Ausrüstung / Ski-Hardware · Produktcheck
Völkl Peregrine 82 im Check: Sportlicher Allmountain-Ski für die Piste

Der Völkl Peregrine 82 Lowride ist ein Allmountain-Ski mit klarem Pistenschwerpunkt: Er hält die Kante auf hartem Schnee souverän, läuft in allen Radien ruhig und will dafür aktiv gefahren werden. Abseits der Piste gibt es allerdings bessere Werkzeuge.
Vom Deacon zum Peregrine: Einordnung
Zur Saison 2024/25 hat Völkl sein Programm für Piste und Allmountain umgebaut. Der Peregrine 82 löst den Deacon 84 ab, ist zwei Millimeter schmaler und wechselt dadurch lebendiger von Kante zu Kante. Der Name verweist auf den Racetiger: ein Raubtier als Programm, ein Ski, der bewusst zwischen Rennsport und Allmountain sitzt. Gebaut wird er in Deutschland, in Straubing. Für 2026/27 bleibt er technisch unverändert, nur die Grafik ist neu. Wer ein Vorjahresmodell findet, kauft also denselben Ski.
Der Peregrine 82 im Speziellen: Aufbau und Technik
Herzstück ist ein mehrlagiger Holzkern mit Titanal-Rahmen. Beim „Tailored Titanal Frame“ sitzt das Metall dort, wo es gebraucht wird: an den Kanten und unter dem Fuß. In den längeren Größen steckt etwas mehr davon, damit sich der Ski für leichte und schwere Fahrer ähnlich anfühlt. Die „Tailored Carbon Tips“ machen die Schaufel verwindungssteif, ohne viel Gewicht aufzubauen, und erleichtern die Schwungeinleitung. Dazu kommen ein 3D-Radius mit langen Radien an Schaufel und Ende und einem engen Radius unter dem Fuß, durchgehende Seitenwangen und ein dezenter Rocker: Der Ski ist überwiegend gecambert und liegt satt auf der Kante.
Die Bindung ist das integrierte Marker-Lowride-System mit niedriger Standhöhe, kompatibel mit GripWalk-Sohlen. Mit rund zwei Kilogramm pro Ski (177 cm, ohne Bindung) ist der Peregrine für seine Breite weder leicht noch schwer.
Steckbrief Völkl Peregrine 82 Lowride:
Maße (Schaufel – Taille – Ende): 128 – 82 – 111 mm
Radius: 27 / 15 / 23 m bei 177 cm; der Taillenradius wächst mit der Länge von 12 m (162 cm) auf 16 m (182 cm)
Längen: 162, 167, 172, 177, 182 cm
Aufbau: Multilayer-Holzkern, Tailored Titanal Frame, Tailored Carbon Tips, Full Sidewall
Bindung: Marker Lowride 13 FR, integriert, GripWalk-kompatibel
UVP: 1.100 € inklusive Bindung
Hersteller: Völkl, Straubing
Fahrverhalten
Der Peregrine ist ein Ski für Fahrer, die Kanten lieben. Was in Tests und Fahrberichten immer wieder auftaucht, zeigt sich auf hartem, präpariertem Schnee:
- Kantengriff: Das ist seine große Stärke. Selbst auf eisiger Piste bleibt er in der Spur und lässt sich weit auf die Kante legen. Der Halt erinnert an einen Race-Carver.
- Laufruhe: Auch bei höherem Tempo bleibt er gelassen und schluckt Unebenheiten gut weg. Wer regelmäßig an der Geschwindigkeitsgrenze fährt, findet bei reinen Spezialisten noch ein paar Reserven mehr.
- Schwungradien: Kurze bis mittlere Schwünge gelingen sauber, lange Bögen laufen ruhig. Ein Slalomski wird er trotzdem nicht, dafür ist er zu stabil und zu breit gebaut.
- Kraftaufwand: Der Ski will geführt werden. Er ist steif genug, um Druck sauber umzusetzen, und dankt es mit Präzision. Wer sich zurücklehnt und treiben lässt, wird schnell müde.
- Gelände: Weite Buckel und festen Bruchharsch meistert er, in tiefem oder schwerem Schnee fehlt der Auftrieb. Wer mehr als gelegentlich abseits der Piste fährt, sollte zu einem breiteren Ski greifen.
Bewertungs-Matrix
Die Punkte (1 bis 5, halbe Schritte möglich) sind unsere redaktionelle Einordnung aus der Gesamtschau von Tests und Praxiserfahrungen, keine Messung. 5 heißt durchweg stark, 1 deutlich schwach. Gewichtet haben wir für einen Allmountain-Ski mit Pistenfokus.
| Kriterium | Gewicht | Punkte | Einordnung |
|---|---|---|---|
| Kantengriff | 20 % | 5,0 | Hält auf hartem Schnee wie ein sportlicher Carver |
| Laufruhe und Stabilität | 20 % | 4,5 | Ruhig und spurtreu, bei Höchsttempo nicht ganz auf Spezialisten-Niveau |
| Wendigkeit und Schwungvielfalt | 15 % | 4,0 | Kurz bis lang möglich, aber kein Slalomski |
| Fehlertoleranz und Kraftaufwand | 10 % | 2,5 | Verlangt aktive Fahrweise und saubere Technik |
| Gelände und Auftrieb | 15 % | 2,0 | Eher Pistenski, wenig Reserven in tiefem Schnee |
| Konstruktion und Ausstattung | 10 % | 4,0 | Hochwertiger Aufbau, integrierte Bindung |
| Preis-Leistung | 10 % | 3,0 | UVP in der oberen Klasse, Straßenpreise deutlich darunter |
Gesamtwertung: 75 von 100 Punkten. Zählt für dich das Gelände doppelt so viel (30 statt 15 Prozent, dafür Kantengriff, Laufruhe und Wendigkeit je 5 Prozentpunkte weniger), sinkt der Wert auf rund 68 Punkte. Das beschreibt den Ski ziemlich genau: Auf der Piste stark, als Alleskönner nur durchschnittlich.
Preis
Die UVP liegt bei 1.100 Euro inklusive Bindung. Das Vorjahresmodell gibt es im Handel ab etwa 640 bis 690 Euro, das aktuelle Modell kostet Anfang November rund 880 Euro. Das sind Richtwerte mit Stand 1. November 2026; vor dem Kauf lohnt der Preisvergleich.
Für wen lohnt sich der Peregrine 82?
- Passt: Sportliche Fahrer, die überwiegend auf präparierten Pisten unterwegs sind, präzisen Kantengriff schätzen und nur gelegentlich weichen Schnee mitnehmen.
- Passt weniger: Einsteiger, entspannte Genussfahrer und alle, die einen großen Teil des Tages abseits der Piste verbringen.
Wer es zugänglicher mag, schaut auf den Peregrine 80: gleiche Handschrift, aber etwas verzeihender. Mehr Geländekompetenz bei ebenfalls sportlichem Charakter bietet der Salomon Stance Pro 82, der rund 800 Euro ohne Bindung kostet. Noch dynamischer und tempofester fährt der Atomic Redster Q9.8 Revoshock S, dessen UVP bei 1.199,99 Euro inklusive Bindung liegt.
Fazit
Der Völkl Peregrine 82 Lowride gehört zu den konsequentesten Pistenskiern im sportlichen Allmountain-Segment: starker Kantengriff, hohe Laufruhe, hochwertige Technik. Dafür verlangt er Einsatz und bietet wenig Reserven abseits der Piste. Wer ihn zum Straßenpreis bekommt und überwiegend auf der Piste fährt, erhält viel Ski fürs Geld. Wer vor allem entspannt cruist oder oft ins Gelände will, fährt mit dem Peregrine 80 oder dem Salomon Stance Pro 82 besser.
Zusammengestellt aus Herstellerangaben, Fachtests und Händlerdaten, Stand November 2026. Preise sind Richtwerte und ändern sich.


