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Ehrwalder Alm: Familienskigebiet am Fuß der Zugspitze mit 27,5 km Pisten

Flache Übungspiste mit zwei Skifahrern vor Wald und zerklüfteten Felsgipfeln
Foto: Matti Blume, CC BY-SA 4.0, zugeschnitten

Wer in Ehrwald aus dem Zug steigt oder aus dem Auto, hat die Zugspitze fast im Rücken: Der Berg steht so nah über dem Dorf, dass er den halben Himmel ausfüllt. Die Gondel der Ehrwalder Almbahn startet am Ortsrand und bringt dich auf die Alm, ein weites, offenes Gelände auf rund 1.500 Metern. Von dort fächern sich die Pisten in mehrere Richtungen, vorbei an Hütten mit großen Sonnenterrassen, bis hinunter ins Dorf.

Die Ehrwalder Alm ist ein Gebiet für Familien und für alle, die gemütlich fahren wollen. Knapp zwei Drittel der 27,5 Pistenkilometer sind leicht, dazu kommen ein Kinderland mit Betreuung, ein Schneespielplatz, ein Familypark und freitags das Nachtrodeln.

Das Gebiet im Überblick

Ein Berg, eine Gondel, ein Dorf

Die Ehrwalder Alm gehört zur Tiroler Zugspitz Arena, einer Ferienregion im Außerfern, die sich um Ehrwald, Lermoos und Berwang gruppiert. Das Skigebiet reicht von 1.112 Metern am Ortsrand von Ehrwald bis auf 1.923 Meter am Issentalkopf. Der Höhenunterschied beträgt gut 800 Meter.

Das Gebiet ist übersichtlich gebaut. Die Gondel bringt alle zum Almplatz an der Bergstation, von dort führen Sessel- und Schlepplifte weiter. Weil die Talabfahrt als Piste 1 bis zur Talstation zurückführt, kommst du am Ende des Tages wieder dort an, wo du am Morgen eingestiegen bist.

Die Zahlen

Das Gebiet hat 27,5 Pistenkilometer. Davon sind 18 Kilometer leicht, 7,5 Kilometer mittelschwer und 2 Kilometer schwer. Knapp zwei Drittel des Gebiets sind also blau, gut ein Viertel rot, der Rest schwarz. Der größte Teil der Pisten lässt sich beschneien.

Die Almbahn und ihre Nachbarn

Die Tageskarte Ehrwald-Lermoos-Biberwier gilt nicht nur hier. Mit ihr fährst du auch an den Ehrwalder Wettersteinbahnen, im Skigebiet Lermoos am Grubigstein und im Gebiet Biberwier am Marienberg. Nicht enthalten sind die Tiroler Zugspitzbahn und das Zugspitzplatt, dafür gibt es eigene Tickets. Wer mehrere Tage bleibt, greift zur Top Snow Card, die auch die Tiroler Zugspitzbahn und Gebiete bis nach Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald einschließt. Mehr dazu im Abschnitt zum Skipass.

Ein Skitag auf der Ehrwalder Alm

Die Gondel fährt ab 8:00 Uhr, die meisten übrigen Lifte folgen um 8:30 Uhr, der Skibetrieb endet um 16:30 Uhr. Eltern mit kleinen Kindern fahren zuerst zum Almplatz und geben den Nachwuchs im Skikindergarten ab oder üben am Förderband. Die anderen starten auf den blauen Pisten, ziehen mit dem Sessel in Richtung Issentalkopf und gönnen sich mittags einen Platz auf einer der Sonnenterrassen. Am Nachmittag geht es auf der Talabfahrt zurück ins Dorf.

Lifte und Anlagen

Gondel, Sessel und Schlepplifte

Das Gebiet hat sieben Lifte und Bahnen, dazu kommen Förderbänder im Kinderland. Den Zugang bildet die Ehrwalder Almbahn, eine 8er-Gondel, die am Ortsrand startet und den Almplatz erreicht. Sie ist auch im Sommer Zubringer für Wanderer und Radfahrer.

Weiter oben stehen drei Sechser-Sesselbahnen: der Ganghofer, der Gaistal und der Issental, der dich bis zum höchsten Punkt des Gebiets auf 1.923 Metern bringt. Dazu kommen die Schlepplifte Hochbrand und Klämmli sowie ein Minilift für den Anfang.

Betriebszeiten

In der Saison 2026/27 beginnt der Betrieb am 11. Dezember und läuft täglich bis zum 4. April 2027. Der Skibetrieb dauert von 8:00 bis 16:30 Uhr. Die Gondel und der Sessel Ganghofer fahren ab 8:00 Uhr, die anderen Anlagen ab 8:30 Uhr.

Pisten nach Können

Der Schwerpunkt liegt klar auf leichten Pisten, mittelschwere und schwarze Abfahrten sind die Ergänzung. Wer ein großes Gebiet mit vielen schweren Hängen sucht, wird hier nicht satt, wer in Ruhe breite Pisten fährt, ist an der richtigen Stelle.

Anfänger und Familien

Das Kinderland am Almplatz hat Förderbänder, Seillift und Skikarussells, daneben liegen ein Minilift und blaue Pisten für die ersten Abfahrten. Mit 18 Kilometern leichter Pisten liegt hier der Schwerpunkt.

Genussfahrer

Wer schon sicher auf den Brettern steht, findet auf den rund 7,5 Kilometern mittelschwerer Pisten genug Abwechslung. Hinzu kommt die Talabfahrt, die als Piste 1 bis zur Talstation führt und die Pisten bis ins Dorf hinunter verlängert.

Sportliche

Der Gegenpol zu den blauen Hängen ist die Panorama-Abfahrt vom Issentalkopf, die schwarze Piste des Gebiets. Mit 2 Kilometern Länge im schweren Bereich ist das Angebot klein, aber es gibt einen Grund, hinaufzufahren: Der Issentalkopf ist der höchste Punkt des Gebiets.

Freestyle: Snowpark, Familypark und Funslope

Beim Klämmli-Lift liegt der Snowpark Ehrwalder Alm für Snowboarder und Freeskier. Wer die ersten Sprünge üben will, beginnt im Familypark, mit kleinen Sprüngen und breiten Boxen. Die Funslope bringt Steilkurven und Wellen auf eine eigene Strecke.

Das Gelände außerhalb der Pisten verlangt Erfahrung und Kenntnis der Lawinenlage. Lawinenverschüttetensuchgerät, Schaufel und Sonde gehören in den Rucksack, und wer sich nicht auskennt, geht mit einem Bergführer. Eine Einführung bietet der Guide zu Skitouren für Einsteiger.

Skischule und Kinder

Die Skischulen in Ehrwald

Zwei Skischulen arbeiten im Gebiet. Die Skischule Total Ehrwald sitzt am Kirchplatz in Ehrwald, die Tiroler Skischule Ehrwald hat ihr Büro ebenfalls am Kirchplatz. Der Skikindergarten für die ersten Meter auf Ski liegt im Tirolerhaus an der Bergstation.

Kinder und Familien

Die Ehrwalder Alm hat ihr Angebot für Familien in einem Bereich rund um den Almplatz gebündelt. Im Tirolerhaus an der Bergstation gibt es einen Kinderhort, der Kinder ab null Jahren aufnimmt und an sieben Tagen in der Woche geöffnet ist. Dazu kommt ein Kinderspielraum im Haus.

Draußen wartet DIDIs Schneespielplatz neben der Bergstation, mit Rutschen, Kletterstellen, einer Schneeballwand und einem hölzernen Pistenbully zum Draufklettern.

Für Kinder gilt: Bis fünf Jahre fahren sie frei, von sechs bis 15 Jahren zahlen sie den Kinderpreis, von 16 bis 18 den Jugendtarif.

Hüttenkultur und Einkehr

Die Einkehr verteilt sich über fünf Häuser, die vom Tal bis zur Bergstation reichen:

  • Das Tirolerhaus steht an der Bergstation der Gondel auf rund 1.500 Metern, mitten im Gebiet. Es hat eine große Sonnenterrasse und liegt direkt neben dem Kinderland.
  • Ehrwalder Alm, the eatery ist ein lockerer Treffpunkt für Einheimische, Gäste und Familien.
  • Die Ganghoferhütte steht an der Talstation des Sessels Ganghofer und ist eine urige Hütte, die auch am Rodelabend ein Halt ist.
  • Die Hochfeldernalm hat eine sonnige Terrasse und regionale Küche.
  • Die BrentAlm an der Talstation ist Hütte und Après-Ski-Treffpunkt in einem.

Welche Hütte wofür?

  • Mit Kindern: Tirolerhaus, direkt am Kinderland und am Schneespielplatz.
  • Zum Sonnetanken: Hochfeldernalm oder die Terrasse am Tirolerhaus.
  • Nach der letzten Abfahrt: BrentAlm an der Talstation.
  • Am Rodelabend: Ganghoferhütte an der Strecke.

Abend und Après-Ski

Der Abend am Berg gehört in der Ehrwalder Alm dem Nachtrodeln. Es findet freitags von 18:30 bis 21:30 Uhr statt, bei geeigneter Schneelage, vom 8. Januar bis zum 5. März 2027. Die Gondel bringt dich nach oben, zurück geht es auf der beleuchteten Talabfahrt.

Sonst endet der Skitag an der BrentAlm an der Talstation.

Abseits der Piste

Die Tiroler Zugspitz Arena bietet auch ohne Ski genug: In der Region liegen mehr als 100 Kilometer Loipen, dazu Winterwanderwege und geführte Schneeschuh- und Winterwanderungen. In Ehrwald gibt es eine Kunsteisbahn.

Wenn du einen Tag auf der Zugspitze verbringen willst, fährst du mit der Tiroler Zugspitzbahn hinauf, der Berg ist 2.962 Meter hoch. Die Bahn startet in Ehrwald, du brauchst dafür ein eigenes Ticket, die Tageskarte Ehrwald-Lermoos-Biberwier gilt dort nicht.

Im Sommer fährt die Almbahn als Zubringer für Wanderer und Mountainbiker.

Saison, Skipass und Preise 2026/27

Die Saison läuft vom 11. Dezember 2026 bis zum 4. April 2027 und reicht damit über die Osterwoche hinaus. Preise und Termine ändern sich, prüf sie vor der Buchung beim Betreiber.

Die Tageskarte kostet 70,50 € für Erwachsene, 56,50 € für Jugendliche von 16 bis 18 Jahren und 35,50 € für Kinder von 6 bis 15 Jahren. Eine Halbtageskarte für Erwachsene (bis 13 Uhr oder ab 12 Uhr) kostet 56,50 €, für Kinder 28,50 €. Kinder bis fünf Jahre fahren frei. Familien erhalten einen Rabatt, wenn mindestens ein Elternteil und ein Kind gemeinsam fahren.

Die Tageskarte Ehrwald-Lermoos-Biberwier gilt auch an den Ehrwalder Wettersteinbahnen, am Grubigstein in Lermoos und am Marienberg bei Biberwier, nicht aber an der Tiroler Zugspitzbahn und auf dem Zugspitzplatt. Die Wettersteinbahnen haben zusätzlich eine eigene, günstigere Tageskarte.

Punktekarten mit 50 Punkten (43,50 €) oder 100 Punkten (79,50 €) für Erwachsene gelten in den vier Gebieten Ehrwalder Alm, Wettersteinbahnen, Lermoos und Biberwier, nicht an der Tiroler Zugspitzbahn.

Für mehrere Tage gibt es die Top Snow Card. Sie gilt in der Tiroler Zugspitz Arena mit Tiroler Zugspitzbahn und Zugspitzplatt, in Berwang und Bichlbach sowie in Garmisch-Partenkirchen, Grainau und Mittenwald. Erwachsene zahlen für zwei Tage 138,50 €, für fünf Tage 326 € und für die ganze Saison 797 €, Kinder von 6 bis 15 Jahren 69 €, 163 € und 399 €. Auch die Snow Card Tirol und die Tirol Regio Card werden an der Almbahn akzeptiert.

Anreise, Parken, Skibusse

Mit dem Auto

Ab München sind es rund 110 Kilometer über die A95 und Garmisch-Partenkirchen, ab Innsbruck rund 70 Kilometer über die B 179 und den Fernpass. Aus Richtung Füssen führt die B 179 über Reutte nach Ehrwald. Wer aus Innsbruck kommt und sich noch nicht festgelegt hat, findet im Überblick zu den Skigebieten rund um Innsbruck Alternativen in der Region.

An der Talstation stehen gebührenpflichtige Parkplätze und eine Tiefgarage zur Verfügung.

Mit Bahn und Bus

Regionalzüge fahren ab Reutte und Garmisch-Partenkirchen nach Ehrwald, dort bestehen Anschlüsse an den Fernverkehr. Vom Bahnhof Ehrwald fährt im Winter ein Bus zur Tiroler Zugspitzbahn und zur Almbahn. Im Skibus-Netz der Tiroler Zugspitz Arena ist die Almbahn eine Haltestelle, die Busse sind mit Gästekarte oder Skipass kostenlos. So lässt sich die Alm auch ohne Auto erreichen.

Wo du wohnst

Ehrwald liegt direkt unter dem Gebiet. Die Gondel startet am Ortsrand, die Tiroler Zugspitzbahn startet ebenfalls in Ehrwald, und im Ort gibt es eine Kunsteisbahn.

Wer mehrere Gebiete in der Zugspitz Arena fahren will, bleibt in der Region: Lermoos hat das Gebiet am Grubigstein, Biberwier den Marienberg, Berwang ein eigenes Skigebiet. In Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald gilt die Top Snow Card ebenfalls.

Tipps und Kompromisse

  • Mit Kindern: Fahr zuerst zum Almplatz. Dort liegen Kinderland, Skikindergarten, Kinderhort und Schneespielplatz auf engem Raum.
  • Mehrere Tage: Ab zwei Tagen lohnt die Top Snow Card, wenn du auch die Zugspitzbahn oder andere Gebiete einplanst.
  • Freitagabend: Mit dem Nachtrodeln verlängerst du den Skitag.
  • Regeln auf der Piste: Was in Tirol zu Helm, Versicherung und Alkohol gilt, steht im Ratgeber Pistenregeln in Tirol.
  • Kompromiss Größe: Mit 27,5 Pistenkilometern ist die Ehrwalder Alm ein Gebiet für ein bis zwei Tage. Mit der Tageskarte Ehrwald-Lermoos-Biberwier kannst du die Nachbargebiete in Ehrwald, Lermoos und Biberwier dazunehmen.
  • Kompromiss Schwarz: Mit rund 2 Kilometern schwerer Piste ist das Angebot für Sportliche klein.
  • Kompromiss Abend: Am Berg ist abends nur freitags das Nachtrodeln geöffnet.
  • Alle Gebiete im Vergleich: Das Verzeichnis Skigebiete in Tirol stellt die Gebiete nebeneinander.

Fazit

Die Ehrwalder Alm ist ein überschaubares Familienskigebiet über Ehrwald, mit 27,5 Pistenkilometern zwischen 1.112 und 1.923 Metern, einer 8er-Gondel am Ortsrand, einem gut ausgestatteten Kinderbereich am Almplatz und Pisten bis ins Dorf. Mit der Tageskarte Ehrwald-Lermoos-Biberwier kommen die Nachbargebiete in Ehrwald, Lermoos und Biberwier dazu, mit der Top Snow Card die Zugspitze und Garmisch-Partenkirchen. Wer breite, leichte Pisten, kurze Wege und Hütten mit Sonnenterrassen sucht und freitags gern rodelt, ist hier richtig. Wer ein großes Gebiet mit vielen schweren Hängen oder ein dichtes Abendprogramm am Berg erwartet, schaut sich besser anderswo um.

Stand: November 2026.