtsplattform Adlerhorst, ebenfalls auf 2.421 Metern, von der du auf mehr als 60 Dreitausender blickst.
Mitten im Kalser Gebiet
Die Figolalm liegt auf 1.777 Metern in Kals, an der Mittelstation von Figollift und Blauspitzlift. Sie liegt mitten im Gebiet und ist damit ein bequemer Stopp zwischen zwei Abfahrten.
Auf der Matreier Seite
Das Berggasthaus Goldried auf 2.150 Metern gehört der Familie Köll, die es in dritter Generation führt. Auf den Tisch kommen hausgemachte Speisen aus Osttiroler Produkten. Die große Sonnenterrasse blickt in den Nationalpark Hohe Tauern.
Après-Ski und Abend
Die Bahnen fahren tagsüber, der Abend gehört in Kals und Matrei den Orten und ihren Gasthäusern. Wer abends viel Programm sucht, ist in einem größeren Gebiet besser aufgehoben. Hier geht es ums Skifahren, um Aussicht und Einkehr.
Abseits der Piste
Rodeln
Die Rodelbahn von Kals ist 4,1 Kilometer lang, mittelschwer und beschneit. Nach oben fährst du mit der Gondel Kals I, die dich von Großdorf zur Mittelstation bringt, und Schlitten dürfen mit. Leihen kannst du sie vor Ort.
Langlauf, Winterwandern und Schneeschuh
Loipen findest du in Kals und in Matrei, außerdem Winterwanderwege rund um Kals. Dort gehören auch Skitouren, Langlauf, Winterwandern und Schneeschuhwandern zum Programm. Der Nationalpark Hohe Tauern bietet im Winter geführte Schneeschuhwanderungen und Skitouren mit Rangern an. In Matrei steht das Nationalparkhaus, ein Ziel für Tage, an denen die Hänge nicht zum Fahren einladen.
Saison, Skipass und Preise 2026/27
Die Saison läuft in Kals und in Matrei vom 5. Dezember 2026 bis zum 4. April 2027. Das ist eine Woche nach Ostern, Ostermontag ist der 29. März. Die Bahnen fahren tagsüber, ab etwa 9 Uhr.
Die Tageskarte für Erwachsene, Jahrgang 2007 und älter, wird mit der Uhrzeit günstiger. Die Hauptsaison läuft vom 25. Dezember 2026 bis zum 13. März 2027. In dieser Zeit kostet sie bei Kauf um 9 Uhr 74 €, ab 14 Uhr nur noch 40 €. Kinder von 6 bis 18 Jahren zahlen die Hälfte, also 37 € bei Kauf um 9 Uhr. Kinder des Jahrgangs 2021 und jünger fahren in Begleitung der Eltern kostenlos. Die Tageskarte gilt nur im Großglockner Resort.
Wer mehrere Tage bleibt und auch andere Gebiete fahren will, nutzt den Ski-Hit-Pass. Er gilt zusätzlich in St. Jakob im Defereggental, in Sillian im Hochpustertal, am Zettersfeld bei Lienz und in Obertilliach sowie am Mölltaler Gletscher und am Ankogel in Kärnten. Mehr zu den Nachbarn steht in den Porträts Sillian Hochpustertal, St. Jakob im Defereggental, Zettersfeld Lienz und Obertilliach.
Preise und Termine ändern sich: Prüf sie vor der Buchung bei den Bergbahnen.
Anreise und Skibus
Mit dem Auto: Aus Deutschland und Nordtirol führt der Weg über den Felbertauerntunnel, der ganzjährig geöffnet und mautpflichtig ist. Er führt dich nach Matrei und weiter nach Lienz. Die zweite Route führt über den Brenner und durch das Pustertal über Sillian nach Lienz. Für die Strecke bis zum Brenner hilft der Ratgeber Anreise nach Südtirol im Winter.
Mit Bahn und Bus: Mit der Bahn fährst du bis Lienz. Dort steigst du in den Regiobus 951 nach Matrei, Haltestelle Goldriedbahn, oder fährst mit Bus 952 von Huben nach Kals Großdorf. Im Kalser Tal verkehrt außerdem ein kostenloser Skibus, und der Skibus der Nationalparkregion verbindet die Orte mit dem Skigebiet. Die Fahrpläne für Kals und Matrei stehen auf der Seite des Resorts, prüf den Winterfahrplan kurz vor der Reise.
Wo du wohnst
Kals am Großglockner liegt auf rund 1.325 Metern am Fuß des Großglockners im Nationalparkgebiet. Der Ort verbindet Tradition und Moderne: Höfe und Holzhäuser stehen neben neuen Gebäuden. Du wohnst nah an den Talstationen von Kals I und Glocknerblick in Großdorf, und mit dem Gradonna Mountain Resort liegt ein Hotel direkt an der Piste.
Matrei in Osttirol liegt auf rund 1.000 Metern im Iseltal im Nationalparkgebiet, mit dem Nationalparkhaus im Ort. Hier liegt die Talstation der Goldried-Gondel, und die Talabfahrt von Goldried endet in Matrei.
Geschichte und Besonderes
Das Resort ist aus zwei Skigebieten gewachsen. Matreier Goldried und Kals blieben zwei Gesellschaften, treten aber gemeinsam auf. Zu den jüngeren Schritten gehören die Glocknerblick-Bahn mit Sitzheizung im Dezember 2019 und die Talabfahrt nach Matrei, die seit 2023/24 vom Berg direkt zur Goldried-Gondel führt. Das Besondere bleibt der Blick: der Großglockner mit 3.798 Metern und mehr als 60 weitere Dreitausender.
Tipps und Kompromisse
- Seite wählen: Entscheide vorab, ob du auf der Kalser oder der Matreier Seite startest, die Talstationen liegen in verschiedenen Tälern.
- Spät kaufen: Die Tageskarte wird mit der Uhrzeit günstiger. Wer nur den Nachmittag fährt, spart.
- Mehrere Tage: Für mehr Abwechslung lohnt der Ski-Hit-Pass mit den Nachbargebieten.
- Hütten: Für einen langen Mittag fährst du zur Adler Lounge auf 2.421 m, für einen Stopp zwischen zwei Abfahrten zur Figolalm.
- Regeln auf der Piste: Was in Tirol zu Helm, Versicherung und Alkohol gilt, steht im Ratgeber Pistenregeln in Tirol.
- Kompromiss Größe: Mit 40 bis 47 Pistenkilometern ist das Gebiet in ein bis zwei Tagen gut kennengelernt. Wer mehr Fläche braucht, fährt nach Sölden oder kombiniert Osttiroler Gebiete mit dem Ski-Hit-Pass.
- Kompromiss Abend: Die Bahnen fahren tagsüber, der Abend gehört den Orten.
Fazit
Das Großglockner Resort Kals-Matrei ist ein Gebiet mit 40 bis 47 Pistenkilometern, zwei Talorten und einem Berg, an dem du den höchsten Gipfel Österreichs im Blick hast. Mittelschwere Pisten, ein Kinderbereich an der Bergstation, eine Lounge auf 2.421 Metern und familienfreundliche Preisregeln machen es zu einem guten Gebiet für Familien und Genussfahrer. Wer große Zahlen und viel Abendprogramm sucht, wird hier nicht satt. Wer einen ruhigen Skitag mit Aussicht schätzt, kommt in Osttirol gut zurecht.
Stand: November 2026.


