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Davos Klosters: Fünf Berge und die lange Parsenn-Abfahrt

1895 verirrten sich vier englische Touristen am Weissfluhjoch und standen am Ende in Küblis, tief unten im Prättigau. Aus dem Umweg wurde die Parsenn-Abfahrt: rund 12 Kilometer und gut 2.000 Höhenmeter vom Gipfel bis ins Tal. Sie ist das Aushängeschild eines Reviers, das aus fünf ganz unterschiedlichen Bergen zwischen Davos und Klosters besteht. Neben dem Skifahren gibt es in Davos und Klosters Rodelbahnen, Eisflächen und markierte Winterwanderwege.
Das Gebiet im Überblick
Davos liegt auf rund 1.560 Metern im Landwassertal und besteht aus Davos Dorf und Davos Platz. Klosters liegt talabwärts im Prättigau und ist die ruhigere, traditionellere Adresse. Zwischen beiden Orten verläuft die Rhätische Bahn. Die Bergbahnen betreiben fünf Berge: Parsenn, Jakobshorn, Rinerhorn, Madrisa und Pischa. Dazu kommt Schatzalp als eigenständiges Gebiet mit eigener Bahn.
| Thema | Kurzinfo |
|---|---|
| Lage | Graubünden, Davos auf rund 1.560 m, Klosters im Prättigau |
| Pistenkilometer | rund 250 km auf fünf Bergen |
| Höchster Punkt | Weissfluhgipfel (Parsenn), 2.844 m |
| Berge | Parsenn, Jakobshorn, Rinerhorn, Madrisa, Pischa |
| Saison | Mitte November bis Mitte April, je nach Berg gestaffelt |
| Währung | Schweizer Franken (CHF) |
Pisten und Anlagen
Etwa ein Drittel der Pisten ist leicht, die Hälfte mittelschwer, der Rest schwer. Dazu kommen markierte Freeride-Strecken. Jeder Berg hat seinen eigenen Charakter.
Parsenn ist mit rund 100 Pistenkilometern der größte und klassische Berg, breite lange Abfahrten, überwiegend mittelschwer. Von Davos Dorf bringt dich die Parsennbahn hinauf, von Klosters die Gotschnabahn. Ein 6er-Sessel mit Haube und Sitzheizung, der Furka-Zipper, verbindet die beiden Seiten. Für Zeitfahrer gibt es zwei Strecken mit Zeitmessung, am Totalp-Sessel liegt eine Ski- und Boardercross-Strecke. Unterhalb der Weissfluhjoch-Station steht auf rund 2.620 Metern ein Iglu-Dorf, es öffnet Ende Dezember.
Die Parsenn-Abfahrt startet am Weissfluhgipfel auf 2.844 Metern und endet in Küblis auf 810 Metern. Unter dem Gipfel ist sie steil, die zweite Hälfte ist mittelschwer und führt durch den Wald. Sie ist nur bei ausreichend Schnee fahrbar, ein Parsenn-Tagesticket genügt. Infotafeln erzählen unterwegs von der Geschichte des Skifahrens in Davos. Zurück fährst du ab Küblis mit der Rhätischen Bahn, den Fahrplan schaust du vorab an.
Jakobshorn mit rund 55 Pistenkilometern beginnt mitten in Davos Platz und gilt als der junge, wilde Berg. Die Bahn fährt bis auf rund 2.600 Meter. Im JatzPark bauen die Betreiber Kicker, Rails und Boxen für verschiedene Niveaus. Am Bolgen, wo noch der historische Bügellift von 1934 steht, liegen das Gelände der Skischule und ein Kids Slope. Eine Abfahrt über rund 1.000 Höhenmeter führt vom Gipfel Richtung Davos.
Rinerhorn ist der Familienberg über Davos. Die Gondel startet in Davos Glaris, die Pisten sind breit, überwiegend blau und rot. Im Zauberwald üben Kinder an kleinen Wellen und Sprüngen. Mittwochs und freitags läuft hier das Nachtskifahren von 19 bis 22:30 Uhr, mit beleuchteter Talabfahrt. Dazu gibt es Abendessen auf dem Berg.
Madrisa über Klosters ist klein und familienfreundlich. Eine Gondel bringt dich hinauf, es gibt Zauberteppiche und Übungslifte für die Kleinsten. Gondel und Bergrestaurant sind rollstuhlgerecht, der 6er-Sessel Schaffürggli hat einen höhenverstellbaren Sitz und nimmt Monoskifahrer mit.
Pischa bleibt ein Sonderfall: Es gibt keine präparierten Pisten und keine Skilifte mehr, nur eine Pendelbahn, deren Bergstation auf 2.483 Metern liegt. Das ist Freeride-Gelände. Gesicherte Abfahrten sind nur geöffnet, wenn die Lage es erlaubt.
Schatzalp erreichst du mit der Standseilbahn ab dem Zentrum von Davos Platz in etwa vier Minuten. Hier liegen sanfte Pisten auf Naturschnee, ohne Kunstschnee. Die Skipässe der Bergbahnen gelten dort nicht.
Für wen eignet sich das Gebiet?
Mittelstufe: Die größte Auswahl hast du am Parsenn, wo gut 60 Prozent der Pisten mittelschwer sind. Wer die lange Abfahrt nach Küblis fährt, sollte sicher auf roten Pisten unterwegs sein und Ausdauer für 2.000 Höhenmeter mitbringen.
Familien und Anfänger: Rinerhorn und Madrisa sind die ruhigeren Berge, am Jakobshorn hilft das Gelände am Bolgen mit Skischule und Kids Slope. Kinder fahren bis zum sechsten Geburtstag gratis, wenn ein Elternteil oder ein Skilehrer dabei ist.
Sportliche Fahrer und Freerider: Pischa, der Gipfelbereich am Parsenn und die Seitentäler am Jakobshorn sind das Revier. Eine Tagestour führt von der Weissfluh über Sapün nach Arosa Lenzerheide und weiter bis Tschiertschen. Wie du Lawinenlage und Ausrüstung einschätzt, erklärt unser Guide zu Skitouren für Einsteiger mit Lawinenkunde.
Freestyler: Der JatzPark am Jakobshorn ist der Treffpunkt.
Wer Wert auf Barrierefreiheit legt: Madrisa ist darauf eingestellt.
Der Kompromiss: Die Berge liegen auseinander. Parsenn verbindet Davos und Klosters, für Rinerhorn, Madrisa und Pischa brauchst du eine eigene Anfahrt mit Bus, Bahn oder Auto. Wer an einem Tag viele Berge sehen will, plant das ein.
Saison und Skipass 2026/27
Die Saison reicht von Mitte November bis Mitte April, die Berge starten aber nacheinander. Im Frühwinter läuft zuerst nur der Parsenn, zunächst an Wochenenden.
| Berg | Durchgehender Betrieb 2026/27 |
|---|---|
| Parsenn Davos | 20. November bis 4. April (Wochenendbetrieb ab 13. November) |
| Parsenn Klosters | 4. Dezember bis 4. April (Wochenendbetrieb ab 27. November) |
| Jakobshorn | 4. Dezember bis 11. April (Wochenendbetrieb ab 27. November) |
| Rinerhorn | 18. Dezember bis 29. März |
| Madrisa | 18. Dezember bis 29. März |
| Pischa | 26. Dezember bis 29. März |
Rinerhorn und Pischa bleiben während des World Economic Forum im Januar geschlossen. Die Anlagen laufen tagsüber je nach Berg etwa von 8:15 bis 8:45 Uhr bis 16:15 bis 16:45 Uhr.
Die Preise hängen von der Saison ab. Als Hauptsaison gilt der Zeitraum vom 18. Dezember bis 29. März, die Nebensaison umfasst den 20. November bis 17. Dezember und den 30. März bis 11. April. Ein Tag mit dem Regionenpass, der alle offenen Berge einschließt, kostet in der Nebensaison 81 CHF. Ab drei Tagen ist dein Ticket automatisch ein Regionenpass.
| Regionenpass, Hauptsaison | Erwachsene (CHF) | Jugend 13 bis 17 (CHF) | Kinder 6 bis 12 (CHF) |
|---|---|---|---|
| 1 Tag | 94 | 66 | 38 |
| 2 Tage | 171 | 120 | 68 |
| 3 Tage | 230 | 161 | 92 |
| 5 Tage | 342 | 239 | 137 |
| 7 Tage | 427 | 299 | 171 |
Wer nur Parsenn und Jakobshorn fährt, zahlt in der Hauptsaison für eine Tageskarte 87 CHF. Tageskarten für Rinerhorn und Madrisa liegen in der Hauptsaison bei rund 70 CHF. Senioren (Männer ab 65, Frauen ab 64) bekommen 10 Prozent Rabatt auf Regionenpässe ab drei Tagen. Als Jahreskarte für Sommer und Winter gibt es die TopCard, die neben Davos Klosters auch Arosa Lenzerheide und Flims Laax abdeckt. Sie kostet 1.550 CHF für Erwachsene und 1.035 CHF für Jugendliche. Preise und Termine ändern sich, prüfe sie vor der Buchung bei den Bergbahnen.
Anreise
Mit der Bahn: Du fährst mit der SBB bis Landquart und steigst dort in die Rhätische Bahn nach Klosters oder Davos um. Ab Zürich brauchst du rund 2,5 bis 3 Stunden, die Züge verkehren stündlich. Mit der Gästekarte deiner Unterkunft fährst du die Ortsbusse in Davos und Klosters kostenlos.
Mit dem Auto: Ab Zürich nimmst du die A3 und A13 Richtung Chur bis zur Ausfahrt Landquart, dann geht es auf der Kantonsstraße durch das Prättigau über Küblis und Saas nach Klosters und weiter nach Davos. Ab Zürich sind es rund 150 Kilometer, du brauchst gut zwei Stunden. Für die Schweizer Autobahnen brauchst du eine Vignette, die 2026er kostet 40 CHF und gilt bis Ende Januar 2027. Eine allgemeine Winterreifenpflicht gibt es in der Schweiz nicht, mit Sommerreifen auf winterlicher Fahrbahn bist du aber nicht verkehrssicher unterwegs. Wo Schilder es anordnen, musst du Schneeketten aufziehen. Ab Klosters können bei starkem Schneefall Schneeketten nötig werden, Fahrzeuge mit Allradantrieb sind davon ausgenommen. Aus dem Unterengadin bringt dich der Autoverlad der Rhätischen Bahn durch den Vereina-Tunnel nach Klosters.
Mit dem Flugzeug: Der Flughafen Zürich ist der übliche Ausgangspunkt. Von dort geht es mit dem Zug weiter.
Hütten, Küche und Après
Am Jakobshorn gehört die Jatzhütte auf rund 2.560 Metern zu den bekanntesten Après-Adressen, mit Sonnenterrasse und Partys an vielen Winterwochenenden. Am Rinerhorn gibt es an den Abenden mit Nachtskifahren ein Abendessen auf dem Berg. Weitere Einkehr findest du an den Bergstationen. Frag Öffnungszeiten und Reservierung vorab beim Betrieb nach.
Rodeln, Eislaufen und Winterwandern
Rund um Davos und Klosters gibt es acht Rodelbahnen. Die Rinerhorn-Bahn ist länger als drei Kilometer, liegt direkt unter der Gondel und ist mittwochs und freitags abends beleuchtet. Von der Madrisa geht es mehr als sieben Kilometer nach Saas, die Rückfahrt klappt per Bus. Ab Gotschnaboden fährst du rund vier Kilometer nach Klosters, die Schatzalp-Bahn misst 2,8 Kilometer und endet in Davos Platz. Leihschlitten kosten am Rinerhorn rund 15 CHF. Empfohlen sind Helm und Rückenprotektor, auf der Schatzalp-Bahn rodelst du auf eigene Gefahr.
In Davos Platz steht der Eistraum, eine große Kunsteisbahn mit 4.500 Quadratmetern. Sie läuft vom 5. Dezember 2026 bis 7. März 2027, Sonntag bis Freitag von 10 bis 20 Uhr, samstags bis 21 Uhr. Der Eintritt liegt für Erwachsene bei 8 bis 9 CHF, Schlittschuhe leihst du für 6,50 CHF am Tag. Wer Natureis sucht, findet es auf dem Seehofseeli, wenn das Wetter es erlaubt. In Klosters laufen zwei Kunsteisfelder bis Ende Februar.
Rund 160 Kilometer Winterwanderwege sind markiert, dazu kommen Schneeschuhrouten und Loipen. Wie du Schneeschuhwandern angehst, erfährst du in unserem Guide zum Schneeschuhwandern für Einsteiger.
Tipps und Kompromisse
Ort wählen: Davos ist größer und städtischer, Klosters ruhiger. Beide haben Zugang zum Parsenn. Das Rinerhorn erreichst du von Davos aus, die Madrisa von Klosters.
Nebensaison nutzen: Im Frühwinter und Anfang April sind die Pässe günstiger. Im Frühwinter laufen allerdings nicht alle Berge.
Januar im Blick: Das World Economic Forum schließt Rinerhorn und Pischa. Lege deine Skitage dort nicht in die WEF-Woche.
Freeride mit Respekt: Außerhalb der gesicherten Abfahrten bist du auf eigene Gefahr unterwegs. Nimm die Lawinenausrüstung mit und lies den aktuellen Lawinenbericht, bevor du losfährst.
Größe einordnen: Mit rund 250 Pistenkilometern ist Davos Klosters kleiner als die großen Walliser Gebiete. Wie groß das geht, siehst du im Zermatt-Porträt und im Guide zu Verbier und den 4 Vallées. Wenn dir ein überschaubares Gebiet lieber ist, findest du Alternativen in unserem Überblick zu kleinen Skigebieten abseits der großen Namen.
Fazit
Davos Klosters ist ein Revier mit fünf Bergen, in dem jeder seinen Platz findet: mittelschwere Weite am Parsenn, Freestyle am Jakobshorn, Familientage am Rinerhorn und an der Madrisa, Freeride am Pischa. Die Parsenn-Abfahrt nach Küblis macht das Gebiet besonders. Dafür fährst du nicht alles aus einem Lift heraus, einzelne Berge erreichst du per Bus oder Bahn, und der Betrieb startet gestaffelt.
Zusammengestellt aus Angaben der Skigebiete, Tourismusverbände und Fachportale, Stand November 2026. Preise und Termine können sich ändern.


